Sat1 verliert Übertragungsrechte ZDF zeigt ab 2012 die Champions League

Die Königsklasse des Fußballs wechselt 2012 von Sat1 zum ZDF: Der öffentlich-rechtliche Sender sicherte sich die Übertragungsrechte für die Champions League. Zu einem horrenden Preis.

Das ZDF hat den Zuschlag für die Champions League von der Saison 2012/13 bekommen und damit Sat 1 die Free-TV-Rechte weggeschnappt. Sat 1 überträgt seit 2009 die Königsklasse des europäischen Fußballs. Die Rechtekosten werden auf mehr als 50 Millionen Euro pro Saison geschätzt.

Im Pay-TV wird der langjährige Rechteinhaber Sky weiterhin Champions und Europa League übertragen. Sky hatte als einziger Bewerber ein Angebot bei T.E.A.M., dem Rechtevermarkter der Europäischen Fußball-Union (Uefa), abgegeben.

ZDF-Intendant Markus Schächter freute sich über die Partnerschaft als wichtigen Baustein der Sportstrategie des Senders: "UEFA und ZDF werden als Doppelspitze mit der Champions League besten europäischen Vereinsfußball präsentieren", so Schächter. Und weiter: "Die künftige Erweiterung auf bis zu vier deutsche Mannschaften wird noch mehr Fans in Deutschland für die stärkste Liga der Welt mobilisieren."

Das kann man auch anders sehen: Bereits die Bewerbung des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF für die Champions League war heftig diskutiert worden, weil die Ausschreibung eine Verpflichtung zur Ausstrahlung von Werbung enthält. Diese Verpflichtung kann das ZDF aber nach dem neuen Rundfunkstaatsvertrag nach 20 Uhr nicht erfüllen. Dazu erklärt ein Sprecher des Senders: "Ein Problem mit Sponsorenhinweisen nach 20 Uhr gibt es nicht."

Sat 1 hatte dem ZDF während der Verhandlungen vorgeworfen, sich aus der Verpflichtung "rauskaufen" zu wollen und den Sponsoren eine Entschädigung dafür zu zahlen, dass deren Trailer nicht gesendet werden. "Unser Angebot orientiert sich an den rechtlichen Grundlagen von heute und an denen, von denen wir bereits wissen, dass sie kommen", antwortete darauf ZDF-Sprecher Andreas Stock.

Mediawert der Sponsoren bei 15 Millionen Euro

Der so genannte Mediawert der Sponsorenpräsenz wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Die Entscheidung zugunsten des ZDF dürfte die Diskussion um die Stellung des Sports im öffentlich-rechtlichen Fernsehen neu anheizen. CDU-Medienpolitiker Johannes Beermann, Chef der sächsischen Staatskanzlei, hatte schon im Vorfeld gesagt: "Die Champions League gehört nicht zur Grundversorgung."

Bilder der Nationalelf

mehr...