Die Initiative "Global Zero", zu der auch Michael Douglas und die jordanische Königin gehören, propagiert nukleare Abrüstung - mit freundlicher Unterstützung der großen Atommächte.
Sie nennen sich "Global Zero", "Weltweite Null"; ihre Analyse ist schlicht und erschütternd: Mehr als 20.000 Nuklearwaffen bedrohen die Menschheit, neun Staaten horten Atombomben, 40 weitere Länder verfügen über eine ausreichende Infrastruktur, um sich eigene Arsenale aufzubauen. Nach der bizarren Diktatur Nordkorea scheint nun auch das schwer berechenbare Iran nach der Bombe zu greifen. Zugleich versuchen Terrorgruppen wie al-Qaida solche Massenvernichtungswaffen zu ergattern.
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Auch die jordanische Königin Noor al-Hussein und Filmstars wie Michael Douglas nehmen an der Abrüstungskonferenz in Paris teil. (© Foto: afp)
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Die Antwort auf dieses höllische Szenario? Global Zero - die komplette Vernichtung aller Atomwaffen. Nur so lasse sich die Katastrophe stoppen, argumentiert die Initiative aus etwa 200 Politikern, hohen Offizieren und Rüstungsexperten.
Nach dem Vorbild der Klimabewegung
Im Dezember 2008 wurde die Nicht-Regierungsorganisation in Paris gegründet - von altbekannten Friedensfreunden wie Jimmy Carter und Michael Gorbatschow, aber auch von nüchternen Realpolitikern und Veteranen des Kalten Krieges wie den früheren US-Außenministern Henry Kissinger und George Shultz. Nun möchte "Global Zero" daraus eine weltweite Massenkampagne nach dem Vorbild der Klimabewegung machen. Bei einem Gipfeltreffen diese Woche in der französischen Hauptstadt soll ein detaillierter Vier-Stufen-Plan beschlossen werden, um die Welt bis zum Jahr 2030 atomwaffenfrei zu machen.
Zudem will Global Zero einen internationalen Appell lancieren. "Die Frage ist nicht länger, ob wir unser Ziel erreichen, sondern wie wir das tun", befanden die Organisatoren zum Auftakt am Dienstag.
Handlungsdruck durch Weiterverbreitung von Nuklearwaffen
Den Segen der Mächtigsten hat Global Zero für sein idealistisches Unterfangen. US-Präsident Barack Obama schickte seine Abrüstungs-Staatssekretärin Ellen Tauscher und eine Botschaft, in der es heißt: "Wir teilen die Vision einer Welt ohne Nuklearwaffen." Dies sei eines seiner wichtigsten Ziele als Präsident. Derzeit verhandeln die USA und Russland über ein Abkommen, das die Atomarsenale beider Staaten "dramatisch verringern" werde, so Obama.
Im April werde er ein Gipfeltreffen zur nuklearen Sicherheit in den USA abhalten. Außerdem begännen in Kürze die Verhandlungen, um den Atomwaffensperrvertrag zu verbessern. Auch der russische Präsident Dmitrij Medwedjew unterstützt Global Zero. Massenvernichtungswaffen sollten eine Sache der Vergangenheit werden, übermittelte er der Konferenz in Paris.
Global Zero sieht sich dadurch in seiner Einschätzung bestätigt, die Zeit sei reif für die atomare Totalabrüstung. Nie zuvor habe es so viel Rückhalt in der internationalen Gemeinschaft gegeben. Zum einen hätten sich die Supermächte und der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zum Aus für die Atombombe bekannt. Zum anderen schaffe die Furcht vor einer raschen Weiterverbreitung von Nuklearwaffen den nötigen Handlungsdruck.
183 Staaten hätten bereits vertraglich auf Kernwaffen verzichtet. Nun müssten die restlichen folgen. Der Stufenplan, den Global Zero entwickelt hat und der in Paris diskutiert wird, setzt bei den USA und Russland an, die über 96 Prozent aller Atomwaffen verfügen. Washington und Moskau sollen in einer ersten Phase bis 2013 vereinbaren, ihre Bestände auf höchstens je 1000 nukleare Gefechtsköpfe zu reduzieren.
Schwierigkeiten in der Praxis
In Phase zwei von 2014 bis 2018 soll ein multilateraler Vertrag ausgehandelt werden, der den schrittweisen Abbau der Atomwaffen vorsieht. Zudem müsse ein internationales Kontrollsystem aufgebaut werden. In Phase drei, die bis 2023 reicht, verpflichten sich alle Akteure zur nuklearen Null. Dieses Ziel wird schließlich in Phase vier bis 2030 erreicht und durch eine strikte weltweite Überwachung abgesichert.
