Thilo Sarrazin spürt den Rückenwind und gibt sich weiterhin kämpferisch. Über die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihm sagte Sarrazin im Spiegel, "Na, was glauben Sie, wie viele tausend Briefe und E-Mails von CDU- Anhängern in ihre Parteizentrale geschickt worden sind. Da spürt sie: Hier bricht was auf, was schwer zu beherrschen ist. Deshalb kommt es zum Kesseltreiben. Daraus erkenne ich immerhin: Man traut meinen Gedanken einige Sprengkraft zu. Interessanterweise höre ich aus der CSU kaum negative Kommentare, die sind gewöhnlich auch näher an der Basis."
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Sarrazin denkt nicht daran, eine eigene Partei zu gründen. Die SPD will Sarrazin nicht verlassen. Auch einige Größen der Sozialdemokratie signalisierten ihm, dass sie einen Partei-Ausschluss für ganz falsch hielten. Seine Aussagen bereut Sarrazin nicht.
Reform bei der Berufung von Bundesbank-Vorständen?
Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach lehnt derweil neue Regeln bei der Berufung von Bundesbank-Vorständen als Folge des Streits um Thilo Sarrazin ab. Der Fall Sarrazin sei kein Grund, das bisherige Berufungsverfahren grundsätzlich infrage zu stellen, sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag der Frankfurter Rundschau. Der CDU-Politiker rief allerdings die Politik dazu auf, ihr Vorschlagsrecht künftig mit mehr Verantwortungsbewusstsein auszuüben. "Man darf dieses Recht nicht dazu missbrauchen, unbequeme Amtsinhaber abzuschieben und auf einen anderen Posten zu setzen."
Und die Causa Sarrazin dürfte auch in den nächsten Wochen unbequem bleiben. Der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim sagt in der ARD, da das genaue Prozedere nicht geregelt sei, müssten für eine rechtswirksame Entlassung alle diejenigen beteiligt werden, die auch bei der Ernennung mitgewirkt haben. "Die Bundesregierung kann sich, so ist meine Rechtsauffassung, nicht aus dem Verfahren und der Verantwortung heraus stehlen. Sie muss offiziell zusammen mit dem Bundesrat einen Antrag stellen."
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(sueddeutsche.de/dpa/ap/dgr/cgr)
"Die öffentliche Reaktion auf Sarrazin zeigt, dass wir noch offensiver über Probleme und Erfolge in der Integration reden müssen."
Glaubt sie denn, ihr Geschwafel würde uns den Verstand rauben können?
der Wahnsinn hat Methode..
Sarrazin denkt wie die Sponsoren der amerikanischen Vorgänger, auf die sich Rindermann und Konsorten berufen... h.t.t.p://en.wikipedia.org/wiki/Pioneer_Fund
Als ein eher konservatives Parteimitglied erlaube ich mir die Freiheit und das Wort, eine offene Bitte an meine Partei- und Bundesvorsitzende, zurzeit im Amt des Bundeskanzlers, zu richten. Sie möge sich mit freundlichen Empfehlungen und voreiligen Werturteilen, bezüglich anderer Personen des öffentlichen Lebens, doch bitte zurückhaltender äußern.
Sei es, wie unlängst geschehen, durch ihre völlig überzogene Kritik an Papst Benedikt XVI., immerhin Staatsoberhaupt eines befreundeten Staates, oder wie jüngst geschehen, über Herrn Dr. Sarrazin mit der Empfehlung an die unabhängige Institution, Deutsche Bundesbank, das Vorstandsmitglied Sarrazin quasi mit Berufsverbot zu sanktionieren. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens unser Staatsoberhaupt, letztlich souverän und klug sein Urteil fällt, obwohl noch in guter Erinnerung ist, wer ihn so leidenschaftlich protegiert hat.
Fakt ist: Die Existenz auf das Grundrecht der freien Meinungsäußerung (GG Artikel 5). Der Straftatbestand der Volksverhetzung (StGB §130), wonach beleidigende und diffamierende Äußerungen strafrechtlich verfolgt und geahndet werden.
Herr Dr. Sarrazin hat seine dummen Aussagen, bezüglich seiner abstrusen, erbbiologischen Theorien öffentlich widerrufen und dafür in aller Form um Entschuldigung gebeten. Diese seien in der Hitze der Debatte voreilig, als ein abwegiges Beispiel genannt worden, wobei er sich rhetorisch wie intellektuell leider völlig vergaloppiert habe. Punkt.
Abschließend stellt sich mir die Frage: In welchem Land leben wir eigentlich, wenn mangels einer degenerierten Streitkultur unser Selbstwertgefühl dermaßen leidet, dass folglich auch provokante Thesen nicht mehr kontrovers debattiert werden dürfen?
Demokratie ist ein Geschenk, das wir achten und schätzen sollten. Und bisweilen auch aushalten müssen, ebenso wie die Achtung vor der persönlichen Integrität eines Michel Friedmann. Es ist absurd und wenig sinnreich, den Stauffenberg`s respektvoll zu gedenken, zeitgleich aber die Querdenker und "Widerstandskämpfer" unserer Zeit, moralisch an die Wand zu stellen.