#MeToo Kevin Spacey entschuldigt sich für sexuellen Missbrauch

  • US-Schauspieler Kevin Spacey hat sich dafür entschuldigt, seinen Kollegen Anthony Rapp als Kind sexuell belästigt zu haben.
  • In seiner Stellungnahme, outete Spacey sich als homosexuell.
  • Zahlreiche Prominente kritisieren, Spacey wolle mit seinem Outing von seinem Vergehen ablenken und brächte zudem Homosexuelle in Verruf.
  • Netflix hat angekündigt, "House of Cards" einzustellen.

US-Schauspieler Kevin Spacey hat sich nach sexuellen Belästigungsvorwürfen gegen ihn entschuldigt. Der heute 46 Jahre alte Schauspieler Anthony Rapp hatte gesagt, im Jahr 1986 habe sich Spacey ihm sexuell angenähert - damals sei er selbst erst 14 Jahre alt gewesen. Bei Twitter schrieb Spacey, er sei zutiefst entsetzt, könne sich aber nicht an den mutmaßlichen Vorfall erinnern. Aber wenn er sich wirklich so verhalten habe, schulde er Rapp eine "ehrliche Entschuldigung".

Zum ersten Mal äußerte sich der 58-jährige Oscargewinner in dem Tweet auch zu Gerüchten über sein Privatleben, die er jahrelang unkommentiert gelassen hatte. Er habe Beziehungen mit Männern und Frauen gehabt und sich nun entschieden, als schwuler Mann zu leben, schreibt er. Er wolle offen und ehrlich damit umgehen und sein "eigenes Verhalten untersuchen".

Für seine Reaktion hat Spacey viel Kritik bekommen. Der Vorwurf lautet, Spacey nutze sein Coming Out, um von einem Verbrechen abzulenken - dem Kindesmissbrauch. Oder sogar noch schlimmer: Seine Äußerung wirke, als wäre homosexuell zu sein eine Ursache dafür, Kinder zu missbrauchen. Der Schauspieler und Comedian Billy Eichner nannte Spaceys Stellungnahme "widerlich, verantwortungslos und gefährlich".

US-Autor Dan Savage schrieb auf Twitter, betrunken oder homosexuell zu sein, sei keine Entschuldigung dafür, ein 14-jähriges Kind zu belästigen.

Schauspielerin Rose McGowan, die die #MeToo-Kampagne weltweit bekannt gemacht hatte, twitterte man solle sich mehr um Anthony Rapp kümmern: "Seid Stimme der Opfer." Spaceys Äußerung kommentierte sie mit: "Bye, bye, tschüs Spacey. Jetzt bist du dran mit Weinen."

Rapp, bekannt aus "Star Trek: Discovery", hatte BuzzFeed erzählt, er habe vor mehr als 30 Jahren an einer Party in Spaceys Wohnung teilgenommen. Der betrunkene Schauspieler, damals 26 Jahre alt, habe ihn auf ein Bett gelegt und sei dann auf ihn geklettert. Er habe das Zimmer verlassen können, bevor sich die Situation weiter entwickelte, so Rapp.

Die #MeToo-Kampagne wurde durch den Skandal um den US-Produzenten Harvey Weinstein ausgelöst, gegen den mittlerweile auch ermittelt wird. Die Vorwürfe der sexuellen Nötigung gegen ihn führten nicht nur in den USA zu einer breiten Debatte über Missbrauch und Sexismus. Spacey und Weinstein sind nicht die einzigen Prominenten, denen Belästigung vorgeworfen wird.

Im Verlauf des Montags wurde zudem bekannt, dass der US-Streamingdienst Netflix seine erfolgreiche Polit-Serie "House of Cards" nach der sechsten Staffel absetzen wird. In einem Statement von Netflix und dem Serienproduzenten Media Rights Capital hieß es: "Media Rights Capital und Netflix sind zutiefst erschüttert über die Nachrichten der letzten Nacht bezüglich Kevin Spacey. Als Reaktion auf die Enthüllungen der vergangenen Nacht sind Vertreter unserer beiden Firmen heute Nachmittag in Baltimore eingetroffen, um sich mit unseren Schauspielern und der Crew zu treffen und um sicherzugehen, dass sie sich weiterhin sicher und unterstützt fühlen. Wie zuvor geplant, arbeitet Kevin Spacey zur Zeit nicht am Set."

Angeblich sei die Entscheidung zur Absetzung der Serie aber bereits vor einigen Monaten gefallen - unabhängig von den Vorwürfen gegen den Hauptdarsteller.

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