Die Koalition will nach SZ-Informationen auf die einst geplante Kernenergie-Abgabe verzichten - und hält sich die Entscheidung über eine Brennelementesteuer offen.
Die Atomindustrie wird im Streit über die Einführung neuer Energiesteuern aller Voraussicht nach glimpflich davonkommen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird es über die Brennelementesteuer hinaus wohl doch keine zweite neue Kernenergie-Abgabe in nennenswertem Umfang geben. Zugleich deutete sich an, dass die Restlaufzeiten der Atommeiler vermutlich um maximal zehn Jahre verlängert werden. Die Branche verlangt mindestens 15 Jahre.
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"Die Abgabe kommt, die Abgabe kommt nicht..." Bei Angela Merkels Versuch, den Konflikt zwischen Regierung und Kraftwerksbetreibern zu lösen, bleibt die Frage nach einer Brennelementesteuer offen - die zweite geplante Abgabe hingegen kommt nicht. (© ddp)
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Mit dem Verzicht auf eine zweite Atomabgabe würde die christlich-liberale Koalition von ihrer bisherigen Position abrücken. Noch im Juli hatte es geheißen, dass zusätzlich zur Brennelementesteuer, deren Aufkommen in Höhe von 2,3 Milliarden Euro pro Jahr vollständig zur Haushaltssanierung verwendet werden soll, eine zweite Abgabe "in ähnlicher Größenordnung" geplant sei. Mit diesem zweiten Obolus solle ein Teil der immensen Zusatzgewinne abgeschöpft werden, die die Atomkonzerne durch die Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten erzielten. Das Geld werde in die weitere Erforschung erneuerbarer Energien fließen.
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) deutete am Wochenende an, dass es seiner Ansicht nach bei dem Plan bleiben muss. "In der Summe von Sparpaket und Öko-Förderung dürfen wir allerdings eine Belastungsgrenze der betroffenen Unternehmen nicht überschreiten", sagte er dem Spiegel. Genau das aber wird koalitionsintern befürchtet. Zwar gehen Regierungsexperten davon aus, dass die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall auch mehr als 2,3 Milliarden Euro pro Jahr an den Staat zahlen könnten. Durch die Kombination zweier zusätzlicher Abgaben sowie teurer neuer Sicherheitsanforderungen könne aber der Betrieb einzelner Kraftwerke unrentabel werden. Damit, so die Einschätzung der Fachleute, würde die Regierung ihren Beschluss, die Restlaufzeiten der Atommeiler zu verlängern, ad absurdum führen.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ offen, ob die anvisierten 2,3 Milliarden Euro über eine Steuer oder durch einen Vertrag mit den Atomkonzernen aufgebracht werden sollen. Da bisher keine Alternative spruchreif sei, gehe sie derzeit davon aus, dass es bei der Brennelementesteuer bleiben werde, sagte sie im ZDF. Die Konzerne hatten in einer Anzeigen-Kampagne gegen die Steuerpläne protestiert. Zur Frage, ob die Firmen darüber hinaus zur Förderung erneuerbarer Energien herangezogen würden, sagte sie, hier gebe es "noch keine Summen".
Während die Betreiberunternehmen mit den absehbaren steuerlichen Regelungen werden leben können, werden sie in der Laufzeitenfrage wohl erhebliche Abstriche machen müssen. Wie aus Regierungskreisen verlautete, setzt sich unter den Verfassungsexperten des Innen- und des Justizministeriums zunehmend die Auffassung durch, dass die Betriebsgenehmigungen der Kraftwerke um höchstens zehn Jahre verlängert werden dürfen, wenn die Bundesregierung den Beschluss unter Umgehung des Bundesrats fassen will.
Genau das ist vorgesehen, da Union und FDP in der Länderkammer über keine Mehrheit mehr verfügen. Bei Restlaufzeiten von 25 Jahren und mehr, wie sie die Branche selbst anstrebt, müsste die Regierung dem Vernehmen nach damit rechnen, dass sie bei einer Verfassungsklage eines SPD-geführten Landes unterliegt. Das Justizministerium dementierte am Sonntag, dass es eine Verlängerung von gerade einmal zwei Jahren und vier Monaten für rechtlich machbar halte. Dies sei unter allen geprüften Modellen die niedrigste, nicht aber die endgültige Zahl, hieß es.
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(SZ vom 23.08.2010/mob)
Bundespräsident Gauck
Also jetzt haben Sie mich aber herausgefordert. Danke. Ich glaube schon dass ich technisch versiert bin - aber was soll's.
Einen intelligenten Stromzähler, der Lasten abhängig vom Erzeugernetz schalten kann, gibt es bereits heute. Suchen Sie mal im wikipedia unter intelligente Stromzähler. Ist kein Ökostrom vorhanden wird über Fernsteuerung die Stromleitung abgeschaltet - bzw. der Preis der Leistung steigt in den realistischen Bereich, der die Bereithaltung dieser selten abgerufenen Leistung beiinhaltet (Teilweise bis zu EUR 2000 pro Megawatt-Stunde (2 EUR pro kwh)).
Weniger Grundlastkraftwerke? Wer sorgt denn dann für die "Netzfrequenz", die im übrigen dafür sorgt, dass man das Netz überhaupt "regeln" kann. Wind- und Solarkraftwerke sind in heutigen Netzen Parasiten, deren Leistung ohne den Grundlastkraftwerken wertlos wäre. Anders wäre es, wenn Wind- oder Solarkraftwerke eine speicherbare Energie, wie z.B. Wasserstoff-Gas abgeben würden, die ich auf Anforderung in meiner Gasturbine verbrennen kann.
Ein Kernkraftwerk umziehen könnte funktionieren, und in der EU geht das vielleicht sogar so, dass man die Rückbau-Rückstellungen ohne Aktivierung sogar mit ins Ausland nehmen kann. Peng!!
Für das Geld, um das es hier geht, kann man kreativ sein. Eine Dampfturbine kann ich auf alle Fälle umziehen - schliesslich kam sie ja irgendwie ins Kraftwerk. Ein Reaktor-Druckgehäuse erfordert eine gewisse Kreativität, aber bei einem potentiellen Preis von 100 Mio EUR pro Jahr Brennelementsteuer sind Menschen kreativ. Und der Rest der Geschichte sind Betongebäude, die ich als Museeum stehen lasse.
Atomstrom ist in F extrem subventioniert, EdF plagt ein Schuldenberg von 37 Mrd. €, die Zinsen dafür zahlt der französische Stromkunde, da EdF staatlicher Monopolist ist.
Aus EdF-Sichtweise tatsächlich clever...
Warum ist in Frankreich der Strom günstiger?
Weil die Franzosen einfach kleverer sind!
Letztlich zeigt sich doch, wer das Sagen in diesem Lande hat. Nicht die vom Volk gewählten Vertreter, nein, es sind die Spitzen aus der Wirtschaft und den Banken, die alle Fäden ziehen. Die Politiker sind lediglich die Marionetten, die im Anschluss ihrer politischen Karrieren in lukrative Positionen der Wirtschaft wechseln, Beispiele gibt es leider genug...
... und die "Regierung" knickt wieder mal ein. Erbaermlich.
Paging