Lukas Rein ist inzwischen eineinhalb Jahre dabei und zum Ressortleiter für Externes gewählt worden. Wenn er nicht an einem konkreten Projekt bei einem Unternehmen arbeitet, erledigt er als solcher Aufgaben im Büro und kümmert sich um die Akquise neuer Aufträge. 18 verschiedene Projekte betreute Junior Comtec im vergangenen Jahr, 2008 waren es sogar 27. Zeitintensiv ist das schon - und mitunter kollidiert der Job auch mit dem eigentlichen Studium. "Manchmal arbeiten wir fünf Tage die Woche in einem Unternehmen. Im Zweifelsfall geht das Projekt vor", sagt Rein. Ein Prüfung muss dann schon mal aufs nächste Semester verschoben werden.

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Lukas Rein, Berater bei der studentischen Unternehmensberatung Junior Comtec in Darmstadt kann sich vorstellen, auch nach seinem Studienabschluss als Unternehmensberater zu arbeiten. (© privat)

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Das Interesse unter den Studenten an universitären Unternehmensberatungen wächst trotzdem. Der Bundesverband Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen zählt inzwischen 30 Mitgliedsinitiativen, in denen etwa 2300 Studenten aktiv sind. Die meisten von ihnen studieren BWL, aber auch Studenten anderer Fachrichtungen sind willkommen und werden vermehrt aktiv, wie Lukas Rein sagt: "Bei uns sind etwa 50 Prozent Wirtschaftsingenieure, aber auch Informatiker und Geisteswissenschaftler".

Sie alle wollen Praxis-Erfahrung für ihr späteres Berufsleben sammeln. Nicht als Praktikanten, sondern als Berater. Sie erhalten regelmäßig Strategieschulungen oder nehmen an Workshops von großen Unternehmensberatungen teil. Dass sie als studentische Berater auch noch Geld verdienen, steigert deren Reiz der Aufgaben, auch wenn es nicht mehr als "ein Taschengeld" gibt, wie Lukas Rein sagt.

Finanziell lohnender zeigt sich das Modell für die Unternehmen. Im Vergleich zu den Honoraren professioneller Consulting-Firmen sparen sie beim Engagement studentischer Berater bis zu 70 Prozent. Dafür bekommen sie zwar ein bisschen weniger Berufserfahrung, aber dennoch "junge kompetente Mitarbeiter mit hoher Motivation", wie Adem Sürek von Lufthansa resümiert. "Man merkt, dass sie in alle Richtungen offen sind, sie versuchen nicht, ihre Gesprächspartner in eine bestimmte Richtung zu zwängen."

Für die Lufthansa hat Junior Comtec bereits eine Marktstudie erstellt, eine Datenbank für das Intranet entwickelt und diese später mit neuen Funktionalitäten ausgestattet. Dabei waren es stets neue Studenten, die bei Adem Sürek im Büro standen - denn wer sein Studium abgeschlossen hat, darf nicht mehr für die studentische Unternehmensberatung arbeiten. "Wir arbeiten inzwischen mit der dritten Generation zusammen. Am Anfang hatte ich Bedenken, dass mit den erfahrenen Beratern auch das Know-how verlorengeht. Aber die Studenten haben sich gegenseitig gut eingelernt und ihre Aufgaben geschickt übergeben", sagt er.

Lukas Rein ist inzwischen davon überzeugt, dass der Beruf des Unternehmensberaters ihm auch nach dem Studienabschluss gefallen würde. Bis es soweit ist, will er bei Junior Comtec weitere Erfahrungen sammeln - und noch mehr Studenten und Unternehmen vom Erfolgskonzept studentischer Unternehmensberatung überzeugen.

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