Spitze in der Union, mickrig bei den Grünen: Die Parlamentarier haben ihre Nebeneinkünfte offengelegt. Was sie wirklich hinzuverdienen, bleibt allerdings unklar.
Der Amtsantritt als Außenminister hatte bei Guido Westerwelle auch Nebenwirkungen. In der vergangenen Legislaturperiode fanden sich unter seinen Nebeneinkünften Dutzende hochdotierte Vortragstätigkeiten sowie Mitgliedschaften in Firmenbeiräten: Referentenhonorare von jeweils mehr als 7000 Euro bei Versicherungen, Hoteliers, Handelskonzernen und Banken, Vergütungen als Aufsichtsrat etwa bei Unternehmensberatern. Als Regierungsmitglied ist Westerwelle dies nun untersagt und so heißt es bei den Einkünften, die er der Bundestagsverwaltung meldet, kurz: "Bundesminister, monatlich, Stufe 3".
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Nebeneinkünfte von mehr als 7000 Euro hatten 67 Abgeordnete der Union und 25 aus der FDP. Bei der SPD waren es 14, bei der Linken drei und bei den Grünen zwei Parlamentarier. (© Foto: dpa)
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Fünf Wochen nach Ablauf der Meldefrist liegen jetzt die Angaben über die Nebeneinkünfte der 622 Parlamentarier vor. Im Lauf der Legislaturperiode hinzukommende müssen sie nachmelden. Generell sind alle Nebentätigkeiten offenzulegen, die mehr als 1000 Euro monatlich oder 10.000 Euro jährlich einbringen. Dazu werden sie in drei Gruppen gegliedert: Stufe eins umfasst einmalige oder regelmäßige monatliche Einkünfte bis 3500 Euro, Stufe zwei bis 7000 Euro und Stufe drei Bezüge von mehr als 7000 Euro. 111 Abgeordnete erzielen den Angaben zufolge Verdienste der dritten Gruppe - 67 aus der Union und 25 aus der FDP. Bei der SPD mit 14, der Linken mit drei und den Grünen mit zwei gibt es dagegen deutlich seltener Einkünfte, die über der 7000 Euro-Marke liegen.
Sehr üppig ist der Hinzuverdienst etwa beim früheren Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Außer den Diäten und einem Gehalt als Berater des familieneigenen Müllerbetriebs sitzt er im Aufsichtsrat der Castellbank, der Münchner Hypothekenbank und im Beirat einer Personalberatung - jeweils mit Bezügen der Stufe drei. Ähnlich ertragsreiche Jobs hat der Koblenzer Michael Fuchs (CDU): Mehrere Beratertätigkeiten stehen neben dem Sitz in Firmengremien, etwa bei der Zürcher AKO Capital und Kienbaum Consultants.
Auch die CDU-Kollegen Wolfgang Bosbach, Heinz Riesenhuber und Frank Steffel, der 2001 bei der Berliner Bürgermeisterwahl Klaus Wowereit unterlag, haben eine Reihe von Einkünften gemeldet. Steffel etwa erhält - außer den Abgeordnetenbezügen von 7668 Euro und 3969 Euro Kostenpauschale - ein Einkommen als Geschäftsführer seines Teppichhandels, verfügt zudem über gut 20 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften und Einkünfte der ersten Stufe im Beirat der Spielbank Berlin.
Unzureichendes Stufen-System
In der FDP führt Ex-Parteichef Wolfgang Gerhardt Beraterverträge auf, etwa einen der Stufe drei vom Bundesverband privater Spielbanken. Beim jüngsten Abgeordneten, dem 23-jährigen Studenten Florian Bernschneider (FDP), ist es hingegen nur die Übernahme der Gebühren für ein Duales Studium durch eine Landesbank. Bei der Opposition hatte zum Beispiel der frühere Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) ein Aufsichtsratsmandat bei Thyssen Krupp zu melden.
Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bei der Rhön-Klinikum AG und Fraktionsvize Joachim Poß bei der RAG Steinkohle haben solche Nebenjobs. Zahlreiche Abgeordnete sitzen außerdem in Beiräten von Sparkassen oder Volksbanken in ihren Wahlkreisen.