Was so eingängig klingt, dürfte in der Praxis auf große Schwierigkeiten stoßen. Kritiker von Global Zero glauben, ein so bedrohter Staat wie Israel werde nie auf die Bombe verzichten, Iran stets heimlich danach streben. Und auch die USA und Russland würden in Wahrheit nicht ganz davon lassen wollen. Eine atomwaffenfreie Welt sei zudem nicht wünschenswert, da so das wichtigste Abschreckungsmittel verlorengehe und die Gefahr konventioneller Kriege steige. Ähnlich scheint auch die französische Regierung unter Präsident Nicolas Sarkozy zu denken. Immerhin hat es die Mittelmacht Frankreich vor allem seiner Atomstreitkraft zu verdanken, dass es sich wie eine Großmacht fühlen kann.
Es genüge nicht, auf die Stühle zu hüpfen und "Abrüstung" zu schreien, damit die Welt friedlicher werde, zitierte die Zeitung La Croix am Montag französische Diplomaten. Das oberste Ziel müsse nicht eine waffenfreie, sondern eine sichere Welt sein. Auch Friedensnobelpreisträger Obama dämpft bei genauerem Hinsehen die Hoffnungen von Global Zero. Zwar sei das Ziel die weltweite Null, versichert er in seiner Botschaft. "Aber wir erleben womöglich nicht mehr, dass es erreicht wird."
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(SZ vom 03.02.2010/lmne)
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Compiler Zitat: ...um notfalls den Planeten komplett platt zu machen.
Ergo lieber die ganze Welt in Schutt und Asche liegt als alleine zu sterben?
Compiler Zitat: Lieber auf eine extrem gute Bewachung der Waffen und Kontrolle der Produktion/Lagerung drängen.
Und wer ist der Bewacher?
Es wird Zeit 50% der Probleme der Welt aus dieser zu schaffen.
Dass diese erfreuliche Initiative noch so um Verständnis kämpfen muss, zeigt ihre Dringlichkeit und solche Persönlichkeiten nutzen ihre Popularität für eine wichtige Aufgabe.
Wenn ich mich bedroht fühle und aus purer Angst nichts unternehme, um die Bedrohung näher zu untersuchen und realistische Wege ausfindig zu machen, "versorge" ich mich mit größeren Bedrohungen an und werde gleichzeitig zur Bestätigung der Wahrnehmung der Bedroher, vor denen ich mich schützen wollte.
Damit gerate ich ebenso schnell wie blind in einen Rüstungswettlauf, der irgend wann eine Bestätigung braucht.
Es ist auch eine Wettlauf der Feigheit, die persönliches Risiko mit Drohpotentialen zu minimieren versucht und ungewollt oder gewollt das Gegenteil erreicht.
Gewaltverzichte und Verhandlungen nehmen diesem autogenen Angstsyndrom die phantastische Nahrung und ebnen den Weg zu einer realistischen Prüfung der wirklich verheerenden Folgen, die Machtdemonstrationen in unserer Geschichte schon oft genug hatten, um dies weiterhin einfach ignorieren zu können.
Wer eine offene Hand vor sich sieht, wird andere Reflexe haben als bei einer waffenstarrenden Faust.
So einfach es ist, so hartnäckig beharrt das ängstliche sich Ducken auf seinen Gewaltphantasien.
Atombomben haben verhindert daß wir in einen 3ten Weltkrieg geschlittert sind ! Oder denkt wirklich jemand es häte sonst auch keinen Krieg USA-UDSSR gegeben ?
Wer weiss wie sich China entwickelt ?!
Die Zukunft sollte man lieber mit genug Feuerkraft in der Hinterhand erwarten um notfalls den Planeten komplett platt zu machen. Das IST sinnvolle Abschreckung.
Ausserdem sind Spalt/Fusinswaffen im Nullkommanix wieder zusammengeschraubt wenn es sein muss..also was soll das bringen ? Lieber auf eine extrem gute Bewachung der Waffen und Kontrolle der Produktion/Lagerung drängen.
Abrüstung gilt doch nur für alle, ausser den USA. Die glorreiche Ausnahme aller göttlichen Waffen. Schließlich müssen die schrecklichsten Waffen in nur einer Hand sein, das schafft nach Meinung von Nobel den wahren Frieden auf Erden.
Wer nicht kuscht wird zerbombt. Genau diesen Frieden erträume ich mir für die Welt. Einen Frieden in Angst und Freiheit, - falls diese Kombination überhaupt möglich ist.
Tatsächlich ist die schlimmste Waffe "GELD". Damit diese Waffe überall auf der Welt ihre Wirkung entfalten kann, müssen erst einmal alle sich der Marktwirtschaftsdemokratie unterwerfen. Momentan wird daran schwer gearbeitet. Es gibt mittlerweile sogar ein Eingliederungsprogramm für Taliban, - das sind die schrecklichen Turbanträger in Afghanistan.
Nach Eingliederung dieser "Aufständigschen" wird sich nicht mehr daran gestört ob die Frauen nun eine Schule besuchen dürfen oder nicht, - oder ein Burka tragen müssen.
Alles irrelevant, Hauptsache die Umsätze stimmen, die Afghanen machen Schulden und gehorchen danach dem Kapital.
Wir brauchen nur noch ein Lösung wie wir den Iran "eingliedern" können.