An diesem Wochenende will Angela Merkel den Atomausstieg beschließen, da veröffentlichen Haushaltspolitiker der Union ein für sie unangenehmes Papier: In der Finanzplanung des Bundes klafft demnach bis 2015 ein Loch von bis zu 100 Milliarden Euro. Allein die Energiewende könnte fast 40 Milliarden Euro kosten. Weil dem Bund das Geld fehlt, warnen sie vor "nicht finanzierbaren Maßnahmen".
In der Finanzplanung des Bundes bis zum Jahr 2015 klafft nach Berechnungen der Unionsfraktion ein Loch von bis zu 100 Milliarden Euro. Allein die Energiewende könnte demnach fast 40 Milliarden Euro kosten. Auch für die Bundeswehrreform, den neuen Euro-Rettungsschirm und weitere Vorhaben fehlt bisher das Geld.
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Mitarbeiter am Brennelemente-Lagerbecken des Kernkraftwerks Krümmel. Der Atomausstieg und die damit einhergehende Energiewende werden den Bund Milliarden kosten. (© dpa)
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"Das Gesamtrisiko von bis zu circa 100 Milliarden Euro im Finanzplanungszeitraum gefährdet die Einhaltung der Schuldenbremse", heißt es in einem Papier der CDU/CSU-Haushaltspolitiker, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Um den Haushalt nicht in Schieflage zu bringen, bleibe der Bundesregierung nichts anderes übrig, als auf "zwar wünschenswerte, letztlich aber nicht finanzierbare Maßnahmen" zu verzichten.
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt die Veröffentlichung der Risiko-Liste zur Unzeit. An diesem Wochenende will sie mit den Spitzen der Koalition den Atomausstieg und Eckpunkte der sogenannten Energiewende beschließen, die einige teure Maßnahmen umfasst. Nach Angaben der Unionshaushälter würde allein der Verzicht auf die Kernbrennstoffsteuer den Haushalt bis 2015 mit 9,2 Milliarden Euro belasten. Das geplante Programm zur Gebäudesanierung könnte bis zu acht Milliarden Euro kosten, eine steuerliche Förderung von Maßnahmen zur Wärmedämmung noch mal so viel. Auch fehlten 4,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten, da der Erlös nicht in den Etat, sondern in den Energie- und Klimafonds der Regierung fließe.
Ein weiterer Kostenfaktor ist der geplante Aufbau eines dauerhaften EU-Krisenvorsorgefonds (ESM). Er wird den Bundeshaushalt bis 2015 mit etwa 22 Milliarden Euro belasten. Die Bundeswehrreform schlägt der Liste zufolge mit vier Milliarden Euro zu Buche, der mögliche Verzicht auf die Finanztransaktionssteuer mit acht Milliarden. Weitere 14 Milliarden Euro könnten durch höhere Zinsausgaben hinzukommen.
Der haushaltspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Norbert Barthle (CDU), warnte davor, "alle Schleusen beim Bundeshaushalt zu öffnen" oder auf Einnahmen, etwa aus der Kernbrennstoffsteuer, zu verzichten. Es gebe trotz steigender Steuereinnahmen keine Verteilungsspielräume. "Ausgabenwünsche im Zusammenhang mit der Energiedebatte müssen dezidiert geprüft und möglichst gegenfinanziert werden", sagte Barthle der SZ. Laut Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird die Neuverschuldung in diesem Jahr zwischen 35 und 40 Milliarden Euro liegen. Obwohl Fraktionschef Volker Kauder am Freitag nochmals für die Abschaffung der Atomsteuer plädierte, zeichnet sich in der Koalition eine Mehrheit für ihre Beibehaltung ab. Nach SZ-Informationen fürchten viele, dass eine Aufgabe der Steuer beim Publikum ähnlich schlecht ankäme wie die Steuersenkung für Hoteliers Anfang 2010.
Unterdessen warnt die Bundesnetzagentur vor Engpässen im Stromnetz, sollten die sieben ältesten AKWs endgültig abgeschaltet werden. Um Blackouts zu verhindern, sollten einige Meiler in Bereitschaft bleiben, sagte Behördenchef Matthias Kurth. Betriebsräte der Atom-Betreiberkonzerne verlangten in einem Appell, die Ausstiegspläne zu überdenken. Dagegen legten sich die Umweltminister der Länder auf eine Stilllegung der sieben Kraftwerke fest, die nach der Reaktorkatastrophe in Japan vom Netz genommen wurden. Der Bund müsse Voraussetzungen schaffen, damit sie "dauerhaft und rechtssicher vom Netz bleiben", sagte Sachsen-Anhalts Umweltminister Onko Aeikens (CDU).
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
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(SZ vom 28.05.2011/jab)
Russland unter Putin
Diese "Berechnung" soll doch wieder nur Angst machen. 2009 waren ganz plötzlich mal eben so 500 Milliarden Euro für die Banken da. Vorher wurde Pendlerpauschale z. B. gekippt (später wieder eingeführt).
Jetzt wird der "Verzicht auf die Finanztransaktionssteuer" mit einberechnet. Eine Steuer, die sowieso nie eingeführt würde, wird in die Berechnung mit aufgenommen????? Ist doch absurd. Kein Kaufmann rechnet so.
Die Brennelementesteuer ist auch jetzt schon nur spärlich, wenn überhaupt geflossen. Durch Tricks konnte sie nämlich immer wieder verschoben werden.
Diese Liste könnte man noch lange fortführen.
Für die Banken sind 500 Mrd da (nur in 2009) und 100 Mrd. Euro über Jahre geplant sind nicht möglich??????
Es kommt halt darauf an, welche Lobby gerade beim Frühstück bei Angie ist.
"Der Staat hat die Atomenergie von 1950 bis heute mit mindestens 203,7 Mrd. Euro gefördert."
"Weitere 76,9 Mrd. €Vorteile entstehen den Unternehmen durch staatlichen Regelungen bei den Rückstellungen und dem Emissionshandel."
"Hinzu kommen zukünftige Förderungen von 99,9 Mrd. Euro, die bereits bsehbar sind."
"Hätten die Betreiber der AKW die vollen Kosten der Aufbauphase selbst tragen müssen, wäre die Technik in Deutschland nie eingeführt worden."
Quelle: http://www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/atomkraft/FS_Subventionen_der_Atomenergie_neu-endf_15okt10.pdf
So gesehen ist die Behauptung, dass Deutschland ein atommonopolwirtschaftlicher Staatskapitalismus ist, eigentlich zu treffen.
Immerhin gehören - nach meinem Kenntnisstand - mehr als 85% aller Aktienanteile dieser Atomenergiemonopolkonzerne weniger als 508 Personen bzw. Gesellschaften in Deutschland.
Wir sollten dieser Klientel- und Privilegiertenregierungspolitik endlich ein Ende machen und dafür sorgen, dass die Interessen der Menschen in diesem Land wieder real vertreten werden und dem heutigen System des Tarnens, Täuschens und Tricksens der sogen. bürgerliche Parteien ein radikales Ende bereitet wird. Und die von den CDU/CSU-Experten ermittelten 40 Milliarden Aus- und Umstiegskosten können ja wohl Problemlos ebenso mit den finanziellen Subventionen und Privilegierungen verrechnet werden wie mit den künftigen Erträgnissen dieser Atomenergiemonopolkonzere.
Dafür haben wir doch wohl eine freiheitlich-demokratische Grundordnung, einen Rechtsstaat und die Möglichkeit, solche Parlamentarier zu wählen, die unsere Interessen, also die Interessen unseres Volkes, vertreten und als Neue Demokratische Politik umsetzen.
Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!