Die Promotion ist geschafft, doch der Weg zur Professur beschwerlich. Nur wenige junge Wissenschaftler ergattern wirklich eine Stelle. Ihnen fehlt die berufliche Perspektive - und Freiraum im Privatleben.
Ja, natürlich liebe sie ihren Job, aber das Risiko sei ihr zu hoch - das Risiko, "nach jahrelangem Durchschlagen auf befristeten Stellen und einem gewissen Berufsnomadentum" doch mit leeren Händen dazustehen. Dies sagt eine junge Naturwissenschaftlerin, Post-Doktorandin an einer Universität. Sie weiß, dass der Weg zu einer Professur in Deutschland kaum planbar ist. Das ist ein zentrales Ergebnis der Studie "Wissenschaftliche Karrieren" des HIS-Instituts für Hochschulforschung im Auftrag des Bundesbildungsministeriums. Für die Untersuchung, die an diesem Montag erscheint und der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wurden mehr als 1000 Nachwuchsforscher an Hochschulen und außeruniversitären Instituten befragt.
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Nur wenige Doktoranden ergattern am Ende eine Professur. (© AP)
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"Wer sich heute in Deutschland für eine wissenschaftliche Karriere entscheidet, wählt häufig einen riskanten und entbehrungsreichen beruflichen Weg", schreiben die Autoren. Projektarbeit und befristete Arbeitsverträge sind die Regel. Dies ist zwar mit dem restlichen Arbeitsmarkt vergleichbar, doch zieht sich die Unsicherheit in der Wissenschaft besonders lange hin. Für eine Forscherkarriere gibt es fast nur die Professur als Ziel - zumal es im deutschen Hochschulsystem wenige andere feste Stellen im Mittelbau gibt.
Wegen der begrenzten Zahl von Lehrstühlen kann nur ein kleiner Teil der Nachwuchswissenschaftler mit einer Professorenstelle rechnen. Viele Forscher können jedoch erst zu einem späten Karrierezeitpunkt erkennen, dass sich ihnen in der Wissenschaft keine zuverlässige Perspektive bietet. Denn bei der Habilitation - die trotz steigender Zahl von Juniorprofessuren noch immer der übliche Weg ist - sind sie oft schon 40 Jahre oder älter. Als "Alles-oder-nichts-Spiel" ist die akademische Laufbahn daher verschrien.
Der Großteil der Befragten ist befristet beschäftigt; in der Regel auf ein bis drei Jahre, doch gibt es auch kürzere Vertragslaufzeiten. Darüber herrscht Unmut: Nur 15 Prozent der Befragten an den Universitäten bewerten die Planbarkeit ihrer Karriere positiv, nur 20 sehen gute Aufstiegschancen. Das liegt auch am Unterschied zwischen Deutschland und vielen Nachbarländern: Einerseits promovieren hierzulande viele Absolventen nach dem Studium - durchschnittlich 14,2 Prozent.
Andererseits gibt es in Deutschland besonders wenige dauerhafte wissenschaftliche Stellen unterhalb der Professur, beispielsweise für Personen, die eher unterrichten statt forschen. Der Akademische Rat im Höheren Dienst ist ein Auslaufmodell, in den Niederlanden, Schweden oder Frankreich sind unbefristete Dozentenstellen ohne Professorentitel dagegen noch üblich. Chancen bieten sich in anderen Ländern zudem durch den "Tenure-Track": befristete Stellen mit Option auf eine feste Anstellung auf Lebenszeit. In Deutschland setzt die Ausschreibung von Tenure-Track-Stellen erst allmählich ein.
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- Professor/in für Pädagogik– Katholische Stiftungsfachhochschule München, München
- Professor/in für Pädagogik in der Sozialen Arbeit– Katholische Stiftungsfachhochschule München, Benediktbeuern
- Professor Mathematik, Statistik und Informatik (m/w)– Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising
Ausgrenzung an Schulen
Russow hat Recht.
Es gibt wenige, wirklich gute Professoren. Vielen anderen geht es nur darum, "frei" zusein und sich von keinem etwas sagen lassen zu müssen. Das ist ebenso schädlich für das Bildungssystem, wie die Grundschullehrerin, die ihren BEruf wegen der Sicherheit wählt. Beide werden eher so mittelmäßig unterrichten (und forschen).
A propos: Eine Stelle im Grundgehalt bei W 1 (ca. 3200,-) und auch W 2 (3700,-) liegen in einer Liga mit einer banalen A13/14-Stelle, die es im Schuldienst im Überfluss gibt und viel leichter zu bekommen ist. Und welcher Prof bekommt schon mehr, als das Grundgehalt? Eben, nur die Besten, aber die sind auch bald in Harvard oder so.
Und von wegen freie Forschung... Die Drittmittelgeber (Staat oder Firmen) sagen schon, was geforscht werden soll. Sonst gibt's eben kein Geld.
Da muss man man schon Mega-Idealist und auch noch schlau sein und keine Familie haben, um in seiner Freizeit noch was Tolles herauszufinden.
Der Statt will sich durch die "unabhängige" Wissenschaft doch nur beweisen lassen, dass seine Politik gerade genau richtig liegt. Ich nenne das Gefälligkeitsgutachten in anderer Verpackung.
Die ebsten Forschungsergebnisse entstehen ohnehin nebenbei. Ebenso, wie sich Kreativität nicht verordnen lässt.
... hat uns das eingebrockt mit ihrer Befristung. Aber auch die sogenannt freie Wirtschaft befristet ja immer mehr Stellen.
So fristet man sein Dasein, immer unsicher, und da wird man natürlich nie die Chance haben, wirklich objektiv zu forschen und unabhängig seine Meinung zu sagen. Das ist meiner Ansicht nach beabsichtigt.
Karriere ist eine interessante Nebensache, mit der man sich aber das Leben nicht versauen sollte.
"Karriere" ist doch nur der eigenen Eitelkeit und dem Heischen nach Anerkennung banaler Mitmenschen geschuldet. Die wirklichen Denker im deutschen Wissenschaftsbetrieb kann man an seinen Fingern abzählen. Die meisten Professoren sind Schwätzer und Wichtigtuer, die ständig die Gedanken von Anderen wiederholen. Aber selbst keine eigenen haben. Repetitoren fremden Gedankenguts.
Da haben Sie sicher recht.
Hier geht es aber um die Leute, die gerne in der Wissenschaft bleiben möchten und auf Grund Ihrer Begeisterung und Qualifikation auch dafür geeignet wären.
Für diese Leute schaut es schlecht aus, gerade weil der Mittelbau fehlt.
Es wäre spannend, die Einschätzung der Zukunftschancen nach Studienfächern aufgeteilt zu sehen.
Wer eben in Geisteswissenschaften promoviert (für die es außerhalb des akademischen "Forschungs"-/ Lehrbetriebs nur eine eingeschränkte Verwendung gibt), der muß eben damit rechnen nachher in der Karriere-Sackgasse zu enden.
In meinem Freundekreis haben alle "Promovierten" egal ob Biologe, Chemiker oder Ingenieur schnell eine adäquat bezahlte Stelle in der freien Wirtschaft gefunden. Teilweise schon lange bevor sie Ihre Promotionsurkunde in der Hand gehalten haben...
Paging