Sprache und Politik Wie Sprache bestimmt, wen man wählt

Linguistin Elisabeth Wehling

(Foto: privat)

Die Linguistin Elisabeth Wehling über die Macht des Unbewussten, das Problem mit dem Satz "Wir schaffen das" und warum Populisten in der Politik gerade die Themen setzen.

Interview von Detlef Esslinger

SZ: Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt haben Rechtspopulisten versucht, Angela Merkel für die Toten verantwortlich zu machen. Viele Medien und Bürger haben sich darüber in Artikeln und Tweets empört. War das richtig?

Elisabeth Wehling: Es war nachvollziehbar. Allerdings gibt es bei solchen Reaktionen sofort ein Problem: Wer einen Vorwurf bestreitet oder ihn anprangert, der verbreitet ihn zugleich. Damit bietet man ihn zur Diskussion an, in dem Fall: Sind das tatsächlich Merkels Tote? Daher muss man sich immer fragen, ...