Bundestagswahl SPD fällt auf 20 Prozent

Wahlplakate werben um die Stimmen der Wähler bei der Bundestagswahl.

(Foto: dpa)
  • Laut einer Umfrage von Infratest dimap stürzt die Zustimmung zur SPD auf einen Tiefststand von 20 Prozent.
  • Rechnerisch möglich wären demnach eine große Koalition oder eine sogenannte Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen.
  • Die Umfragewerte bilden nur die politische Stimmung ab und stellen keine Prognose dar.

Zehn Tage vor der Bundestagswahl hat die SPD weiter an Zustimmung verloren. Im am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap büßten die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 20 Prozent ein. Die Union blieb bei 37 Prozent.

Drittstärkste Fraktion würde demnach die AfD, wenn bereits am kommenden Sonntag und nicht erst am 24. September Bundestagswahl wäre: Sie gewann einen Punkt auf zwölf Prozent hinzu. Die FDP legte um einen halben Prozentpunkt auf 9,5 Prozent zu, während die Linke einen Punkt auf neun Prozent verlor. Die Grünen büßten einen halben Punkt ein und lägen demnach bei 7,5 Prozent.

Koalitionen

Auf der Grundlage der Umfragewerte, die nur die politische Stimmung abbilden und keine Prognose darstellen, wäre eine große Koalition aus Union und SPD das einzige mögliche Zweierbündnis, bei dem es für eine Regierungsmehrheit reichen würde. Eine rechnerische Mehrheit hätte zudem eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen.

Der Umfrage zufolge sind Unions- und SPD-Anhänger gespalten, wenn es um künftige Koalitionen geht. Bei einer Entscheidung zwischen einer großen Koalition und einem Jamaika-Bündnis nach der Wahl würden sich demnach 45 Prozent der Unions-Anhänger für ein erneutes Bündnis mit der SPD entscheiden, während 46 Prozent für Jamaika wären. Bei den SPD-Anhängern wäre eine knappe Mehrheit von 50 Prozent für eine Koalition mit der Union, während 46 Prozent für den Gang in die Opposition vorziehen würden.

Zustimmung zu Angela Merkel

Bei einer Direktwahl der Bundeskanzlerin käme Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) der Umfrage zufolge auf 51 Prozent, und damit auf drei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) verlor einen Punkt auf 25 Prozent.

Nur für 57 Prozent aller Wahlberechtigten steht der Erhebung zufolge ihre Wahlentscheidung bereits fest. Für die Umfrage wurden laut Infratest dimap von Dienstag bis Mittwoch 1003 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

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