Die Katastrophen auf der Welt spiegeln wider, was die Wissenschaft über die Folgen des Klimawandels schon lange prognostiziert. Und wie reagiert die Politik? Die betrachtet die Welt als Werkstatt.
Wieder ist alles neu. Die Flut in Pakistan, sechs Millionen Menschen im Kampf ums Überleben - ohne Beispiel. Die wochenlange Dürre in Russland, Feuer überall im Land - nie dagewesen. Erdrutsche in China, die ganze Dörfer verschwinden lassen, Regenfälle, die nicht enden wollen - das hat es dort seit langem nicht gegeben.
Es ist der Sommer der Naturkatastrophen: Feuer und Wasser, Dürre und Flut - sie kommen daher wie Boten einer neuen, einer unangenehmen Zeit. (© Fotos: dpa, Reuters, AFP)
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Und in Brandenburg und Sachsen sind die Schäden des letzten Hochwassers noch nicht besichtigt, da kündigt sich schon das nächste an. Das Wort vom "Jahrhunderthochwasser" mag im Südosten der Republik ohnehin schon niemand mehr verwenden, dafür hat es sie zuletzt einfach zu oft gegeben. Feuer und Wasser, Dürre und Flut - sie kommen daher wie Boten einer neuen, einer unangenehmen Zeit.
Gut möglich, dass es einfach nur ein ganz eigenartiger Sommer ist, in dem sich ein Hochdruckgebiet über Russland verkeilt, während andernorts immer neue Unwetter aufziehen. In ihrer Ausprägung aber spiegeln die Katastrophen exakt die Prognosen der Wissenschaft über die Auswirkungen des Klimawandels wider. Zunehmende Temperaturen lassen Dürren wahrscheinlicher werden.
Das Gleiche gilt paradoxerweise für heftigen Regen. Ist die Luft wärmer, verdunstet mehr Wasser. Irgendwo muss es niedergehen, nur eben heftiger als gewohnt. Die Extreme werden häufiger, und sie liegen dichter beieinander: Wo eben noch Dürre war, kann übermorgen schon ein Starkregen die Felder vernichten. In der einen Region können die Keller unter Wasser stehen - in der Nachbarregion wässern die Menschen ihre Gärten. So gesehen, wirken die Nachrichten dieser Tage wie aus dem Jahr 2040. Behält die Wissenschaft recht, dann ist jene Generation, die den Klimawandel mit all seinen Extremen am eigenen Leib zu spüren bekommt, schon längst geboren.
Und wie reagiert Politik überall auf der Welt? Sie repariert. Pakistan erhält Zelte, Lebensmittel und Medikamente, Russland zusätzliche Löschflugzeuge, China baut neue Dörfer auf und entlang von Neiße und Elbe wachsen irgendwann die Deiche. Es ist das Mindeste, was Regierungen anbieten können, es hilft den Notleidenden und beugt, wenn schon nicht der nächsten Katastrophe, dann doch wenigstens deren Verheerungen vor.
Nur liegt darin wenig Hoffnung, solange Politik nicht die Wurzeln des Problems aufgreift. Dazu müsste sie in komplexen Zusammenhängen von Ursache und Wirkung denken, sie müsste jede Planung, jedes Gesetz in ein Gesamtsystem einbetten.
Das ist die Stärke von Politik nicht, weder in demokratischen noch in autoritären Systemen. So erklärt sich, warum in Deutschland munter weiter Flächen versiegelt werden, obwohl das den Abfluss großer Regenmengen nur erschwert, warum vielerorts Deiche die einzige Antwort auf Hochwasser sind, obwohl sie die Wassermassen nur in andere Regionen transportieren. Jeder menschliche Eingriff in die Umwelt zieht den nächsten gleich nach sich. Es ist das Wesen eines Systems, das allein auf Reparatur beruht.
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Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Das seh ich anders.
Ein Mittelklassewagen verbraucht nicht soviel weniger Ressourcen, viel wichtiger wäre es besonnener damit umzugehen.
Würde jeder unnötige Fahrten weglassen und auch mal näher an den Arbeitsplatz ziehen anstatt sich ein Häuschen 40km entfernt im Grünen zu kaufen, könnten sie beruhigt einen Hummer für die übrigen Fahrten benutzen.
Aber mit Vernunft wird da wohl leider nichts zu regeln sein, wenn es nicht finanziell schmerzt fährt man eben jedes WE im Umland spazieren.
Rav Michael Laitman,
Wenn wir uns als unfähig erweisen, die Welt zum geistigen Aufstieg zu erwecken, damit ihr das Licht am Ende des Tunnels leuchtet, dann wird sie gezwungen, durch Leiden voranzukommen.