Im Jahr 2007 hatten Parlamentarier beim Bundesverfassungsgericht gegen die Offenlegung geklagt, gerade für Selbständige und Anwälte sei die Veröffentlichung von Mandanten-Honoraren unzumutbar. Ohne Erfolg. Dennoch halten Kritiker das Stufen-System für unzureichend. Die Organisation Lobby Control bemängelt, dass die dritte Stufe nicht unterteilt ist. Es sei dadurch nicht ersichtlich, ob ein Abgeordneter etwa mit einem Aufsichtsratsposten 8000 oder 80.000 Euro hinzuverdiene.
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(SZ vom 03.03.2010/jab)
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... gehören genau so behandelt wie die aller anderen im Lande auch. Das heißt, der Nebenjob darf sich nicht mit seinem Hauptberuf überschneiden und der Verdienst wird auf das Einkommen angerechnet. Im übrigen bin ich der Meinung, daß Politiker gar keine Nebenjobs haben dürften. Sie sollen Vollzeit das tun, wofür sie gewählt worden sind. Nach Feierabend sollen sie sich ein bißchen amüsieren, mal ins Kino gehen (auf eigene Kosten), Frau/Mann und Kinderchen glücklich betrachten und herzen und dann früh ins Bett, damit sie fit und erholt sind für ihre Aufgabe. Man sieht doch an der Politik, daß die Herr- und Frauschaften nicht bei der Sache sind, weil abgelenkt von ihren Nebenpöstchen und den Überlegungen, wo und wie man seine Milliönchen anlegt.
Man muss Lobby-Control sehr recht geben, sind doch die Grenzen zur Korruption fließend. Je nach Einstellung, besonders bezogen auf die Stufe 3 des Nebeneinkünftegesetzes ist es wohl objektiv richtig von Lobby arbeit zu sprechen, indem man einigen Parlamentariern eben jene Zusatzeinkommen offeriert, damit die Wünsche per Gesetz durchgesetzt werden. Beispiele gibt es genug. Es gehört bei der Beurteilung jedoch auch dazu, dass man inzwischen regelrecht Lobbyisten in den Ministerien als Abteilungsleiter oder Staatssekretäre sitzen hat. Die Frechheit kennt offenbar keine Grenzen mehr. Somit wird klar, warum die Bundesregierung die UNO - Resolution gegen Bestechlichkeit der Politiker nicht in nationales Recht umgesetzt hat und dies auch nicht tun wird. Der Druck muss also von den Bürgern und den Medien kommen.
Hinzu Verdienst unserer arbeitsamen Politiker ist eine Sache, es stellt sich die Frage wie werden diese Gelder versteuert oder geht das am Fiskus vorbei?
Wenn man die Schweizer so hört, ist es nicht ausgeschlossen das hohe Beamte und Politiker aus Deutschland ihr sauer verdientes Geld nach Lichtenstein Luxemburg oder in die Schweiz transferieren das ist mehr als ein Vollzeitjob.
Da kann doch ein Volk nicht verlangen, das da noch vernünftige Politik gemacht wird also bitte.
Leider sind unsere Politiker nur ihrem Gewissen verpflichtet, haben das Recht Wein zu Saufen und dem Volk Wasser zu Predigen und dann noch einen vom Gürtel erzählen das sind die richtigen.
Ich bin dafür dass eine Reform für die Politische Landschaft ins Leben gerufen wird Politik soll und muss sich wieder Lohnen.
Fordern und Fördern
Kommissionen müssen auch ins Leben gerufen werde, um den Sumpf der Korruptionen in Deutschland still zu legen.
Ich bin dafür dass wir dagegen sind.
Warum? 6,8 Millionen würden diesen Herrschaften Hartz4 mit seinen Hinzuverdienstmöglichkeiten gönnen, dass diese Außerirdischen endlich begreifen um was es geht.
Ein früherer Hartz4 Empfänger.
...wärste halt politiker geworden!!!
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