Kein Ärger wegen Israel in der Frankfurter Paulskirche: Alfred Grosser spricht zum Gedenken an die Reichspogromnacht - und die Vertreter des Zentralrats der Juden bleiben sitzen.
Ist doch schön, sagt der Mann, der das alles verursacht hat. Schön, dass alle 900 Plätze der Frankfurter Paulskirche gefüllt sind. Schön, dass so viele Journalisten zu einer sonst nur lokal beachteten Gedenkveranstaltung der Stadt zum 9. November 1938 gekommen sind, wo solche Termine sonst als langweilig gelten.
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Also doch kein Eklat: Dieter Graumann (Mi.) hatte keine größeren Probleme mit der Rede des Publizisten Alfred Grosser (re.). Oberbürgermeisterin Petra Roth(li.) dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein. (© dapd)
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"Kommen Sie wieder", ruft Dieter Graumann vom Marmorpult in den geschichtsgeladenen Rundsaal, was schon ein bisschen frech ist, denn die Journalisten und viele Bürger seiner Heimatstadt sind seinetwegen da. Er, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der in zwei Wochen Präsident werden will, hat gedroht, aufzustehen und zu gehen, sollte der geladene Redner Alfred Grosser allzu hart mit Israel ins Gericht gehen. Sein anderer Vize, Salomon Korn, hat sich dem angeschlossen.
So sitzen also alle da und warten, was Graumann machen wird. Der schaut in die Runde und dann den 85-jährigen jüdischen deutsch-französischen Politologen Grosser an, der immerhin von Graumann gesagt hat, er sei "der Schlimmste", wenn es darum gehe, Kritik an Israels Politik zu verhindern.
Der Gescholtene sagt zu ihm: "Wir stimmen darin überein, dass wir nicht übereinstimmen." Dann aber: "Ein Gedenktag ist kein Spektakel" und kein Ort, "persönliche Befindlichkeiten zu pflegen". Also: "Der Eklat fällt aus." Oberbürgermeisterin Petra Roth dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als Grosser und Graumann sich vor der Feier brav die Hand gaben.
Der Rest ist schnell erzählt: Graumann hält eine Rede, die allgemein als Bewerbungsrede für die anstehende Zentralratswahl empfunden wird: Das Gedenken an den Holocaust sei und bleibe wichtig, die jüdische Community müsse aber heraus aus der Leidensecke, als "trübsinnige Trauergemeinde" habe sie keine Zukunft. Da nickt Grosser, der dann seinerseits erklärt: Menschlichkeit sei, "das Leid der Anderen zu verstehen" das gelte für Israelis wie Palästinenser. Wobei er sich mit Israel zutiefst verbunden fühle, das aber seine Werte verrate, wenn es Menschen schlecht behandle.
Da kann hinterher auch Salomon Korn nur sagen, dass er das völlig in Ordnung findet, und alle kommen überein, dass es irgendwie doch eine würdige Veranstaltung gewesen sei und überhaupt das alles nur in Berlin aufgekocht worden sei, wo die Aufregung, in Frankfurt dagegen die Gelassenheit herrsche. Applaus also für alle, als Grosser endet. Salomon Korn klatscht, Graumanns Frau klatscht, er selber lässt zunächst die Hände ruhen. Seine Frau stößt ihn an, da klatscht er auch.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 10.11.2010/jab)
Stockender Kita-Ausbau
Nun wie da einge Leser schreiben,manchmal hat man den Eindruck dieser Zentralrat vertritt 85% der Bevoelkerung,so wichtig ist er. Nun Spass beiseite,dass man sich eines besseren besonnen hatte und Synagoge in der Stadt liess ist doch schon etwas. Nun Kritik an dem Vorgehen und den Taten das Landes Israels duerfen in Dueutschland nur Menschen Juedischen Glaubens machen. Sonnst ist es dem Rest der Bevoelkerung steng verboten,dass waehre ja sofort Antisemitisch und Antizionistisch. Leider ist es aber so,das auf dieser Basis kein gedeiliches miteinander auf dauer zu erreichen ist,dass ist mehr als bedauerlich. Auch kann man in den einen oder anderen Leserbrief nachlesen das sich viele Menschen Juedischen Glaubens von dem Zentralrat nicht vetreten fuehlen und diese Einrichtung meiden. Auch das warum sollte hier eroetert werden. Wer den grossen Alfred Grosser vorwirft etwas gegen die Menschen in Israel zu haben der irrt,er kennt wie kaum ein anderer die Lage im nahen Osten sehr gut. Auch die Taeter auf beiden Seiten und das wollen einige nicht wissen.
Nach der Lektüre Ihres Beitrags kann man durchaus berechtigte Zweifel an der Effektivität des deutschen Bildungssystems haben.
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"jüdische gemeinde" oder "israelische Gemeinde" in D?
ich stelle mir immer mal vor, wenn sich das jetzt Muslime in D erlaubt hätten oder hindi oder Buddisten oder gar die deutsche gemeinde in Argentinien, Paraquay, Brasilien oder, oder oder oder...
diese Glaubensgemeinde wird in D auf einem Silberschild durch die Gegend getragen, warum? Der Schrecken ist 70 Jahre her, es stehen genug mahnmale rum, die uns eine kollektivschuld suggerieren sollen. ich hab damit nichts zu tun, aber auch garnichts und hab´s satt, von den J. ständig gesagt zu kriegen, was ich zu tun, zu denken, zu lassen und zu fühlen habe. wem es in D nicht paßt, soll gehen, das gilt für Muslime, Hindi, und auch für J.
da kanns nur zwei Gründe dafür geben:
1. Klebstoff oder
2. eine Menge Geld
Paging