Nach UN-Klimagipfel Warme Worte, heiße Luft

Der UN-Generalsekretär glaubt, dass der nächste Klimagipfel in Kopenhagen zum Durchbruch führt - obwohl Obama und andere Staatschefs keine konkreten Zusagen machten. Umweltschützer sind skeptisch.

Auch wenn der Klimagipfel in New York ohne konkrete Ergebnisse endete: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich optimistisch gezeigt, dass in knapp drei Monaten in Kopenhagen eine Einigung auf ein Kyoto-Nachfolge-Abkommen erzielt wird. Durch das Gipfeltreffen "sind wir einem Abkommen näher gekommen", sagte Ban. Die entscheidende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen wird nun womöglich auf Ebene der Staats- und Regierungschefs stattfinden.

Obwohl die Staatschefs wie US-Präsident Barack Obama (links) keine konkreten Zusagenmachten, gibt sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (rechts) optimistisch.

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Es bleibe zwar noch immer ein langer Weg zurückzulegen, sagte Ban am zum Abschluss des Gipfels. Doch Kopenhagen könne ein Erfolg werden, wenn der in New York gezeigte Elan in den kommenden Wochen genutzt werde.

Lob von Al Gore

Ausdrücklich lobte Ban die Aussagen Chinas und Japans bei der von ihm einberufenen Veranstaltung. Chinas Präsident Hu Jintao hatte angekündigt, sein Land wolle bis 2020 den Zuwachs an CO2-Emissionen "beträchtlich" bremsen. Japans neuer Ministerpräsident Yukio Hatoyama versprach, sein Land werde versuchen, seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu senken.

Die bisherige japanische Regierung hatte nur acht Prozent Minderung als Ziel ausgegeben. Auch der frühere US-Vizepräsident und Umweltaktivist Al Gore lobte Japan und China.

"Ein Schritt zurück"

Kritik am Ausgang des Gipfels kam von Umweltorganisationen: "Wir haben viel Dringlichkeit in den Worten der Führenden der Welt gehört. Aber es bleibt abzuwarten, ob Taten folgen", sagte Oxfam-Sprecher David Waskow. "Diejenigen, die unter Hunger, Dürre oder Überschwemmungen leiden, werden nicht durch warme Worte gerettet, sondern nur durch Taten. Alle Augen sind nun auf Kopenhagen gerichtet - dort darf es kein Scheitern geben", sagte Waskow.

US-Präsident Obama wurde dagegen von den Klimaschützern dafür kritisiert, zu vage geblieben zu sein. "Das ist in Wirklichkeit mehr ein Schritt zurück als nach vorne", sagte Thomas Henningsen von Greenpeace.

In der dänischen Hauptstadt soll vom 7. bis 18. Dezember ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll gefunden werden. Bisher ist die UN-Konferenz nur auf Ministerebene geplant. Allerdings gibt es verstärkte Anstrengungen, das Treffen auf höchste Ebene zu heben. So lud der dänische Regierungschef Lars Lokke Rasmussen bei seinem Auftritt in New York die Staats- und Regierungschefs der Welt nach Kopenhagen ein. Der Erfolg der entscheidenden Konferenz in Sachen Umweltschutz hänge zu großen Teilen vom weiteren Engagement der Staats- und Regierungschefs ab, sagte Rasmussen.

Kritik am Gipfel kam auch von Tschechiens Präsident Vaclav Klaus, der seit längerem bezweifelt, dass der Klimawandel auf Eingriffe des Menschen zurückgehe. Das Treffen in New York sei eine würdelose "Übung in Propaganda" gewesen, sagte er. "Es war traurig und es war frustrierend."