Ein Killerkommando hat in Dubai einen Hamas-Führer kaltblütig ermordet. Experten sehen die Handschrift des israelischen Geheimdiensts.
Das Opfer sieht man gegen 20:30 Uhr zum letzten Mal, da schlendert Mahmud al-Mabhuh aus dem Aufzug im Al-Bustan-Rotana-Hotel in Dubai. Er trägt Jackett, kariertes Hemd und eine Plastiktüte in der Hand. Dann verschwindet er in seinem Hotelzimmer.
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Die Sicherheitsbehörden in Dubai hatten leichtes Spiel: Täter und Opfer wurden ständig von Überwachungskameras gefilmt. (© Foto: Reuters)
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Dort, so haben es die Ermittler rekonstruiert, wird al-Mabhuh zunächst wohl mit einem Elektroschock-Gerät niedergestreckt und dann mit einem Kissen erstickt. Weil längere Zeit niemand ans Telefon geht, brechen Hotelangestellte schließlich am nächsten Tag seine Zimmertür auf. Die Tür ist innen mit der Kette gesichert.
Al-Mabhuh ist tot. Zunächst vermutet man Bluthochdruck, später stellt sich heraus, dass der 48-Jährige keines natürlichen Todes starb. Ein mindestens elfköpfiges Team hat den hochrangigen Führer der radikalislamischen palästinensischen Hamas ermordet. Es waren Profis am Werk.
Angst um den Ruf der Glitzerwelt
Allem Anschein nach handelt es sich um eine jener Verschwörungen, für die der Nahe Osten schon immer eine besonders geeignete Bühne war. Vieles deutet darauf hin, dass die Täter für den israelischen Geheimdienst Mossad arbeiteten, aber sie könnten auch aus den Reihen der Hamas selbst stammen oder gar aus der palästinensischen Fatah, die mit der Hamas verfeindet ist.
Die Sicherheitsbehörden in Dubai rühmen sich, nur 24 Stunden gebraucht zu haben, um die Tat aufzuklären. Sie möchten vermeiden, dass das glitzernde Emirat am Golf mit seinen Luxusbauten in den Ruch gerät, blutige Abrechnungen auch nur zu dulden.
Leichtes Spiel hatten die Ermittler auch deshalb, weil die Täter vom Flughafen über die Hotelhalle bis zum Aufzug ständig von Videokameras gefilmt wurden, und weil die meisten Verdächtigen in örtlichen Hotels eincheckten, wo sie ihre Papiere vorzeigten.
Demnach handelt es sich bei den Tätern um mehrere Briten, Iren, einen Franzosen und einen Deutschen. Insgesamt werden elf Personen mit Namen und Foto gesucht. Die meisten sehen aus, als seien sie nahöstlicher Herkunft. Wie die Polizei ermittelt hat, trafen die ersten Täter etwa 19 Stunden vor der Tat am Flughafen von Dubai ein. Fünf kamen aus Frankfurt, vier aus Zürich, zwei aus Paris, vier aus Rom.
Als das spätere Opfer al-Mabhuh am Nachmittag des 19. Januar um 15:25 Uhr unter falschem Namen in einem Luxushotel eincheckt, sind ihm die Täter schon auf den Fersen. Al-Mabhuh betritt einen Lift, um in sein Zimmer zu fahren, da drängen sich noch schnell zwei Tennisspieler zu ihm in die Kabine. Die Sportler mit ihren weißen Socken, Schirmmützen und Rucksäcken beobachten anschließend auf dem Flur, in welchem Zimmer der Mann absteigt.
Die Kameras halten auch fest, dass einer der Verfolger anschließend offenbar die Zimmernummer an die übrigen Teammitglieder weitergibt, während sein Komplize in der Empfangshalle steht, mit dem Tennisschläger in der Hand, und Wasser aus einer Plastikflasche trinkt. Der lakonische Kommentar der Polizei: "Das Teammitglied beobachtet die Lage."
Die Auswertung der Telefonate hat ergeben, dass sich die Täter in Dubai nie direkt anriefen. Der Kontakt lief stets über eine österreichische Nummer, von dort erhielten sie ihre Informationen und Kommandos. "Es wird vermutet, dass dies eine Art Kommandozentrum war", bemerkt die Polizei.
