Verbrechen des IS im Irak Der Zeuge

Omar Mohammed, ein 31-jähriger Historiker mit braunen Wuschelhaaren, steckt hinter dem Pseudonym "Mosul Eye".

(Foto: picture alliance/AP Photo)

Als der "Islamische Staat" das irakische Mossul terrorisierte, setzte Omar Mohammed sein Leben aufs Spiel, blieb und zeigte der Welt die Verbrechen. Ein Treffen im Geheimen.

Von Moritz Baumstieger und Paul-Anton Krüger

Seine Nachmittage verbrachte Omar Mohammed am liebsten im Krankenhaus. Er besuchte einen Freund, der dort als Arzt tätig war, und wenn der sich während einer langen Schicht ein wenig hinlegte, lieh sich Mohammed den weißen Kittel und lief über die Gänge, fragte Patienten nach ihren Verletzungen, plauderte mit wartenden Angehörigen.

Meistens aber schaute sich Mohammed mit dem Freund einen der amerikanischen Spielfilme an, die der auf einer Festplatte gesichert hatte. Solches Teufelszeug zu besitzen, konnte im "Islamischen Staat" tödlich sein, ...