Auch Buenos Aires wird bombardiert von den Schreckensmeldungen aus Japan, das auf der anderen Seite der Erdkugel liegt. Die Zeitungen, Fernsehsender und Radiokanäle machen seit Tagen mit der Apokalypse aus Tokios Norden auf, dabei sind Argentiniens Medien gerade in diesem Wahlkampfjahr eher innenpolitisch interessiert. So entgeht niemandem, was sich in den Havaristen von Fukushima-1 zuträgt.

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"Biblisch, mich deprimiert das", sagt Lucas Leopoldo, Gemüsehändler im hübschen Viertel Palermo. Man erinnert sich daran, dass Argentinien zwei alte Atomkraftwerke besitzt und ein drittes nach langer Pause fertig baut. Alles sicher, predigen Betreiber und Nuklearkommission. Außerdem gebe es an den Standorten der argentinischen Reaktoren keine Erdbeben und Tsunamis. Berichterstatter jagen derweil nach Argentiniern in Japan, es sind erstaunlich viele. "Wir dürfen nicht auf die Straße, und es gibt keinen Tropfen Benzin", meldet in dem Blatt Clarín ein Adrián Della Rosa, nur 115 Kilometer entfernt von den strahlenden Anlagen und 18.400 Kilometer weit weg von einem sonnigen Nachmittag im Spätsommer von Buenos Aires.

Peter Burghardt, Buenos Aires

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(sueddeutsche.de/mcs)