In Norbert Röttgen, Ursula von der Leyen und Karl-Theodor zu Guttenberg besitzt die Union drei Politiker neuen Schlages: Sie stehen nicht für alte Seilschaften und haben keine Angst vor Konflikten.
Man sollte es mit Parallelen nicht übertreiben; manchmal aber sind sie frappierend. Der Erfolg von Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei der CDU-Mitgliederbefragung in Nordrhein-Westfalen ähnelt auf bemerkenswerte Weise dem Aufstieg von Angela Merkel. Obwohl die komplette Funktionärsschicht in Land und Bund Röttgens Gegner Armin Laschet unterstützte, hat sich die Mehrheit des Parteivolks für ihn entschieden. Nicht viel anders war das im Frühjahr 2000. Damals hätten die meisten CDU-Funktionäre Merkel als Parteivorsitzende gerne verhindert. Doch die Basis votierte anders. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Funktionärsschicht der Christdemokraten - und sagt ziemlich viel aus über den Instinkt der sogenannten einfachen Mitglieder.
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Ursula von der Leyen, Norbert Röttgen und Karl-Theodor zu Guttenberg machen Politik, ohne dem Volk nach dem Mund zu reden. (© dpa)
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Die Verlierer in Land und Bund sollten deshalb nicht weiter darüber spekulieren, ob die zusätzliche Belastung Röttgen überfordern könnte. Sie sollten sich selbst fragen, ob ihr Sensorium für das, was die Menschen sich von der Politik erhoffen, nicht dringend überprüft werden müsste.
Die CDU-Mitglieder an Rhein und Ruhr wollen eben nicht jemanden, der einfach mehr als andere für sie da ist. Sie wollen in ihrer Mehrzahl jemanden, der Mut hat, der auch mal gegen das Establishment antritt und der deutlich besser erklären kann, was er sich unter einer modernen und zugleich christlich geprägten CDU-Politik vorstellt. Nicht parteipolitische Gemütlichkeit war gefragt, sondern ein echter gestalterischer Anspruch.
Das bedeutet keineswegs, dass Röttgen mit einem Schlag der mächtigste Mann in der CDU ist, nur weil er künftig den mächtigsten Landesverband anführt. Allein Zahlenfetischisten können das wirklich glauben. Mächtig wird Röttgen erst sein, wenn er bewiesen hat, dass seine Partei mit ihm Erfolg hat. Bis dahin, also bis zur nächsten Landtagswahl, ist der Großteil seines neuen Einflusses geliehen. Und alle Spekulationen über die Frage, wer nun der Kronkronprinz unter Angela Merkels Kronprinzen sein wird, sind ziemlich überflüssig.
Viel wichtiger ist, dass sich mit Röttgens Erfolg das Gesicht der Union binnen kurzer Zeit dramatisch verändert hat. Als vor wenigen Monaten Roland Koch, Günther Oettinger, Christian Wulff und Ole von Beust, sie alle prägende Personen, ihre Ämter in der Partei aufgaben, hieß es, Merkel sei allein zu Hause.
Das ist Geschichte, und zwar auf bemerkenswerte Weise. Denn in Ursula von der Leyen, Karl-Theodor zu Guttenberg und eben Norbert Röttgen prägen Politiker eines neuen Schlages das Gesicht der Union. Alle drei stehen weniger für alte Seilschaften oder die Fähigkeit, dem Volk nach dem Munde zu reden. Ihr Erfolg beruht darauf, dass sie Konflikte durchgefochten haben.
Damit werfen alle drei ein Schlaglicht auf das, was viele Menschen bei Angela Merkel lange vermisst haben: Die Bereitschaft zum Kämpfen. Die Geschmeidigkeit hat an Bedeutung verloren. Und das ist ein gutes Zeichen.
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(SZ vom 03.11.2010/jab)
Ja, kämpfen für die eigene Karriere... die interessiert das Wahlvolk doch höchstens für die Simme...
