Wahl in UngarnDiese Kandidaten wollen Orbáns Sieg verhindern

Ein radikaler Ex-Lehrer, eine grüne Wirtschaftsexpertin, ein fast unbekannter Bürgermeister: Die Wut auf den Premier macht inzwischen sogar ehemalige Rechtsradikale zu Partnern von Grünen und Sozialdemokraten.

Noch zum Jahreswechsel sah Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán wie der sichere Sieger der Parlamentswahl am 8. April aus. Doch nun sind sich Experten nicht mehr sicher. "Ein Sieg der zersplitterten Opposition ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich", sagt der Budapester Analyst Péter Krekó. Dass Prognosen so schwierig sind, liegt am Wahlsystem: 106 der 199 Mandate gehen an direkt gewählte Kandidaten - hier ist die nationalkonservative Fidesz verwundbar. 2014 kamen ihre Bewerber nur in 20 dieser 106 Bezirke über 50 Prozent. Nahezu überall nahmen sich die anderen Parteien gegenseitig die Stimmen weg.

Mittlerweile ist die Wut der anderen Parteien auf Premier Orbán, der das Land nach seinen Wünschen umgebaut, den Rechtsstaat ausgehöhlt und die Pressefreiheit eingeschränkt hat, so groß, dass es zu mehr Absprachen kommen könnte. Ein Sieg für Fidesz gilt am wahrscheinlichsten, aber für eine weitere Zwei-Drittel-Mehrheit dürfte es nicht reichen - obwohl die Orbán-Partei alle Oppositionsparteien verteufelt und sie auf Plakaten als Marionetten des ungarischstämmigen Milliardärs George Soros darstellt.

Dies sind die Spitzenkandidaten der ungarischen Parteien bei der Parlamentswahl am Sonntag - und mit diesen Argumenten wollen sie die Wähler überzeugen.

Bild: REUTERS 6. April 2018, 17:312018-04-06 17:31:43 © SZ.de/liv