Preissenkung der Stadtwerke Münchner Strom wird billiger

So hat sich der Strompreis in München entwickelt.

(Foto: SZ-Grafik, Quelle: www.check24.d)

18 Euro weniger im Jahr für einen Zwei-Personen-Haushalt: Die Stadtwerke senken zum 1. Januar die Tarife. Das liegt vor allem auch an der Konkurrenz. Denn die ist schon jetzt günstiger.

Von Marco Völklein

Erstmals seit langem können sich viele Stromkunden in München auf sinkende Tarife einstellen. Die Stadtwerke München (SWM) kündigten am Montag eine Senkung ihrer Tarife zum 1. Januar 2015 an. Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden (kWh) zahlt künftig im Tarif "M-Strom privat Kompakt" 710,07 Euro im Jahr - 18,20 Euro oder 2,5 Prozent weniger als bisher. Ein Haushalt mit 4000 kWh Jahresverbrauch muss dann 1078,32 Euro aufwenden. Das sind 34,62 Euro oder 3,1 Prozent weniger pro Jahr. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), zugleich Chef des SWM-Aufsichtsrats, nannte das Ganze in einer Mitteilung "eine gute Nachricht".

Mit ihrer Preissenkung stehen die Stadtwerke allerdings nicht alleine da. Bislang haben nach Angaben des Münchner Vergleichsportals Check24 bereits bundesweit 33 Versorger angekündigt, vom 1. Januar 2015 an weniger von ihren Kunden zu verlangen. Vor allem die zuletzt gesunkene Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz ("EEG-Umlage") sowie sinkende Netzkosten erlaubten es den Unternehmen, ihre Preise zu drücken - nachdem sie in den vergangenen Jahren die Tarife fast stetig angehoben hatten. Zudem habe man "Prozesse optimieren, interne Kosten und die Energiebeschaffung weiter verbessern können", heißt es bei den Stadtwerken.

Weitere Senkungen könnten folgen

Unklar ist indes, ob die Kunden im Münchner Umland ebenfalls auf eine mögliche Tarifsenkung hoffen können. Der dortige Grundversorger Eon will heuer seine Preise "bis Jahresende stabil halten", wie eine Unternehmenssprecherin erklärte. Ob von Januar an ebenfalls an eine Tarifsenkung gedacht ist, "können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen".

Gut möglich ist, dass Eon bald nachzieht. Laut Isabel Wendorff, Stromexpertin bei Check24, haben die Firmen noch bis 20. November Zeit, neue Tarife zu melden. "Weitere Strompreissenkungen zum Jahreswechsel könnten also noch folgen", glaubt Wendorff. Zumal seit der Liberalisierung des Strommarkts vor einigen Jahren in der Branche eh ein rauerer Wind weht. Denn neben den ehemaligen lokalen Monopolisten, den sogenannten Grundversorgern, jagen auch viele junge Unternehmen den Kunden nach. Mussten früher, also vor der Liberalisierung, die Haushalte zwangsweise bei ihrem jeweiligen Grundversorger den Strom abnehmen, können sie nun laut Branchenverband BDEW unter bundesweit mehr als 1100 Anbietern wählen.

Verbraucherzentralen raten zum Vergleich

Und dabei tun sich mitunter deutliche Preisunterschiede auf: So verlangt aktuell der Anbieter Süwag aus Frankfurt/Main laut Check24 von einem Zwei-Personen-Haushalt in München (bei 2500 kWh Jahresverbrauch) nur 555 Euro im Jahr - also 150 Euro weniger als die SWM von 2015 an (im Tarif M-Strom privat Kompakt). Auch bei 4000 kWh Jahresverbrauch sind Anbieter wie Süwag, die Lechwerke aus Augsburg oder Extraenergie aus Neuss günstiger. Allerdings locken die Firmen meist mit einem "Neukundenbonus", der nur im ersten Jahr wirksam wird; im zweiten Jahr sieht es oft schon wieder anders aus.

Dennoch kann es sich lohnen, den Markt regelmäßig zu vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln, raten die Verbraucherzentralen. Oder auch nur mit einem Wechsel zu drohen: Denn oft bieten die Grundversorger in ihren komplizierten Tarifen ebenfalls günstigere Varianten - bei den SWM etwa spart, wer den Vertrag komplett übers Internet abwickelt. Beim Preisvergleich helfen Portale wie Check24, Verivox oder Toptarif. Verbraucherschützer raten, mehrere Portale parallel zu konsultieren - um so einen kompletten Marktüberblick zu bekommen.