Die Studie nennt negative Folgen der unsicheren Verträge auf das Familienleben: Forscherinnen schieben den Kinderwunsch hinaus. Während 22 Prozent der befragten Männer Väter sind, sind nur 15 Prozent der Frauen Mütter. Somit bestätigen sich Befunde früherer Studien - "Frau Dr. Kinderlos" ist mittlerweile schon ein geflügeltes Wort.
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Begeistert aber arm
Trotz aller Hürden sieht die Mehrheit der Befragten im Beruf des Wissenschaftlers ein attraktives Ziel. Ausschlaggebend sind die Begeisterung für die fachliche Materie und die Möglichkeit zur eigenverantwortlichen Forschung. "Viele sind bereit, sich die Freiheiten der wissenschaftlichen Tätigkeit durch ein deutlich geringeres Gehalt als in der Wirtschaft zu erkaufen", sagte eine Doktorandin bei der Befragung - wenn da nicht die Befristungen wären.
"Es ist eine gute Nachricht, dass viele Wissenschaftler mit ihrer Arbeit zufrieden sind", bewertet ein Sprecher des Bildungsministeriums die Studie. "Die Ergebnisse zeigen aber auch: Für die Nachwuchswissenschaftler sind klare Berufsperspektiven wichtig. Die Hochschulen müssen sich anstrengen, um auch in Zeiten des Fachkräftemangels für die besten Köpfe attraktiv zu bleiben." Bessere Laufbahn-Bedingungen werten die Autoren als "Herausforderung für die zukünftige Wissenschaftspolitik, aber auch für die Hochschulen".
Erst kürzlich hatte die Bildungsgewerkschaft GEW in ihrem "Templiner Manifest" berechenbare Karrierewege und bessere Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft gefordert. "Hochschulen und Forschungseinrichtungen wollen exzellent sein, von ihren Beschäftigten erwarten sie exzellente Leistungen", sagt GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Aber die Gegenleistung bleibe aus. Die Arbeitgeber würden weder faire Beschäftigungsbedingungen bieten, noch eine verlässliche Perspektive.
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(SZ vom 29.11.2010/holz)
Russow hat Recht.
Es gibt wenige, wirklich gute Professoren. Vielen anderen geht es nur darum, "frei" zusein und sich von keinem etwas sagen lassen zu müssen. Das ist ebenso schädlich für das Bildungssystem, wie die Grundschullehrerin, die ihren BEruf wegen der Sicherheit wählt. Beide werden eher so mittelmäßig unterrichten (und forschen).
A propos: Eine Stelle im Grundgehalt bei W 1 (ca. 3200,-) und auch W 2 (3700,-) liegen in einer Liga mit einer banalen A13/14-Stelle, die es im Schuldienst im Überfluss gibt und viel leichter zu bekommen ist. Und welcher Prof bekommt schon mehr, als das Grundgehalt? Eben, nur die Besten, aber die sind auch bald in Harvard oder so.
Und von wegen freie Forschung... Die Drittmittelgeber (Staat oder Firmen) sagen schon, was geforscht werden soll. Sonst gibt's eben kein Geld.
Da muss man man schon Mega-Idealist und auch noch schlau sein und keine Familie haben, um in seiner Freizeit noch was Tolles herauszufinden.
Der Statt will sich durch die "unabhängige" Wissenschaft doch nur beweisen lassen, dass seine Politik gerade genau richtig liegt. Ich nenne das Gefälligkeitsgutachten in anderer Verpackung.
Die ebsten Forschungsergebnisse entstehen ohnehin nebenbei. Ebenso, wie sich Kreativität nicht verordnen lässt.
... hat uns das eingebrockt mit ihrer Befristung. Aber auch die sogenannt freie Wirtschaft befristet ja immer mehr Stellen.
So fristet man sein Dasein, immer unsicher, und da wird man natürlich nie die Chance haben, wirklich objektiv zu forschen und unabhängig seine Meinung zu sagen. Das ist meiner Ansicht nach beabsichtigt.
Karriere ist eine interessante Nebensache, mit der man sich aber das Leben nicht versauen sollte.
"Karriere" ist doch nur der eigenen Eitelkeit und dem Heischen nach Anerkennung banaler Mitmenschen geschuldet. Die wirklichen Denker im deutschen Wissenschaftsbetrieb kann man an seinen Fingern abzählen. Die meisten Professoren sind Schwätzer und Wichtigtuer, die ständig die Gedanken von Anderen wiederholen. Aber selbst keine eigenen haben. Repetitoren fremden Gedankenguts.
Da haben Sie sicher recht.
Hier geht es aber um die Leute, die gerne in der Wissenschaft bleiben möchten und auf Grund Ihrer Begeisterung und Qualifikation auch dafür geeignet wären.
Für diese Leute schaut es schlecht aus, gerade weil der Mittelbau fehlt.
Es wäre spannend, die Einschätzung der Zukunftschancen nach Studienfächern aufgeteilt zu sehen.
Wer eben in Geisteswissenschaften promoviert (für die es außerhalb des akademischen "Forschungs"-/ Lehrbetriebs nur eine eingeschränkte Verwendung gibt), der muß eben damit rechnen nachher in der Karriere-Sackgasse zu enden.
In meinem Freundekreis haben alle "Promovierten" egal ob Biologe, Chemiker oder Ingenieur schnell eine adäquat bezahlte Stelle in der freien Wirtschaft gefunden. Teilweise schon lange bevor sie Ihre Promotionsurkunde in der Hand gehalten haben...
Paging