NS-Familiengeschichte von PolitikernMein Vater war Nationalsozialist

Sie heißen Rommel oder Filbinger - mehr als den Nachnamen haben sie aber nicht mit ihren Vätern gemein. Wie prominente Politiker mit ihrer NS-Familiengeschichte umgehen und was sie daraus lernen.

NS-Familiengeschichte von Politikern – Sigmar Gabriel

Sie heißen Rommel oder Filbinger - mehr als den Nachnamen haben sie aber nicht mit ihren Vätern gemein. Wie prominente Politiker mit ihrer NS-Familiengeschichte umgehen und was sie daraus lernen.

"SPD-Chef Sigmar Gabriel lässt kranken Vater allein", titelte der Berliner Kurier im Mai 2012, kurz vor dem Tod von Walter Gabriel. Der Artikel erwähnt, dass es sich bei ihm um einen "unbelehrbaren Rechtsradikalen" handelt - im Vordergrund steht jedoch die Geschichte eines alten Mannes, der von seinem Sohn im Stich gelassen wurde. Bereits im Alter von 18 Jahren hatte sich Sigmar Gabriel von seinem Vater abgewandt, der immer noch ein Verfechter der NS-Ideologie war.

2005 nahm der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident wieder Kontakt auf, um mit ihm die Vergangenheit aufzuarbeiten. Doch Walter Gabriel hielt an seinem Gedankengut fest. Die Zeit hat die Geschichte nun aufgeschrieben. Sigmar Gabriel ist nicht der einzige Politiker, der sich mit der Nazi-Vergangenheit naher Verwandter auseinandersetzen muss.

Bild: dpa 11. Januar 2013, 16:392013-01-11 16:39:26 © Süddeutsche.de/anri/joku/rus