Treffen in Berlin Kerry und Lawrow wollen Dialog in Syrien vorantreiben

"Wirklich ernst und ein Stück harter Arbeit": Nach Gesprächen zwischen dem russischen Außenminister Lawrow und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Kerry könnte Bewegung in den Syrien-Konflikt kommen. Die US-Regierung prüft nun auch eine direkte Unterstützung der Rebellen.

Russland und die USA wollen nach den Worten des russischen Außenministers Sergej Lawrow gemeinsam auf Gespräche zwischen Damaskus und der syrischen Opposition über eine friedliche Beilegung des Konflikts hinarbeiten. "Russland und die USA werden alles in ihren Kräften Stehende tun, damit es zu einem Dialog zwischen den Behörden und der Opposition in Syrien kommt", sagte Lawrow russischen Nachrichtenagenturen zufolge nach einem ersten Treffen mit US-Außenminister John Kerry in Berlin.

Kerry und er seien sich einig, dass die Gewalt in Syrien gestoppt werden müsse, sagte Lawrow. Nach der Unterredung am Rande von Kerrys Besuch in der deutschen Hauptstadt betonten Russland und die USA in ungewöhnlicher Übereinstimmung ihren Willen, Verhandlungen über ein Ende des seit zwei Jahren andauernden Konflikts voranzubringen.

Lawrow rief die Nationale Koalition - das wichtigste syrische Oppositionsbündnis - auf, auf das Dialogangebot der Führung in Damaskus einzugehen. "Wir hoffen darauf, dass die Opposition, die bald in Rom mit Vertretern westlicher und regionaler Länder zusammentrifft, den Dialog akzeptieren und die Chefunterhändler berufen wird", zitierten ihn die russischen Agenturen. Die Probleme Syriens könnten nur die Syrer selbst lösen.

US-Regierung prüft direkte Unterstützung syrischer Rebellen

Lawrow sagte über den neuen US-Außenminister, Kerry erkenne den Ernst der Lage in Syrien. Das US-Außenministerium charakterisierte die Gespräche anschließend als "wirklich ernst und ein Stück harter Arbeit".

Unterdessen prüft die US-Regierung einem Bericht der Washington Post zufolge, den Aufständischen in Syrien unter anderem Schutzwesten zu liefern. Denkbar sei auch, eine militärische Ausbildung anzubieten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungsvertreter in den USA und Europa. Kerry werde diesen angedachten Politikwechsel auf seiner Antrittsreise durch mehrere Staaten der EU und des Nahen Ostens ansprechen. Kerry wird bei der Konferenz der Freunde Syriens am Donnerstag in Rom auch mit Vertretern der syrischen Opposition zusammenkommen. In den USA gibt es laut Washington Post aber auch Vorbehalte gegenüber Waffenlieferungen an die Rebellen.

Russland gehört zu den letzten Ländern, die den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützen. Im UN-Sicherheitsrat verhinderte Moskau mehrfach eine entschiedene Verurteilung von Assads Vorgehen gegen die Aufständischen. In dem seit knapp zwei Jahren anhaltenden Konflikt in Syrien wurden nach UN-Angaben bislang etwa 70.000 Menschen getötet.