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US-Wahl:Am Ende bleibt Verwüstung

Das zweite TV-Duell wird in die Geschichte amerikanischer Politik als extrem hässlicher Moment eingehen. Trump droht den Kampf ums Weiße Haus zu verlieren. Das macht ihn umso gefährlicher.

Donald Trump wirkte während des zweiten TV-Duells einige Male wie ein trotziges Ungeheuer, ein frustrierter Godzilla, der mit durchgedrücktem Rücken seinen Blick über eine brennende Stadt schweifen lässt. Wütend und abgestumpft angesichts all der Verwüstung.

Der Republikaner sah aus, als würde er nicht verstehen, woher die Zerstörung kommt. Dass er sie verursacht hat. Gefangen in seiner Welt, einem Dschungel, in dem nur der Stärkste überlebt. Und zwar er.

Trump hätte sich nach allem, was in den vergangenen Tagen an Kritik auf ihn eingeprasselt war, zumindest bei einigen Themen demütig zeigen können. Er hätte sich bei diesem Town Hall Meeting in St. Louis auf Augenhöhe seiner möglichen Wähler begeben können. Er hätte versuchen können, zu verstehen, warum sich alle so aufregen. Doch das Gefühl absoluter Überlegenheit macht es Trump unmöglich, auf Probleme und Fehler angemessen zu reagieren.

US-Wahl Nie war ein TV-Duell unbarmherziger
US-Wahl

Nie war ein TV-Duell unbarmherziger

"Ungeheurer Hass im Herzen": Das aggressive Duell der beiden Kandidaten zeigt, was für ein unwürdiges Schauspiel der Präsidentschaftswahlkampf 2016 ist.   Von Johannes Kuhn, New Orleans

Vor allem die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2005 setzt ihm massiv zu. Trump würdigt Frauen darin auf unerträgliche Art herab, er behauptet, wenn man berühmt sei, könne man alles mit ihnen machen. Dutzende Republikaner revoltierten nach der Veröffentlichung gegen ihren Präsidentschaftskandidaten. Ein Vorgang, wie er in dieser Heftigkeit einmalig ist. Einige Beobachter erklärten den Kampf um das Weiße Haus daraufhin für mehr oder weniger beendet. Nur ein Wunder bei der TV-Debatte könne noch helfen.

Die Abwärtsspirale kann Trump nicht stoppen

Das Wunder blieb aus. Zwar hat Trump mit seiner Aggressivität zumindest den Absturz etwas verlangsamen können. Seine Botschaft, Clinton und das Establishment seien schuld an allen Problemen der USA, konnte er immer wieder anbringen: vom "Islamischen Staat" bis zu Wirtschaftsproblemen. Doch die Abwärtsspirale, in der seine Kampagne gefangen ist, kann er damit nicht stoppen. Dafür reicht es nicht.

So war das außergewöhnlich schäbige, außergewöhnlich persönliche zweite TV-Duell nur die logische Fortsetzung eines außergewöhnlich schäbigen Wahlkampfs. Ein neuer hässlicher Moment amerikanischer Politik. Und das lag vor allem an Trump.