Und dieser Weg wird sehr lang sein, bis die Leiden den Menschen zwingen werden, darüber nachzudenken, was zu machen ist, und warum er leidet. Stellen Sie sich vor, wieviel Zeit und Leiden dazu notwendig sind! Wenn wir dagegen zur Entwicklung ein wenig beitragen, indem die Wissenschaft der Kabbala verbreitet wird, dann rufen wir dadurch eine schnellere Entwicklung hervor und vermeiden all diese Schläge. Es ist bekannt, dass alle Geschehnisse auf dem unbelebten Niveau äquivalent einer einzigen Handlung auf dem Pflanzenniveau sind! Alle Geschehnisse auf dem pflanzlichen Niveau – einer Handlung auf dem tierischen Niveau gleichen sich. Stellen Sie sich diesen Unterschied zwischen den Stufen vor!
Es müssen Kriege und Leiden, furchtbare Katastrophen geschehen, um uns, wenn auch nur um einen Schritt, zur nächsten, höheren Stufe voranzutreiben.
Und stattdessen können wir das höhere Licht heranziehen und diese Probleme auf der Stufe dieser Welt vermeiden!
Die Jahrzehnte der Leiden kannst du mit einer winzigen eigenen Bewegung in Richtung der geistigen Entwicklung mithilfe des Lichtes ersetzen! Es ist eben der Unterschied zwischen den Stufen der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveaus.
Deshalb müssen wir unserer vollen Verantwortung den uns gegebenen Möglichkeiten gegenüber bewusst werden.
Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Yehuda Ashlag “das Vorwort zu “”Panim Meirot”", 04.08.2010
Celine Polo
Ja sie müsste, die Politik, aber sie tut es nicht. Weil sie in ihrem 4-Jahresrythmus von Baustelle zu Baustelle hastet.
Natürlich muss sich der Einzelne auch als Klimaschützer in seinem privaten Umfeld verstehen.
Aber: Sie können für die nächsten 100 Jahre Fahrrad fahren und danach auf Vollbäder im dunklen Badezimmer verzichten, dass alles ist gar nichts gegen die Energieverschwendung in der Industrie. Wer hat z. B. eine Vorstellung davon, wieviel Energie eine Aluminiumschmelze verbraucht, deren Produkten z. B. Daimler-Benz in seinem Mercedes SL 55 (517 PS) mit ca. 14,5 l Spritverbauch - bei sparsamer Fahrweise - verbaut?
Hier müsste die Politik international regulierend eingreifen. Doch wer würde das von Figuren wie (exemplarisch herausgegriffen) Berlusconi, Sarkozy, Cameron und anderen ernsthaft erwarten? Welche Rolle der ehem. Heilsbringer Obama oder die deutsche Bundeskanzlerin samt ihrer koalitionären Chaostruppe in dieser Hinsicht spielen, mag da jeder selbst beurteilen.
Es zeigt sich zunehmend das wir Menschen die ökologische Tragfähigkeit dieses Planeten bei weitem überschreiten, vermutlich nicht um das 2-5 fache sondern eher um das 10-20 fache.
In Ermangelung eines "Ihre neue Erde Baukasten" bleibt da nur eines: Wir müssen uns reduzieren, in Anzahl und Anspruch. Wenn wir es nicht tun werden es die um uns herum kollabierenden Ökosysteme übernehmen.
In sofern ist ein sinkende Geburtenrate wie in Deutschland kein Grund zu Sorge sondern zur Freude. Vermutlich liegt die langfristige ökologisch maximal vertretbare Bevölkerungszahl hier bei unter 8Mio Menschen, nicht 80.
Da brauchen wir alles, nur kein Elterngeld.
Das dürfte schwer zu vermitteln sein. Im Vergleich dazu ist ein Umsteuern in der Wirtschafts- und Energiepolitik fast als leicht zu bezeichnen.
Immer mehr Menschen erkennen hier das sie an dem angeblichen jährlichen Wirtschaftswachstum wenn überhaupt dann nur negativ partizipieren.
Oder steigt ihre Kaufkraft jedes Jahr um 3%? Oder Ihre Zufriedenheit mit Ihren Lebensumständen?
Da hilft auch das Kreischen der "keinen Fussbreit dem Feldhamster" Fraktion aus den späten 50ern nicht weiter.
Ich vermute das es noch einige Jahre dauern wird aber dann wird die heilige Kuh der Nachhaltigkeitsdebatte geschlachtet sein und endlich über Downshifting/Downsizing etc. geredet werden.
Und nicht über den Ersatz einer Hochrisikotechnologie (Kohle) durch eine andere (Kernkraft) oder eines mobilen Klimakillers (Verbrennungsmotor) durch einen stationären (E-Motor mit konventionell erzeugten Strom).
Nothilfe und Rettungsaktionen für Pakistan sieht natürlich ganz toll aus im Fernsehen - bringen wird so etwas langfristig gar nichts. Wenn wir ein Wettersystem wie den Monsun modifizieren helfen keine weißen Zelte.
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