Starnberg Mathe und Deutsch sind G-8-Sorgenkinder

Rund 1100 Schüler im Landkreis bereiten sich auf die Abi-Prüfungen vor, die Pflichtfächer sind besonders gefürchtet.

Von Agnes Fuchsloch

Ihr schafft das! Viel Glück für's Abi 2012" steht auf einem Papier-Kleeblatt im Eingangsbereich des Starnberger Gymnasiums. Die 11. Klassen zeigen sich mit dieser Bekundung solidarisch zu ihren Mitschülern der 12. Jahrgangsstufe, die sich schon seit Wochen auf das Abitur vorbereiten.

Durchatmen und konzentrieren: Der Prüfungsmarathon zum Abitur beginnt an den bayerischen Gymnasien am kommenden Freitag mit den Deutschklausuren. Foto: Markus Hibbeler/dapd

(Foto: dapd)

Mehr als 1100 Schüler im Landkreis sind dieses Jahr angemeldet: In Starnberg sind es 89 Abiturienten, am Ammersee 68, an der Montessori-Schule Biberkor 9, in Gauting 114, in Gilching werden 125 Schüler sowie 17 Fremdbewerber vom Münchenkolleg geprüft, in Kempfenhausen 79, im Landheim Schorndorf 29, und in Tutzing sind es 103.

Am kommenden Freitag, 11. Mai, werden die Deutschlehrer an acht Gymnasien im Landkreis die zuvor in Tresoren aufbewahrten Umschläge mit den Prüfungsaufgaben öffnen. Am Dienstag, 15. Mai, folgt die schriftliche Prüfung in einem von den Schülern gewählten Fach, ehe am Freitag, 18. Mai, die zentrale Mathematikprüfung ansteht. Jeweils in der Woche vor und nach den Pfingstferien werden zwei mündliche Prüfungen abgelegt. Auch hier hatten sich die Schüler die Fächerkombination mehr oder weniger frei auswählen können.

Die G-8-Sorgenkinder der meisten Schüler und Lehrer sind die Pflichtfächer Mathematik und Deutsch, mit denen nun jeder Abiturient schriftlich konfrontiert wird. Im Vorjahr habe man eine ungewöhnlich hohe Durchfallquote gehabt, berichtet der Kempfenhausener Schulleiter Martin Liebl: "Vier Schüler haben das Abitur nicht bestanden, normalerweise sind es höchstens zwei. Die Pflichtfächer Deutsch und Mathe waren vornehmlich die Gründe für das Scheitern", erklärt er. Um Abhilfe zu schaffen, habe ein Lehrer für den aktuellen Jahrgang einen Zusatzkurs in Mathe angeboten: Rund 20 Schüler nahmen teil.

Von vermeintlichen Problemen mit dem System des achtjährigen Gymnasiums berichtet auch der Schulleiter am Gymnasium Tutzing, Thomas Franz: Die Durchfallquote war 2011 dreimal so hoch wie gewöhnlich. Damit die Schüler die höheren Hürden leichter nehmen könnten, habe die Schulleitung kleinere Kurse angeboten, die Abituraufgaben des Vorjahres wurden intensiv geübt.

Ganz anders der Starnberger Tenor: "Wir haben keine Probleme mit den Leistungen der Schüler, im Gegenteil: Wir hatten einen sehr guten Jahrgang 2011, und auch dieses Jahr sind die Schüler gut vorbereitet", sagt Astrid Barbeau, die stellvertretende Schulleiterin des Gymnasiums. Auch Rupert Wierer, Oberstufenkoordinator am Gautinger Gymnasium, sieht Vorteile im neuen System: Durch die gleiche Bewertung von schriftlichen und mündlichen Prüfungen könnten sich Schüler auch in schwachen Fächern noch deutlich verbessern. (Seite 3)