Ungewöhnliche Passnummer
Die Verdächtigen wussten offenbar, dass sie ständig gefilmt wurden: Die angebliche irische Staatsbürgerin Gail Folliard trägt lange rote Haare, die sie später unter einer dunklen Perücke verbirgt. Einmal grinst sie im Hotelflur verächtlich in eine Überwachungskamera.
Der Mann mit den deutschen Papieren nennt sich Michael Bodenheimer; er kam aus Frankfurt und reiste drei Stunden nach der Tat nach Hongkong. Man muss bei einem solch professionellen Kommando davon ausgehen, dass alle Beteiligten falsche Papiere und Namen benutzten. Zu Bodenheimer geben die Behörden in Dubai die Passnummer 74812 an, was für deutsche Papiere ungewöhnlich kurz ist.
Der Aufwand der Operation deutet jedenfalls darauf hin, dass ein erprobter Geheimdienst mit erheblichen finanziellen Ressourcen die Täter zumindest unterstützt hat. Sicherheitsexperten sehen in der Aktion deutlich die Handschrift des Mossad und gehen davon aus, dass alle Täter israelische Staatsbürger sind. Ein Bruderkampf unter Palästinensern wäre demnach unwahrscheinlich.
Der Fall erinnert an eine jüngere Aktion des US-Geheimdienstes CIA in Mailand; dort beobachtete ein ganzes Agententeam einen muslimischen Geistlichen und entführte ihn, tötete ihn aber nicht. Die italienische Justiz hat den Fall bis ins Detail aufgeklärt, auch anhand der Telefon- und Kreditkartenspuren der Amerikaner. Allerdings wurden die Täter von den USA nie an Italien ausgeliefert. Auch im Fall Dubai dürften die Beteiligten kaum zu fassen sein.
Der Palästinenser al-Mabhuh, der ein Waffenschmuggler sein soll, ist jedenfalls verloren, als seine Verfolger sein Zimmer ausfindig gemacht haben. Um 15:53 Uhr meldet sich einer von ihnen, der in einem anderen Hotel abgestiegen ist, in dem Luxushotel al-Bustan und mietet das Zimmer 237 - das Zimmer, das dem Zimmer des späteren Opfers genau gegenüberliegt.
"Hinrichtungsteams" im Hotel
Bis zum Abend wird eine Kamera auf dem Flur immer wieder aufzeichnen, wie bei Nummer 237 Leute ein- und ausgehen. Bis zum frühen Abend werden zwei - von der Polizei so genannte - "Hinrichtungsteams" im Hotel eintreffen.
Gegen halb neun kehrt der Palästinenser al-Mabhuh ins Hotel zurück. Unklar ist, wie die Täter in sein Zimmer gelangten, sie können das elektronische Schloss manipuliert oder einfach angeklopft haben. Später filmen Kameras, wie ein "Hinrichtungsteam" das Hotel verlässt - man sieht zwei bullige Typen, lässig gekleidet, einer mit Strandtasche. Die Täter verlassen das Land binnen Stunden, fliegen nach Paris, Zürich, Frankfurt, Südafrika oder Hongkong.
Dubai hat gegen elf der Täter internationale Haftbefehle erlassen, auch das Bundeskriminalamt ist eingeschaltet. Inzwischen sollen zwei Palästinenser von Jordanien an Dubai ausgeliefert worden sein. Der Bruder des Toten bleibt aber dabei: Täter könne nur der Mossad sein.
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(SZ vom 17.02.2010/liv)
Kanzlerin Merkel und die Macht
Vielleicht lesen Sie, was heute
- sogar SPIEGEL Online
und
- HAARETZ -gleich 2 Artikel-
dazu berichten.
Bei denen scheint es kaum Zweifel zu geben an der -vorzüglich zu dieser staatlichen Terrororganisation passenden- Täterschaft des MOSSAD!
