"Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere" im Kino Und dann macht es Wumms

Zauberer Gandalf (Ian McKellen, links) zwischen den Fronten: Im Film kämpfen Zwerge, Orks und andere Fabelwesen um die Vorherrschaft in Mittelerde.

(Foto: Warner)

Drache tot, Zwerg tot: Mit "Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere" beendet Peter Jackson seinen Tolkien-Zyklus nach 13 Jahren und 1032 Filmminuten. Und zwar mit einem finalen Mittelerde-Knall.

Von David Steinitz

Am Anfang stirbt ein Drache, am Ende stirbt ein Zwerg, und dazwischen macht es ordentlich Wumms, in "Die Schlacht der fünf Heere", dem letzten Film der "Hobbit"-Trilogie. Für "Hobbit"-Quereinsteiger: In Teil eins wurde hauptsächlich gegessen und geredet - 169 Minuten lang. In Teil zwei wurde dann sehr viel herumgeschlichen und herangepirscht, verteilt auf 161 Minuten. Weshalb es sich jetzt dramaturgisch wohl gar nicht mehr verhindern ließ, dass in Teil drei endlich mal was passiert.

Peter Jackson, der unbedingt das Kunststück fertigbringen wollte, aus der dickleibigen Tolkien-Bibel "Herr der Ringe" nur drei Filme und aus der schmalen Tolkien-Fibel "Der kleine Hobbit", nun ja, auch drei Filme zu machen, hatte sich und seinen Zuschauern mit dieser fixen Idee bislang wirklich keinen Gefallen getan. Wie er aber nun nach dreizehn Jahren und mehr als tausend Filmminuten seinen Tolkien-Zyklus mit einem finalen Mittelerde-Knall beendet, ist wirklich aufregend anzuschauen - und das nicht nur, weil "Die Schlacht der fünf Heere" mit 144 Minuten quasi ein Kurzfilm geworden ist.

Trailer zum dritten Teil

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In dem gewaltigen Kampf zwischen Tausenden Menschen, Zwergen, Elben, Orks und einem Hobbit um den Goldschatz im Einsamen Berg, definiert Jackson wie derzeit kein anderer Kollege die Rolle des Regisseurs im modernen Blockbusterkino. Der muss heute vor allem eines sein: ein perfekter Choreograf.

Im vergangenen Jahrzehnt wurden die letzten großen Hürden der digitalen Effektkunst mit viel Pixel-Power überwunden - gerade dank Jackson und seiner fleißigen Crew, zu der in erster Linie seine neuseeländische Trickschmiede Weta gehört. Seitdem sind Blockbuster-Regisseuren kaum noch Grenzen zur Realisierung ihrer Traumbilder gesetzt. Und genau hier liegt das Problem vieler aktueller Hollywoodfilme: Vor lauter digital entfesselten Zauber- und Superheldenwelten hat man immer öfter das Gefühl, dass die Filmemacher in ihren eigenen Schlachtgemälden den Überblick verlieren: Überall zischt und knallt und blitzt es so laut, so grell und so lange, bis man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Neue Spielzeuge mit selbstbewussten Namen wie "Epic" - die Superdigitalkameras, mit denen der "Hobbit" gefilmt wurde - oder "Massive" - die Supersoftware, mit denen die Riesenschlachten animiert wurden - muss man beherrschen können. Sonst beherrschen die Werkzeuge die Filme. Jackson ist in dieser Hinsicht einer der ganz wenigen Hollywood-Regisseure, dem seine eigenen Tricks nicht um die Ohren fliegen wie dem Zauberlehrling sein Besen.

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Dabei ist das Geheimnis hinter seiner Choreografie-Kunst eigentlich gar keins, weil es seit der Frühzeit des Films von allen schlauen Regisseuren angewandt wird, und wohl nur im Rausch der Effekte immer mehr in Vergessenheit geriet. Das perfekte Beispiel findet sich gleich zu Beginn des neuen "Hobbit", als der gewaltige Drache Smaug, im Original donnernd von Benedict Cumberbatch gesprochen, Feuer speiend eine Art Mittelerde-Venedig zerlegt. Das inszeniert Jackson auch nicht viel anders als Fritz Lang den Drachenauftritt in seinem fünfstündigen "Nibelungen"-Epos von 1924. Lang musste sich zwar noch eine zwanzig Meter große Puppe basteln lassen, die von siebzehn kräftigen Assistenten bedient wurde, während Jackson seinen Drachen schuppengenau digital animieren ließ.