US-Wahl Wikileaks veröffentlicht neue E-Mails aus Clintons Wahlkampagne

  • Wikileaks hat seit Freitag mehr als 5000 E-Mails aus dem gehackten Konto von Hillary Clintons Wahlkampfmanager veröffentlicht.
  • Die Demokraten beschuldigen Russland, hinter der Cyberattacke zu stehen.
  • Die Nachrichten nähren den Verdacht, dass die Partei Clinton gegenüber ihrem damaligen Konkurrenten Bernie Sanders bevorzugt haben könnte.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat erneut E-Mails veröffentlicht, die Einblicke in Hillary Clintons Wahlkampfkampagne geben. Darunter ist ein Dokument, demzufolge Clintons Redenschreiber Dan Schwerin sich besorgt über den Umgang mit dem US-Pazifik-Freihandelsabkommen TPP äußert. Clinton stehe bei dem Thema ein schwieriger Drahtseilakt bevor, heißt es in dem Schreiben vom Oktober 2015 an eine Handvoll Spitzenberater. Die Ex-Außenministerin bereitete damals eine Erklärung vor, dass sie gegen das von Präsident Barack Obama vorangetriebene Abkommen sei, obwohl sie es im Jahr 2012 noch als "Goldstandard" bezeichnet hatte.

Die Nachrichten nähren den Verdacht, dass das Nationale Komitee der Demokraten (DNC) Clinton gegenüber ihrem damaligen Konkurrenten Bernie Sanders bevorzugt behandelt haben könnte. Eine Mail der damaligen Vizepräsidentin des DNC, Donna Brazile, legt nahe, dass vor einer CNN-Debatte der beiden Kandidaten eine Frage zur Todesstrafe geändert wurde, um Clinton nicht in Bedrängnis zu bringen. Brazile wies die Vorwürfe zurück: Sie habe alle Kandidaten der Partei unterstützt.

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Andere Nachrichten betreffen die Veröffentlichung von Mails aus Clintons privatem Konto, das sie in ihrer Zeit als Außenministerin genutzt hatte. Der New York Times zufolge waren die Informationen, die Clintons Mitarbeiter diesbezüglich mit dem Justizministerium austauschten, jedoch ohnehin öffentlich zugänglich.

Clintons Mitarbeiter beschuldigen Russland, hinter dem Hack zu stecken

Die seit Freitag veröffentlichten mehr als 5000 Mails stammen aus dem gehackten Konto von Hillary Clintons Wahlkampfmanager John Podesta. Nach eigenen Angaben ist er Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das FBI habe Ermittlungen aufgenommen, teilte Podesta mit. Dabei gehe es um das "kriminelle Hacking" von E-Mails, die Wikileaks veröffentlicht habe. Die Ermittlungen der Bundespolizei seien Teil einer größer angelegten Untersuchung einer Hackerattacke auf Computer der Demokratischen Partei.

Podesta beschuldigte Russland, hinter dem Angriff zu stecken. Auch Brian Fallon, der Sprecher von Clintons Kampagne, äußerte sich entsprechend. "Ihr seid keine Medienorganisation. Ihr seid ein Propaganda-Arm der russischen Regierung", schrieb er auf Twitter an die Adresse von Wikileaks. Eine solche Verbindung lässt sich bisher nicht nachweisen.

Die US-Regierung hatte Russland ebenfalls kürzlich vorgeworfen, die Demokratische Partei gehackt zu haben, um den Präsidentschaftswahlkampf zu beeinflussen. Russland hat dies zurückgewiesen.

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Der Kampagne des Rivalen Donald Trump wirft Podesta Verbindungen zu Wikileaks vor. Ein langjähriger Berater Trumps habe eine Vorwarnung über Pläne der Plattform erhalten, Tausende gehackte E-Mails zu veröffentlichen, sagte Podesta. Er ging nicht so weit, Trump persönlich zu beschuldigen, Russland bei der Beeinflussung des US-Wahlkampfes zu helfen. Er sagte jedoch, dass der Republikaner Warnungen der Geheimdienste entweder willentlich ignoriere oder zu einem "unbewussten Agenten der Russischen Föderation" geworden sei.

Clintons Mitarbeiter haben es bislang abgelehnt zu verifizieren, ob die E-Mails authentisch sind. Sie haben aber gewarnt, dass unter den veröffentlichten Schreiben Fälschungen sein könnten. Wikileaks-Gründer Julian Assange hatte kürzlich angekündigt, brisante Dokumente zu veröffentlichen, die "signifikant" für den Wahlkampf sein würden. Die Wahl findet in vier Wochen statt.