US-Präsidentschaftwahlkampf Donald Trump gewinnt Vorwahl der Republikaner in Nevada

  • Unternehmer Donald Trump siegte ersten Hochrechnungen zufolge mit mehr als 43 Prozent bei den Vorwahlen der Republikaner in Nevada.
  • Um Platz zwei liefern sich Ted Cruz und Marco Rubio noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
  • Wählerbefragungen ergaben, dass Trump vor allem durch seine Einstellung zu Einwanderungs- und Wirtschaftsfragen punkten konnte.

Donald Trump hat die Vorwahl in Nevada übereinstimmenden Prognosen zufolge gewonnen. Der Immobilien-Unternehmer erreichte CNN zufolge mehr als 43 Prozent der Stimmen. Hinter ihm lieferten sich zunächst die Senatoren Ted Cruz und Marco Rubio ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Rubio liegt mit mehr als 24 Prozent knapp vorne. Der ehemalige Neurochirurg Ben Carson kommt deutlich dahinter auf Rang vier. Abgeschlagen am Ende landete Ohios Gouverneur John Kasich. Nach New Hampshire und South Carolina siegte Trump damit bereits in der dritten von vier Vorwahlen der Konservativen.

Wie aus frühen Wählerbefragungen hervorging, sind fast sechs von zehn der republikanischen Caucus-Teilnehmer aufgebracht über die Arbeit der US-Regierung. Rund die Hälfte von ihnen unterstützte Trump. Der Milliardär und Geschäftsmann konnte auf fast sechs von zehn Befragte zählen, denen Einwanderungsfragen am wichtigsten sind. Auch fast die Hälfte der Wähler, die sich vor allem um die Wirtschaft sorgen, votierten für Trump. Die nächsten Vorwahlen bei den Republikanern stehen kommende Woche am sogenannten Super Tuesday an, wenn in einem Dutzend Staaten gewählt wird.

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Die Besonderheiten von Nevada

Mit nur 30 Delegierten liegt die Bedeutung der Vorwahl eher darin, dass sie die erste im Westen des Landes ist. Die Bevölkerungsstruktur des Wüsten-Bundesstaats ändert sich durch Zu- und Wegzüge ständig. Fast jeder dritte Bewohner des Staates hat hispanische Wurzeln, allerdings sind die Latinos traditionell bei den Demokraten registriert. Überproportional vertretene Wählergruppen der Republikaner sind Mormonen, die zwischen 15 und 25 Prozent der Teilnehmer ausmachen, und Libertäre, die Eingriffe des Staates rigoros ablehnen. Der Wahlprozess selbst bestand aus einer Versammlung und einer geheimen Stimmabgabe.

Irritation über Wahlhelfer in Trump-Montur

Die Vorwahlen der Republikaner in Nevada laufen - auch wegen des komplexen Prozesses - häufig chaotisch ab. Auch dieses Mal berichteten Reporter von chaotischer Registrierung und einem Mangel an Stimmzetteln, die zudem in einigen Fällen bereits längst ausgeschiedene Kandidaten aufführten. Die Republikanische Partei von Nevada erklärte, keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten zu haben. Dass einige Wahlhelfer deutlich als Anhänger eines bestimmten Kandidaten (vor allem Trump) erkennbar waren, stelle keinen Verstoß gegen die Wahlordnung dar.

So verlief der Wahlkampf

Donald Trump bezeichnete Ted Cruz als "Lügner" und "krank", erklärte, dass er einen Anti-Trump-Aktivisten wegen der Störung seines Auftritts gerne "ins Gesicht schlagen" würde. Der Immobilien-Milliardär trat mit dem rechten Moderator Glenn Beck auf, der Mormone ist. Ted Cruz musste seinen Mediendirektor feuern, nachdem dieser ein irreführendes Video über Marco Rubio verbreitet hatte. Der texanische Senator kritisierte Donald Trump und umwarb den libertären Flügel, indem er versprach, im Besitz der Regierung befindliches Land aufzugeben. Marco Rubio betonte seine Wurzeln im Bundesstaat, in dem er als Kind einige Zeit lebte, nachdem seine Eltern zwischendurch zum Mormonentum konvertiert waren. Er konnte einen republikanischen Senator und einen Kongressabgeordneten als Unterstützer gewinnen, die sich zuvor für Jeb Bush ausgesprochen hatten. John Kasich verzichtete auf Auftritte, Ben Carson sprach vor Anhängern, hatte aber keine nennenswerte Organisation im Staat aufgebaut.

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So geht es weiter

Am Donnerstag steht die nächste TV-Debatte an, bevor am kommenden Dienstag der Super Tuesday folgt. Die Republikaner wählen in zwölf Bundesstaaten, die meisten davon im Süden. Donald Trump liegt laut Umfragen in vielen Bundesstaaten vorne, allerdings nicht in Ted Cruz' Heimatstaat Texas. Die Demokraten stimmen vor ihrem Super Tuesday noch am Samstag in South Carolina ab.

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