Libyen ist weder mit Afghanistan noch mit dem Irak gleichzusetzen. Nach Afghanistan gingen die Deutschen und anderen Europäer aus "Bündnissolidarität", weil unser wichtigster Sicherheitsgarant, die USA, von dort am 11. September 2001 angegriffen worden war. Und das mittlerweile in der deutschen Innenpolitik fast geschmähte Wort "Bündnissolidarität" heißt übersetzt nichts anderes, als dass andere (die USA und die Nato) für unsere Sicherheit sorgen und, wenn es sein muss, auch hoffentlich kämpfen werden. Und diese Garantie beruht nun einmal auf Gegenseitigkeit.
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Bezeichnete die deutsche Außenpolitik als Farce: Der frühere Grünen-Außenminister Joschka Fischer (© dpa)
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Allein gelassen könnte Deutschland eines Tages in einer sehr prekären Lage aufwachen. Und schon gar nicht gleicht die Lage in Libyen jener im Irak 2003, wo die westliche Vormacht USA aus ideologischen Gründen und gegen die Mehrheit im Sicherheitsrat einen Krieg vom Zaun brach, der im Desaster enden musste und endete.
Wenn, dann lässt sich Libyen wohl mit Bosnien in den neunziger Jahren vergleichen. Es scheint, als hätte die bürgerliche Regierung heute die Position der Grünen von damals übernommen! Nur dass die damalige Ablehnung einer militärisch-humanitären Intervention noch etwas Tragisches an sich hatte, während das Verhalten der Bundesregierung heute nur noch als Farce zu sehen ist.
Wie der Balkan gehört die südliche Gegenküste des Mittelmeers zur unmittelbaren Sicherheitszone der EU. Es ist einfach nur naiv zu meinen, der bevölkerungsreichste und wirtschaftlich stärkste Staat der EU könne und dürfe sich da heraushalten. Wir reden bei dieser Region über unmittelbare europäische und deutsche Sicherheitsinteressen. Was würden denn aus Sicht der Bundesregierung die humanitären und realpolitischen Konsequenzen eines blutigen Machterhalts Gaddafis und seines Clans sein?
Auch der außenpolitische Kollateralschaden für die EU ist beträchtlich. Ausgerechnet Deutschland, das man fast als den Erfinder der gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik bezeichnen könnte, versetzt dieser mit seiner Verweigerung den bisher gefährlichsten Stoß.
Fortan wird auch in der EU das Prinzip der "Koalition der Willigen" gelten, was Europa weiter schwächen wird. Zieht man das Verhalten der Bundesrepublik in der Frage Libyen zusammen mit ihrem Jammern, Zaudern und Zögern bei der Frage, welche Konsequenzen Europa aus der Finanzkrise ziehen sollte, dann muss man sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft unseres Kontinents und des transatlantischen Bündnisses machen.
Das Land scheint in einem nach innen blickenden Provinzialismus zu erstarren, und das in einer Zeit, in der sein Potential, ja seine Führung mehr denn je gebraucht würde. Leider kann man dies vergessen.
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(SZ vom 22.03.2011/olkl)
"Und wieso sollten wir gegen Gaddafi in den Krieg ziehen?"
Art 1, Absatz 2, GG.
"Nur weil Gaddafi nicht das macht, was die Amis wollen? Die Amis haben sogar nachweislich in vielen Ländern "Diktaturen" implementiert und jahrelang - sogar mit eigenen Tätern - diese bei den Morden an der Zivilbevölkerung unterstützt. "
Nee... weil Gaddafi tausende Leute killt. Zugegeben, in Relation zu Ruanda ist da nicht viel und zugegeben, der Eingriff in Libyien ist an Bigotterie kaum mehr zu überbieten, jedenfalls wenn man Ruanda etc im Hinterkopf hat. Doch irgendwie isses besser, man hilft irgendwo statt nirgendwo. Nicht?
Was haben wir denn für einen "drolligen" Aussenminister? In Afghanistan müssen unsere Soldaten Krieg führen, obwohl schon die Topographie dagegen spricht und auch die Russen schon erfolglos waren - weil "Deutschland angeblich auch am Hindukusch" verteidigt werden muss? Aber in Libyen liegt kein Bündnisfall vor, obwohl selbst arabische Länder dafür sind, dort einzugreifen und das Volk vor Gaddafi zu schützen? Ja will Deutschland mal wieder zuschauen, so wie damals in Ruanda, als auch alle anderen zugeschaut haben - aber gottseidank offensichtlich inzwischen dazugelernt haben? Libyen ist nicht Afghanistan - es liegt quasi vor unserer Haustüre und ist von der Topographie her einfacher zu beherrschen!
Ich frage mich echt, was mit unseren Politikern los ist - sie wenden nicht Schaden vom deutschen Volk ab, sondern fügen ihm Schaden zu, und dass nur, weil sie schlicht und ergreifend nicht das nötige Gespür und/oder Verstand haben!
Das Ganze ist nur noch traurig und peinlich!
Holt lieber die Soldaten aus Afghanistan zurück, dieser Krieg ist nicht zu gewinnen und setzt sie - wenn überhaupt da ein, wo es Sinn macht und andere Menschen gerettet werden können! Wenn die heutigen Rebellen in Libyen morgen an der Macht sind, dann bekommen wir die Quittung früher oder später! Aber so weit denkt ja die jetzige Regierung nicht, die will ja nur die Wahlen gewinnen und spielt auf Zeit! Einfach nur erbärmlich!
Mutig eine Menschen wie J. Fischer zu Wort kommen zu lassen, ein Mensch der vom grünen Moralapostel zum Machtmenschen wider jeder Moral und dann schließlich zum Saulus der Energiepolitik sich gewandelt hat. Ich hätte den Artikel ja gern als Klopapier benutzt, aber das geht im Internet ja nun mal nicht.
Joschka Fischer hat die deutschen bereits im Kosovo-Konflikt belogen und in einen Krieg hineingezogen, der nachweislich den Organhändlern und Drogenbaronen diente:
Wenn man hier die linke Navigationsleiste im Detail liest, erkennt man das von der Politik und Wirtschaft gesteuerte kriminelle Netzwerk, das Carla del Ponte in ihrem Buch beschrieb.
http://balkanblog.org/2010/01/22/berlinwasser-und-die-millionen-unterschlagungen-mit-korrupten-gtz-lern-in-albanien/
Und wieso sollten wir gegen Gaddafi in den Krieg ziehen?
Nur weil Gaddafi nicht das macht, was die Amis wollen? Die Amis haben sogar nachweislich in vielen Ländern "Diktaturen" implementiert und jahrelang - sogar mit eigenen Tätern - diese bei den Morden an der Zivilbevölkerung unterstützt.
Die Amis und die Briten wollen von eigenen Problemen ablenken und wollen uns nur benützen. Geht es hier im Hintergrund eventuell um Wasser?
http://www.hoerstel.ch/hoerstel/News/Eintrage/2011/3/20_Libyen__Sollte_ein_historisch_wichtiges_Wasserprojekt_gestoppt_werden.html
Wir können alle froh sein, dass Merkel sich an dem Krieg nicht beteiligt!
"Ob dieser rechtmäßig ist oder nicht steht auf einem anderen Blatt, Sie betrachten etwas sowohl als systeminhärent als auch aus sich selbst, dem System selber, heraus und möchten aus dieser Betrachtungsebene auf das System an sich existenziell schließen und diese übergeordnet legitimieren."
Jo. War ja klar...
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