Sollten die zwei Jordanier wirklich involviert sein, dann spricht dies gegen eine Beteiligung des M 0 $$ ad. Außerdem sprechen die europäischen Pässe ist r@ helischer Herkunft gegen dessen Beteiligung. Denn diese hinterlassen eine direkte Spur nach Ist r@hel. Außerdem hat Ist r@hel hierdurch Probleme mit den wirklichen Inhabern der Passidentitäten, die allesamt in Ist rahel real leben, bekommen. Zur Vermeidung dieser voraussehbaren Probleme arbeitet der M0$$ad daher stets nur mit Identitäten von Menschen außerhalb Ist rahels oder mit fiktiven Identitäten. Nur ein kleinerer, schlecht ausgerüsteter Geheimdienst oder eine sonstige Gruppe hat es nötig, Identitäten von real existierenden Menschen zu benutzen. Für eine Beteiligung des M 0$$ ad spricht hingegen, dass Istr@hel ein Interesse an der Er m0r dung hätte. Allerdings sind sie nicht die einzigen, die eines haben.
Nach alledem komme ich im Gegensatz zu den etlichen Alleswissern hier zu dem Ergebnis, dass völlig unklar ist, ob der M 0 $$ ad an der Aktion beteiligt ist oder nicht.
Bleibt zu sagen, dass ich für das Opfer keine einzige Träne vergieße, sofern er tatsächlich ein VV@ffenschieber und bekennender M0 er der sein sollte.
Die noch lebenden "Kollegen" von Mabhub wissen nun noch besser um den langen Arm des Mossad,daß dieser Hamas und Konsorten tief infiltiert hat.Dies schränkt deren Fähigkeit zu agieren weiter ein,sie können nie wissen,wer ihnen gerade über die Schulter schaut.Das gilt allgemein als Abschreckung.
In der Zivilisation gelten die Regeln der Zivilisation,in der Wildernis gelten die Regeln der Wildernis.Nahost ist nicht Europa, wer dort überleben will ,muß nach den dort herrschenden Spielregeln "spielen". Was in Europa auf Unverständnis und Ablehnung trifft,wird in Nahost sehr wohl verstanden.Und das soll es ja auch.
Welches Prinzip würden Sie denn vorschlagen? "Auge um Zahn, Zahn um Auge"?
Normalerweise wird ja der Mossad für sehr vieles verantwortlich gemacht, er muss für viele Verschwörungstheorien herhalten. Demnach ist er für die "andere Seite" in diesem Falle erst recht der "Täter". Also - Sie haben es nicht schwer gehabt, jetzt den Mossad zu benennen. Aber - war er es? Sehr wahrscheinlich, könnte man annehmen. Wo die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass er es war, muss natürlich jetzt herausgestellt werden, dass die Sicherheitsinfrastruktur (was ist das genau?) hervorragend ist. Sie sind aber nicht darauf eingegangen, dass man erst nach 9 Tagen den unnatürlichen Tod festgestellt hat. Und - dies vor allen Dingen - Sie stellen fest, dass die Aktion einfach miserabel durchgeführt wurde. Eben - der Mossad, bringt nichts erfolgreich auf die Beine. Wenn man Ihre Bemerkung liest und kennt die Berichterstattung dieses Vorfalls nicht, müsste man annehmen, dieses ehrenwerte Hamasmitglied lebt noch und alle Tatverdächtigen sind noch in Dubai festgenommen worden. Aber - Ibn Khaldoun - das Team hat seinen Auftrag "erfolgreich" beendet, sind auf Nimmerwiedersehen verschwunden, weil ihre Identität niemals bekannt werden wird. Mein Resumee zu Ihrem Kommentar: In arabischen Ländern muss der Mossad oft genug für etwas herhalten, was er nicht "veranstaltet" hat. Als Beispiel hat der Vater des Mohamed Atta als erste Reaktion verlautbaren lassen, dass der 9/11 vom Mossad geplant war und ausgeführt wurde. Jetzt, wo man annehmen könnte, dass der Mossad dahinter steckt, hat er die Tat nach Ihrer Meinung miserabel (?) ausgeführt. Ihnen kann man wohl schwer etwas "recht" machen.
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