Großbritannien

Statt Angela Merkel ist der britische Regierungschef David Cameron der engste europäische Alliierte an der Seite des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Trotz anfänglicher Bedenken forderte Cameron als Erster die Flugverbotszone über Gaddafis Staat und warb gemeinsam mit Sarkozy um die Zustimmung des US-Präsidenten. Für die Operation Ellamy, wie der Einsatz auf der Insel genannt wird, schicken die Briten zwei Fregatten und Kampfflugzeuge nach Nordafrika.

Was sind Camerons Motive?

Seine Wähler stehen einem Militäreinsatz gegen das libysche Regime Umfragen zufolge zu zwei Dritteln positiv gegenüber; die aufständischen Underdogs gelte es zu unterstützen, so denkt die Mehrheit. Mit der britischen Führungsrolle will sich Cameron auch von seinem Vorgänger Tony Blair abgrenzen, der im Irakkrieg an der Seite des damaligen US-Präsidenten George W. Bush die umstrittene Rolle des Sekundanten spielte. Nicht zuletzt dürften auch wirtschaftliche Motive nicht ganz unwichtig sein: Großbritannien ist der größte ausländische Energieproduzent in Libyen.

Ist seine Haltung politisch riskant?

Innenpolitisch stecken der Premier und seine Regierung in der Krise. Der strenge Sparkurs sorgt bei den Wählern für Verdruss. Der Militäreinsatz dürfte die öffentliche Aufmerksamkeit zwar kurzfristig davon ablenken; dauerhaft kann das allerdings nicht funktionieren. Den liberalen Koalitionspartner setzt Cameron mit seiner Entschlossenheit zusätzlich unter Rechtfertigungsdruck: Die Liberal Democrats schärften ihr Profil schließlich durch ihre entschiedene Ablehnung des Irak-Einsatzes.

Bild: dpa 21. März 2011, 15:502011-03-21 15:50:04 © sueddeutsche.de/mati