"Als ob die Berufssoldaten nur einen IQ von 80 hätten": Verteidigungsminister zu Guttenberg spricht über die Nachteile der Wehrpflicht - und warum es keine Alternative zur größten Reform in der Bundeswehrgeschichte gibt.
SZ: Über Ihre Reformmodelle für die Bundeswehr ist noch nicht mal entschieden, da wächst der Widerstand in der eigenen Partei. Ist die Wehrpflicht eine heilige Kuh?
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Verteidgungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg während eines Truppenbesuchs. Es gebe "keine Alternative" zu einer Reform der Bundeswehr. (© rtr)
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Karl-Theodor zu Guttenberg: Die erfolgreiche Geschichte der Bundeswehr wäre ohne die Wehrpflicht schwer möglich gewesen. Auch ich war deshalb immer ein Verfechter der Wehrpflicht. Sie braucht aber wie alle Grundrechtseingriffe eine saubere verfassungsrechtliche Rechtfertigung. Das bedeutet auch, dass die Bundeswehr die Zahl der einzuziehenden Wehrpflichtigen zur Erfüllung ihres sicherheitspolitischen Auftrags tatsächlich benötigt. Diese Frage muss ohne Scheuklappen geprüft, diskutiert und beantwortet werden - und zwar von der Politik und nicht erst höchstrichterlich.
SZ: Bei den Generalen im eigenen Haus finden Sie Unterstützung für die Aussetzung der Wehrpflicht. Bei den Parteifreunden nicht. Viele argumentieren, die Wehrpflicht gehöre zum Wesenskern der Union. Teilen Sie diese Sicht?
Guttenberg: CDU und CSU sind die Parteien der Bundeswehr, der äußeren und inneren Sicherheit. Die Bundeswehr ist ganz wesentlich durch die Wehrpflicht geprägt worden. Insofern kann ich nur zu gut nachvollziehen, dass viele in der Union sehr von der Wehrpflicht überzeugt sind - und ich gehöre dazu. Wir müssen uns allerdings einer Abwägung stellen, die wir nicht verschieben können: Schaffen wir eine dauerhaft verfassungsfeste, sicherheitspolitisch begründete Wehrform oder riskieren wir, mit einem unreflektierten "Weiter so" plötzlich alternativlos nicht nur ohne Wehrdienst, sondern auch ohne Zivildienst dazustehen?
SZ: Haben Sie Verständnis für die Ministerpräsidenten, die um Bundeswehrstandorte in ihren Ländern fürchten?
Guttenberg: Diese Befürchtung wäre umso berechtigter, wenn wir die Strukturreform vertrödeln oder ganz vermeiden. So wäre ich zu härtesten, sehr kurzfristigen Maßnahmen gezwungen, damit die Bundeswehr trotz kranker Strukturen überhaupt überlebensfähig ist. Die Bundeswehr wird auch nach der Reform in der Fläche erhalten bleiben. Wir werden jetzt erst über die Struktur entscheiden und nicht vor Mitte nächsten Jahres die Auswirkungen für die Standorte genauer ausgeplant haben.
SZ: Übertreiben wir mit der Feststellung, dass der Bundeswehr ein Umbau in nie gekannter Dimension bevorsteht?
Guttenberg: Es ist sicherlich eine der größten Reformen in ihrer Geschichte. Aber es gibt keine Alternative. Wir haben heute eine Bundeswehr, die veraltete Strukturen hat, dramatisch unterfinanziert ist und den sicherheits- und verteidigungspolitischen Anforderungen so nicht gerecht werden kann. Derzeit scheinen wir bei fast einer Viertelmillion Soldaten bei der Bundeswehr mit 7000 Soldaten in Auslandseinsätzen bereits an unsere Grenzen zu stoßen.
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Von dem vielen Hin und Her scheint mir dieser neue Weg zur Modernisierung der Bundeswehr durchaus einleuchtend. Wenn die Armee vor allem eine weltweit nötige Einsatztruppe sein soll, dann ist dieser Umbau gewiss nötig.
Hinzu kommt, dass die Wehrdienstpflicht in vielen Fällen zu einem gräßlichen Gammeldienst verkommen war. Aussetzen, also die Möglichkeit einer besser organisierten Wehrpflicht einerseits und andrerseits Verbesserung der Ausrüstung und Ausbildung unserer Soldaten für Afghanistan - ist da allemal der bessere Weg
Gerne würde ich Herrn Guttenberg fragen - er bezeichnet sich ja als Christ - wie er es mit dem Frieden schaffen hält. Ein Parteimitglied und ehemaliger Kanzler gab zu Beginn seiner Regierungszeit zum Besten: Frieden schaffen mit immer weniger Waffen ... ; aus damaliger Sicht ein etwas perfider Umgang mit der echten Forderung aller FriedensaktivistInnen: Frieden schaffen ohne Waffen!!
