Eric Clapton
Von Julia Wilde

"Hey Jude", "Man on the Moon" und "Rolling in the Deep" sind Songs, die weltweit Millionen von Menschen in ihren Bann gezogen haben. Welche Geschichten sich hinter den Liedern verbergen, ist oft ein Rätsel. Und vor allem: Wer sind die "Typen", die die Musiker zu ihren Stücken inspirieren? Vor zwei Jahren recherchierte der Musikjournalist Michael Heatley für sein Buch "Das Mädchen aus dem Song", welche Frauen hinter bekannten Liedern stecken. Im Nachfolgebuch "Der Typ aus dem Song" identifiziert er nun zusammen mit Frank Hopkinson die männlichen Pendants von "Sara", "Rosanna" und "Suzanne".

Would you know my name if I saw you in heaven?

Eine bekannte Widmung ist das traurige Lied "Tears in Heaven" von Eric Clapton. Um den Tod seines Sohnes Conor zu verarbeiten, schrieb sich der Musiker sein Leid von der Seele und fragte sich, ob der Junge seinen Vater im Himmel wohl wiedererkennen würde.

Eine nicht ganz unberechtigte Frage, denn dass Clapton vor dem Unfall seines Sohnes kein guter Vater war, ist allgemein bekannt: Alkoholprobleme machten dem Weltstar zu schaffen, während Beziehungsdramen mit Ex-Frau Patti Boyd, Exfreundin Loredana del Santo und seiner Ex-Geliebten Yvonne Kelly jene Energie kosteten, die er eigentlich Conor hätte widmen sollen. Dass Clapton jahrelang seine Tochter Ruth, die er mit Yvonne Kelly gezeugt hatte, geheim hielt, machte die Sache nicht besser.

Es dauerte 13 Jahre, bis Clapton das Gefühl hatte, seine Trauer überwunden zu haben. 2004 hörte er auf, "Tears in Heaven" live zu spielen. Der Weltklasse-Gitarrist heiratete erneut und bekam weitere Kinder, jedoch nie mehr einen Sohn.

Bild: Der Typ aus dem Song / Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag

21. November 2012, 16:11 2012-11-21 16:11:50  © Süddeutsche.de/pak/luk/tob

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