FC Bayern spielt 1:1 in Valencia Philipp Lahms strenge Worte

Erst Thomas Müller erlöste die Bayern später mit seinem Ausgleichstor (82.), nachdem Sofiane Feghouli Valencia fünf Minuten zuvor in Führung gebracht hatte. Wer die Gruppe F als Erster beschließt, entscheidet sich nun am letzten Spieltag. Die Bayern müssen gegen Bate Borissow gewinnen, um sich die vermeintlich günstige Ausgangslage zu verschaffen.

Auch Philipp Lahm hat Alarm geschlagen, und er verwendete ähnliche Formulierungen wie Rummenigge. "Es stehen entscheidende Wochen an, bis zum Winter kann noch einiges passieren. Wir müssen aufpassen. Wir müssen hellwach sein, müssen wieder in die Spur finden, und das so schnell wie möglich, am besten schon am Wochenende", sagte der Kapitän. Und er beklagte, "dass wir in vielen Phasen die falschen Entscheidungen getroffen haben".

Seine Forderung: "Wir müssen es hinbekommen, dass wir wieder besser Fußball spielen. Der Mix muss wieder stimmen, der hat am Wochenende nicht gestimmt und diesmal auch nicht." Wäre das eine Bankettrede gewesen, hätte sie auch das Zeug gehabt, um Eingang in einen Saisonrückblick zu finden.

Immerhin standen die Mahner nicht alleine da, viele Spieler erkannten, dass sich etwas verändert hat im Vergleich zu den beeindruckenden Leistungen zu Beginn der Saison. "Wenn wir auch in der Meisterschaft so medium spielen, wird das kein Spaziergang", ahnte beispielsweise Müller. Und auch der moderate Pädagoge Heynckes forderte eine andere Mentalität, als er für seine Verhältnisse schimpfte. "Man hat gesehen, dass Valencia Spieler hat, die sich steigern können, die bis ans Limit gehen. Ich finde, dass meine Mannschaft in diesem Punkt noch Spielraum hat", sagte er.

Für eine knackige Bankettrede hätte das zwar nicht gereicht, doch Heynckes hat ja auch noch viel vor mit seinem Kader. Und er dürfte ja geahnt haben, dass Rummenigge sich schon ins Zeug legen würde. Nachdem Beckenbauer 2001 in Lyon seine berühmte Rede gehalten hatte, gewannen die Bayern übrigens das letzte Mal die Champions League.