Wer schützt uns vor dem Verfassungsschutz? Nach der Enttarnung der Zwickauer Neonazi-Zelle wollen Abgeordnete die Mordserie von einem Sonderermittler püfen lassen. Die Parlamentarier erwarten "schonungslose Berichte" der Sicherheitsbehörden, andernfalls drohe aus einer Vertrauens- eine Staatskrise zu werden.
Der Bundestag wird die mutmaßliche Mordserie der Zwickauer Neonazi-Gruppe möglicherweise durch einen oder mehrere Sonderermittler untersuchen lassen. In den Spitzen von Regierungs- und Oppositionsfraktionen wird nach Informationen der Süddeutschen Zeitung erwogen, etwa das für die Geheimdienst-Aufsicht zuständige Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) mit einem solchen Sonderauftrag zu betreuen.
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Das Entsetzen über die rechtsterroristische Mordserie hält Neonazis nicht von ihren martialischen Aufmärschen ab: Am vergangenen Freitag zogen Rechtsextremisten durch Seelow zur deutschen Kriegsgräberstätte. (© dapd)
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Aus der Unionsfraktion verlautete, der Sonderermittler solle sicherstellen, dass sämtliche Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden ans Tageslicht kämen und nichts im Dunkeln bleibe. Er solle möglichst Zugang zu allen Erkenntnissen der Polizei und Geheimdienstbehörden in Bund und Ländern erhalten, nicht aber parallel zum Bundeskriminalamt konkrete polizeiliche Untersuchungen anstellen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der auch Chef des PKGr ist, zeigte sich offen für eine solche Untersuchung auch auf Bundesebene. Zwar gebe es auch in Thüringen eine Sonderermittlungsgruppe. Aber der Bundestag brauche ebenfalls eigene Erkenntnisse, auch für Diskussionen über Konsequenzen aus dem Skandal um die lange nicht als rechtsextreme Terrortaten erkannte Mordserie.
Parteipolitische Konkurrenz soll zurückstehen
Ein Sonderermittler des Bundestages dürfte am Dienstag auch Thema eines Treffens der Vorsitzenden aller im Bundestag vertretenen Parteien und Fraktionen sein. Dort wollen Union, FDP, SPD, Grüne und Linke auch über einen gemeinsamen Entschließungsantrag gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass im Bundestag beraten.
Dabei soll auch über eine gemeinsam mit Vereinen und Organisationen getragene Anzeigenkampagne gesprochen werden. Grundlage dafür ist ein Anzeigentext, den SPD und Grüne zusammen mit Gewerkschaften, Migranten-Gruppen, dem Zentralrat der Juden und anderen Verbänden entworfen haben. In den Spitzen von Union und SPD hieß es, man sei bereit, gemeinsam zu agieren, parteipolitische Konkurrenz dürfe im Kampf gegen Rechtsextremismus keine Rolle spielen.
In dem Entwurf für die Anzeige heißt es: "Wir sind beschämt, dass unser Staat ihnen (den Mordopfern) keinen Schutz vor diesen terroristischen Verbrechern geboten hat." Rechtsextreme, Rassisten und verfassungsfeindliche Parteien hätten im demokratischen Deutschland keinen Platz. Verlangt wird auch eine "Geste des Staates", die deutlich mache, dass das ganze Land die Trauer der Angehörigen teile. Bundestag und Bundesregierung denken inzwischen über eine gemeinsame Gedenkfeier nach. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) kündigte im Tagesspiegel eine solche Veranstaltung an, nannte aber noch keine Details. Man will Rücksicht nehmen auf Wünsche und Erwartungen der Angehörigen der zehn Toten, die Bundespräsident Christian Wulff Mitte der Woche empfangen will.
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Als Nachtrag und Beleg für die erste Behauptung:
"Durch einen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) war bereits am Montag, den 14. November, bekannt geworden, dass der Verfassungsschutz-Mitarbeiter während des Mordes an Halit Yozgat entgegen seiner Behauptung tatsächlich anwesend war."
Quelle:
http://www.hintergrund.de/politik/inland/
Der beim letzten Mord des Trios anwesende Verfassungsschützer aus Hessen ist einer der dubiosesten Gestalten in dem ganzen Fall. Zuerst behauptet er, dass er den Internetladen vor dem Mord verlassen hat. Dann ändert er seine Aussage, dass er währenddessen doch dort anwesend war. Verdächtiger kann man sich wohl gar nicht mehr machen.
Einmal heißt es, das er vom Dienst suspendiert wurde:
http://www.hr-online.de/website/rubriken/nachrichten/indexhessen34938.jsp?rubrik=36086&key=standard_document_43140608
V. Bouffier macht dazu eine andere Aussage:
"Warum haben Sie die Versetzung dann verfügt?
Die Frage war: Macht es noch Sinn, einen Mitarbeiter im Verfassungsschutz zu haben, der bundesweit bekannt ist? Sicherlich nicht. Es musste deshalb für den Beamten eine andere Verwendung gefunden werden. Diese gab es dann beim Regierungspräsidium."
Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/volker-bouffier-wir-duerfen-nicht-nachlassen-11534189.html
Ein Verdächtiger wird aus der Schusslinie genommen und vom Innenminister zum Regierungspräsidium 'hinfortgelobt'. Der Nachfolger Bouffiers reagiert aggressiv auf Anfragen:
"Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) kritisierte das Vorgehen der Bundesanwälte laut FAZ als "feindlichen Akt". Laut Bild am Sonntag war auch Rhein von dem Besuch der Staatsanwälte überrascht worden."
Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/rechtsextremismus-neonazis-bekaempfung-ermittlung
Die damalige Untersuchung erwies, dass besagter "Verfassungschützer" rechtsextremes Material in seiner Wohnung hatte. In seiner Heimat wurde er "kleiner Adolf" genannt. Trotzdem wurde er nicht weiter verdächtigt. Jetzt als neuerlich nachgeforscht wurde, hat er sich wiedersprochen. Dass damals ordentlich gegen ihn ermittelt wurde ist wohl nichts anderes als eine Schutzbehauptung.
BILD (!?) behautet, dass die Untersuchung dessen Mobiltelefon folgendes ergeben hat:
"in der Nähe bei sechs Morden in der Nähe des Tatortes war. Das hatte ein von der Polizei erstelltes Bewegungsprofil ergeben.
Die Daten sind mittlerweile vernichtet. Auch seine Stechkarten zur Arbeitszeiterfassung sind inzwischen verschwunden. "
Quelle:
http://www.bild.de/news/inland/nsu/waffen-gefunden-kleiner-adolf-21070106.bild.html
Also wenn diese Person nicht sofort festgenommen wird dann stimmt etwas nicht mehr in diesem Land.
Allein das jemand mit rechtsextremer Gesinnung beim Verfassungsschutz festangestellt arbeiten darf ist
diesem Beitrag ist nichts hinzuzufügen, es ist die Politik und die Justiz die dahinter steht.
Allein der Skandal um die Freisprechung von Althaus, in einem Kaff in Österreich, zu unbekannter Zeit, ohne Informtion der Öffentlichkeit von einem Richter, der sekundenschnell zu Stelle war.
Ich sage einmal, das ist Willkür und Putin hätte sowas nicht geschafft.
Siehe Sko... Prozess
Der Berliner Tagesspiegel berichtet: "Deutschland soll für „jeden Tropfen Blut“, der durch die Taten rassistischer Terroristen vergossen wurde, Rechenschaft ablegen. Das fordert der türkische Außenminister. Die acht getöteten Türken seien „Märtyrer“, sagt er. „Sie wurden ermordet, weil sie Türken waren.“
Ob die ermordeten türkischen Bürger, die das Leben in Deutschland dem Leben in der Türkei vorzogen, einverstanden wären mit dieser Rhetorik und mit der respektlosen Instrumentalisierung durch nationalistische Politiker in ihrer Heimat ? Wir können sie leider nicht mehr fragen - ich glaube es aber nicht.
Opferentschädigung, öffentlich bekanntem Beunruhigtsein, Anlegen einer neuen Datenbank - die man natürlich auch gegen Linke zu nutzen gedenkt – und wohlfeiler Betroffenheitsprostitution fällt unseren Politschranzen nichts ein!
Das lässt in der Tat vermuten, dass der braune Sumpf bis in die höchsten Kreise reicht. Wie schön! Bisher habe ich nur Wirtschaftsfaschismus aus Geldgier vermutet, aber so?
Und wieder wird gelogen, dass es einen Hund graust:
Zitat http://www.tagesschau.de/inland/rechtsterrorfragen100.html
„Nach aktuellem Stand der Rechtsmedizin hätten sich beide je selbst mit Langwaffen getötet, teilte Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU) mit“
Zitatende.
Langwaffen sind Gewehre – nur leider hat man keine solchen in der ausgebrannten Wohnung gefunden. Ich bleibe bei meiner These: Mord durch Verfassungsschutz unter Mitwisserschaft des Innenministeriums! Zur Vertuschung der Neonazi-Affinität von Verfassungsschutz und Politik.
Noch nicht einmal eine Hausdurchsuchung hat es bei den Schlapphüten gegeben. Jetzt hat auch noch der MAD zur Spurenverwischung der Rechtsradikalen beigetragen. Und wieder – Verdunkelungsgefahr – geschieht NICHTS!
Stattdessen werden „Schonungslose Berichte“ eingefordert – ich höre die Nazis und Verfassungsschützer schon vor Angst aufheulen und mit den Zähnen klappern.
Ein Sonderermittler „solle möglichst Zugang zu allen Erkenntnissen der Polizei und Geheimdienstbehörden in Bund und Ländern erhalten, nicht aber parallel zum Bundeskriminalamt konkrete polizeiliche Untersuchungen anstellen“.
Wie krank ist das denn?
Nachdem Polizei und Geheimdienst so katastrophal versagt haben, will man sie weiterhin unbelästigt pfuschen lassen? Und was heißt "möglichst Zugang"? Immer noch soll verdecktes Mauscheln erlaubt sein?
Wer so bescheuert ist, zur Bekämpfung der Missstände die sie verursachenden Behörden selbst einzusetzen, der ist intellektuell wohl auch nicht mehr in der Lage, auch nur einen Gedanken jenseits der niedersten Machterhalts- und Postenschacherinstinkte zu produzieren.
Diese Aussage gilt - die Ereignisse belegen dies ohne wenn und aber - für den Großteil unserer Parlamentarier.
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