"Ursula von der Leyen, Norbert Röttgen und Karl-Theodor zu Guttenberg machen Politik, ohne dem Volk nach dem Mund zu reden."
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Ist ja auch deshalb ganz leicht, weil man sich an ihrer Stelle nie über kritische Themen dezidiert äußern muss.
Aber man könnte, wenn man wollte ...
Wenn man sich trotzdem raushält, ist man dann nicht feige ?
... die du wirst gewesen sein in der Waschmaschine (der Monstermangel jener kleinbürgerlichen Kohlismo-Schredder-Murkelokratie), gerufen werde der Name deiner drei-gar-nicht-faltigen Nachfolger, der da heißt Freifrau Urs Nobbilia Cheryl-Theodora Leyin von der Gutten zu Röttgenberg in Hodenloden.
Dein Reich wird (dank Bismarcks Fürstenwappen "In trinitate robur" - mit der Umschrift "Wie gut, daß es Stephanie gibt") sich fügen dem Triumvivatregnum der bestaussehenden Sympathieschrapper von Geblüt, dein Wille zur finalen Selbst-Verkürbissung in Suppenform (Apocolocyntosis - is se neckisch, newa?) wird nicht zu umgehen sein, wie im Kabinett der Frühverlesenen vom strebenden Hochgewächs also auch im Spätherbst der Mißvergnügten zwischen Dystonie und Dehorstification.
Unsern täglichen Trisecco Marke Frißnetabberschlabber gib uns dann reichlich in Bunter Gala, wie wir dir kaum verzeihen den Aufzug des frechen Dreigestirns, als da sein wird auf dem Rücken des munter wiehernden Junghengstes von Gestüt Röttgen "Muttis Bester" (Typ Apfelschorle - Herr Ober, das Pferd hat Zucker) die ursulblonde Lady Godiva, bloß umwallt von ihren 5-Euro-Hartz-Strähnen, britannische Königstochter mit Welfenblick, dahinter ihre 11000 akademischen Jungfrauen (dazu bestimmt, den rot-grünen Hunnen zum köstlichen Martyrium anheimzufallen), während über ihren Köpfen The Bloody Black Baron of Germany is rollin' up the score (30, 40, 50 percent or more) in seinem Doppeldecker "Hindukusch" den tiefschwarzen Himmel out of Oberfranken stürmt.
Und führe uns nicht in Versuchung, das Rentenalter für überambitionierte Politessen und Polikraten auf 37 herabzusetzen, sondern erlöse uns von Schwarz-Gelb-Totalituten außerhalb des ballborussischen Spielfeldes (sonst kommt der symbadische Spätrevoluzzer Kloppo mit der Rautenrute).
Denn dein ist noch das Amt fürs Abmeiern der allzu Strebsamen und die Kraft to be on the spending spree und die Herrlichkeit des spannungsgeladenen Hosenanzugs, nicht zu vergessen die Trininetiquette (MerkeL: Drei selbviert sind drei zu viel).
Anders wäre besser - aber Helmut der Königsmacher von der Alster wird wohl umsonst zu den Stones predigen. Denn: Was ist grün und stinkt nach Fisch - Werder Trittinesien. Kühn vor den Ast gestellt, wählt das Volk (leider, leider) ...
Achtung Satire! Künftige Spreebogen-Häuptlinge "können nur bis auf 3 zählen" (G. Chr. Lichtenberg, Aus den Sudelbüchern)
Herr z. Guttenberg: Politisch agiert er frei, das ist richtig, aber Adel verpflichtet!! Hier findet sich eine sehr interessante Seilschaft im Hintergrund.
Herr Röttgen? Da kann ich nichts dazu sagen, er ist absolut farblos.
Fr. v. d. Leyen: Albrechts Tochter. Sicher da sind Seilschaften vollkommen unmöglich!! Frau F.d. L. hätte alles auch ohne Papa geschafft.
Fazit: Ich befürchte der Verfasser glaubt selbst nicht, was er da schreibt.
Irgendwie geht es in dem Artikel nur um die CDU/CSU, oder irre ich mich?
Paging