US-Vorwahlen Jetzt muss Clinton die Vereinigten Staaten retten

Das sind die Themen der Hillary Clinton

Hillary Clinton stellt sich gerne als erfahrene Macherin mit eisernem Willen dar. Das sind Ihre wichtigsten Themen im US-Wahlkampf. mehr...

Trump vermittelt seinen zornigen Wählern ein Gefühl. Clinton hat für alles einen Plan. Es kommt zum Duell Kopfmensch gegen Bauchmensch.

Kommentar von Nicolas Richter, Washington

Vor einem Jahr hat Hillary Clinton ihre Kandidatur für die Präsidentschaft erklärt, und damals erfasste einen das Gefühl tiefer Erschöpfung. Clinton ist zwar so qualifiziert wie kaum jemand, doch selbst in ihrer Partei halten sie viele für berechnend und unehrlich. Voraussichtlich aber wird ausgerechnet Clinton am Ende dieses surrealen Wahljahres diejenige sein, die Amerika retten muss - vor einer Präsidentschaft Donald Trumps.

Bei den Vorwahlen am Dienstag hat Clinton die sozialistische "Revolution" ihres innerparteilichen Rivalen Bernie Sanders faktisch beendet; die Nominierung der Demokratischen Partei ist ihr kaum noch zu nehmen. Bei den Republikanern hat sich derweil wieder einmal Donald Trump durchgesetzt. Was immer er sich erlaubt, was immer seine Parteifeinde aushecken - Trump gewinnt.

Noch immer hoffen die Anti-Trump-Kräfte, ihn beim Parteitag in Cleveland mit Abstimmungstricks zu verhindern, aber das würde die Partei wohl nicht als Einheit überleben. Die Republikaner also dürften sich Trump am Ende fügen.

Kopfmensch Clinton gegen Bauchmensch Trump

Das Weiße Haus kann ihm dann in der Hauptwahl nur noch Hillary Clinton streitig machen. Clinton gegen Trump, das wird das Duell eines Kopfmenschen gegen einen Bauchmenschen. Clinton hat für alles einen Plan. Trump dagegen vermittelt seinen zornigen Wählern ein Gefühl, dass er mit Vulgarität, mit Verachtung für Minderheiten und Hass auf die "ekelhafte" Presse das Land retten könnte.

In Trumps völlig dysfunktionaler Partei mag das für den Gesamtsieg reichen. Im Herbst aber wird er sich in der Hauptwahl einem anderen Publikum stellen müssen, einem, das jünger, bunter, gebildeter und weniger zornig ist. Clinton muss das Weiße Haus dann vor Trump bewahren, indem sie das positive, optimistische Amerika mobilisiert. Sollte es ihr gelingen, wäre sie vielleicht nicht gleich die Präsidentin der Herzen. Aber das Land müsste ihr von Herzen dankbar sein.

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