Blamable Bruchlandung: Die ohnehin eingedampften schwarz-gelben Steuerpläne hielten nicht einmal eine Stunde. Dann fuhr der verärgerte dritte Koalitionspartner CSU dazwischen. Beschädigt sind nun alle, einschließlich der Kanzlerin. Der Streit zeigt, dass selbst kleine Projekte für diese Regierung zu groß sind.
Nicht einmal eine volle Stunde blieb der schwarz-gelben Koalition, um am Donnerstag einen Erfolg zu feiern. Um 12 Uhr eröffneten Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine gemeinsame Pressekonferenz, in der sie den Bürgern eine steuerliche Erleichterung ankündigten. Um 12.50 Uhr kamen die ersten Meldungen aus München, wonach Horst Seehofer (CSU) das ganz anders sieht. Bei allem gebotenen Respekt lässt sich solches Gebaren nur noch mit einer Frage beantworten: Haben die noch alle Tassen im Schrank?
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Wirtschaftsminister Rösler und Finanzminister Schäuble waren sich einig - CSU-Seehofer ist da anderer Meinung. (© dpa)
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Sechs bis sieben Milliarden Euro Entlastung durch eine Abschwächung der kalten Progression - das ist geblieben von den hochfliegenden Steuerplänen, wie sie im Koalitionsvertrag nachzulesen sind. FDP-Chef Rösler ist zumindest dafür zu loben, dass er gar nicht erst versuchte, daraus noch einen liberalen Triumph zu machen. Und Schäuble sprach nicht einmal von einer Steuersenkung, sondern nur vom Ausstieg aus einer heimlichen Steuererhöhung. Es handelt sich also nicht um ein wirklich großes Projekt. Aber selbst die kleinen Projekte sind für diese Koalition zu groß.
Rein formal könnte man sagen, dass die zuständigen Minister Schäuble und Rösler für die Regierung einen Vorschlag gemacht haben, über den Bundestag und Bundesrat als Gesetzgeber nun befinden sollen. Insofern wäre es für den Ministerpräsidenten Horst Seehofer sogar legitim, Vorbehalte anzumelden, schließlich müsste sein Bundesland Bayern auf Einnahmen verzichten, was nicht nur Seehofer schwerfällt, sondern allen anderen Ländern auch.
So vornehm an der Verfassung entlang aber hat Seehofer seine unmissverständlichen Unmutsbekundungen wohl nicht gemeint. Er hat draufgehauen, weil er sich übergangen fühlte. Oder weil er eine Gegenleistung fordert. Oder warum auch immer. Es ist egal, weil der Eindruck für die Koalition insgesamt immer gleich bleibt: verheerend.
Eigentlich sollte an diesem Donnerstag nur Philipp Rösler die Wirtschaftsprognose vorstellen. Dann kam der Finanzminister mit, um den Steuerbeschluss zu verkünden. Es sollte wohl auch ein Signal der Geschlossenheit sein, wie Politiker das gerne nennen. Und ein Zeichen, dass die Regierung bei all dem Geld, das zur Rettung des Euro und einiger europäischer Staaten in Rede steht, die Wähler zu Hause nicht vergisst. Dank der ungenügenden Absprache zwischen den Koalitionspartnern ist das gründlich schiefgegangen. Mal wieder.
Beschädigt sind nun alle, einschließlich der Kanzlerin, die an der Spitze einer Koalition steht, sie aber offensichtlich nicht im Griff hat. Dieses schwarz-gelbe Führungspersonal, das nicht einmal in der Lage ist, sich auf einen Sieben-Milliarden-Euro-Beschluss so zu verständigen, dass er wenigstens eine Stunde hält, ist übrigens dasselbe schwarz-gelbe Führungspersonal, das den Euro mit Hunderten Milliarden Euro retten will. Na dann ...
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(SZ vom 21.10.2011/sebi)
UN-Tourismusorganisation
"Deshalb bin ich trotz des schlechten Auftritts der FDP auch zukünftig nicht abgeneigt, die FDP zu wählen, zumal sie in den am besten dastehenden Bundesländern häufig an der Macht sind."
Parasiten brauchen gesunde Wirte. Jene, die schon krank und schwach sind, sind nicht mehr in der Lage den Parasit zu ernaehren. Man koennte, so man wollte, die Lage auch so sehen, dass die am besten dastehenden Bundeslaender dort stehen TROTZ der Parasiten am Kopf.
Warum stehen diese Bundeslaender gut da? Des Volkes wegen, nicht der Fuehrer wegen...
Die Frage ist: wieviel CxU / FDP / SPD / Gruene vertraegt dieses Land eigentlich noch?!
mal eine Frage, war das jemals anders?
Aber für eines ist es gut, Galgenhumor. Wenn Griechenland erstmal abgewickelt wird werden aus unseren Bürgschaften real zu bedienende Forderungen.
Dann fließt richtig Kohle aus dem Haushalt und der deutsche Michel wird steigende Steuern bekommen.
Die Frage ist nur ob diese Regierung noch da ist wenn es ans ausbaden der Fehler geht.
Was erwarten diese Schlaumeier eigentlich was die Wähler sich bei sowas denken?
"HURRA! Für 1,25€ mehr im Monat, ab Zweitausendirgendwann wähle ich einfach jeden, selbst wenn es die FDP is!"
"Insofern warten wir es ab, 2 Jahre Zeit hat es noch bis zu reglären Neuwahlen, aber noch einmal Rotgrün mit 5 Mio. Arbeitslosen und einer Politik der ruhigen Hand, die dann von einer Bastapolitk abgelöst wurde, möchte ich nicht haben"
So ein Quatsch. Wir sind unter der 3 Mio. Marke, weil Herr Schröder mit seiner Agenda die soziale Marktwirtschaft ausgehebelt hat (deshalb ist für mich die SPD auch nicht mehr wählbar). Das ist nicht der Verdienst von FDP/CDU sondern von den Bürgern, die mit billigst Löhnen und sinkendem Realeinkommen die Wirtschaft am Laufen halten.
Was hat FDP/CDU bisher erreicht?
Den Austieg vom Austiegsaustieg der Kernkraft?
In Bayern ist die FDP mit der CSU in die Koalition, mit der Bedingung den Nichtraucherschutz zu lockern.
Das dann das Volk über ein Volksbegehren jetzt ein noch strengeres Gesetzt auf den Weg gebracht hat zeigt wie Volksnah gerade die FDP ist.
Außer ein bisschen Lobbyarbeit für die Hotelbranche kam da noch nicht viel.
Und darum hoffe ich innigst, dass bei den nächsten Wahlen die FDP unter den Sonstigen zu finden ist.
"Bei allem gebotenen Respekt lässt sich solches Gebaren nur noch mit einer Frage beantworten: Haben die noch alle Tassen im Schrank?"
Respekt ist offensichtlich bei den Protagonisten dieses politischen Hühnerhaufens und deren unsäglich dämlichen Gebarens in keiner Weise geboten?
MfG
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