Doch der blaublütige Guttenberg war damals gerade erst 12 und hatte mit solchen Tendenzen nichts am Hut. Stattdessen genoss er eine adelige, leider mutterlose Erziehung und schwingt sich heute zum großen Reformer einer Bundeswehr auf, die er der Christ! gerne international operieren sähe. Wie armseelig ist das. Herr Guttenberg, bitte sehen Sie endlich ein, dass dieser - Ihr - Weg eine Sackgasse ist. Die Bundeswehr hat gemäß GG allein die Aufgabe die Landesverteidigung zu sichern. Lassen Sie sich doch bitte nicht in diese gnaden - und sinnlose Logik der USA hineinziehen, man könne mit Waffen regionale Friedensstrukturen schaffen. Gerade die USA sind das beste Beispiel für das Scheitern solcher Logiken. Und, Herr Guttenberg, seien Sie ehrlich mit sich und den Menschen in diesem Land: es geht - wie schon im Irak-Krieg (übrigens mit der gleichen unmenschlichen Logik) nur um die Sicherstellung wirtschaftlicher Interessen westlicher Prägung. Und schliesslich Herr Guttenberg: Wozu brauchen wir ein Verteidigungsminister, wenn wir doch von lauter Freunden umgeben sind. Wäre es nicht an der Zeit, dieses Ministerium abzuschaffen und es zu ersetzen durch ein Friedensministerium mit der Zielstellung gewaltlos bilateral und unilateral zu agieren. Wagen Sie es als Christ - seien Sie ein neuer Ghandi, gehen Sie mit Liebe und Vertrauen einen anderen Weg. Danke!
Er hatte nun die Moeglichkeit in der Sueddetschen zu sprechen,dass ist wenigstens ein Anfang.Das es nun wieder massenhafte Leserbriefe gegen ihn gibt ist auch nicht weiter schlimm,es sind ja immer die selben Schreiber. Nun es gibt Dinge da stehe ich zum Minister auch sehr kritisch,dass sollte auch immer so sein. Das er beschreibt,dass die Bundeswehr heute mit ca.245.000 Mann und Frau gerade mal 7.000 Soldaten fuer Auslandseinsaetze aufbringen kann,da sollte man sich auch fragen,was kann denn dann eine Armee mit ca. 170.00 Soldaten leisten ? Hierauf gibt es keine Antworten,dass waehre aber ein sehr wichtiger Punkt. In Frankreich macht man es so,jeder der das alter der Wehrpflicht erreicht hat besucht eine Veranstalltung der Armee. Dort erklaert man ihnen die Beruflichen Moeglichkeiten und dann kann jeder sagen,ja oder nein,das war dann seine Wehrpflicht. Auch waehre es bei uns moeglich,sich vorher zu entscheiden Bundewehr oder Zivieldienst,das sind die Optionen die es gibt. Auch eine freiwilligen Bundeswehr braucht Geld und Ausruestungen,dass vergessen einige Leute bei der Diskussion. Wer gegen die Bundewehr wie auch immer ist,kann das doch ruhig sagen,er hat die Freiheit dazu,nur sich hinter Worthuelsen zu verstecken ist nicht gerade Mutig.
Wir brauchen eine Berufsarmee, denn wenn jetzt die Wehrpflicht auf 6 Monate verkürzt wird, wie soll das mit dem Einsatz in Afghanistan gehen...??
Auch die Ausrüstung, sparen hin, sparen her - Sichereheit für Leib und Leben geht vor..
AUch die Strukturen der Bundeswehr sollten modifiziert werden - es gibt zu lange Dienstwege und Bürokratie, ich glaube kaum, das die Führung Ahnung hat, wie es der Basis - kurz Fundament der Bundeswehr so geht und was die vorragisten Probleme sind - auch wenn Königshaus gut für die Truppe ist und kein Blatt vor den Mund nimmt, Guttenberg und Königshaus sollten sich hinsetzen und die Mängelliste nach Möglichkeiten durchforsten, schon kleine Dinge die geändert werden können, können manchmal grosse Erleichterung schaffen.
Guttenberg wollte doch schon immer eine Berufsarmee.Das Sparprogramm zeigt es doch!Dann kann man endlich auch in Deutschland putschen!
Paging