Sie sind alle noch im Studium, aber beraten schon erfolgreiche Führungskräfte. Studentische Unternehmensberater bringen zwar weniger Erfahrung mit, dafür aber jede Menge Motivation.
Lukas Rein hat viel zu tun. Das Semester neigt sich dem Ende zu und der Student arbeitet hart. Mit seinem Wirtschaftsingenieur-Studium haben seine Projekte allerdings nur indirekt zu tun. Lukas Rein ist Berater bei der studentischen Unternehmensberatung Junior Comtec an der Technischen Universität Darmstadt. Parallel zu seinen Seminaren und Klausuren tüftelt der Student bei Deutschlands ältester studentischer Unternehmensberatung an Konzepten für Firmen.
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Wer bei einer studentischen Unternehmensberatung arbeitet, tauscht Jeans und T-Shirt gegen Anzug und Laptop. (© dpa)
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Dabei gehen er und seine Kollegen nicht anders vor als ihre professionellen Vorbilder bei Boston Consulting oder McKinsey. Die Beratung organisiert sich über einen Verein, an den Unternehmen ihre Anfragen stellen. In Projektteams arbeiten die Studenten dann an einem Lösungskonzept und erstellen mit Hilfe eines überwachenden Kuratoriums ein Angebot. Wird dieses vom Unternehmen angenommen, tauschen die Studenten Jeans und T-Shirt gegen Anzug und Laptop.
"Die jungen Leute sind immer sehr professionell aufgetreten, sie waren oft besser angezogen als die Angestellten", sagt Adem Sürek, Referatsleiter der EDV-Organisation bei der Lufthansa. Er hat bereits mehrfach mit der studentischen Unterenhmensberatung zusammengearbeitet - und war stets zufrieden.
Dass so manche Führungskraft in der Chefetage jedoch eine gewisse Skepsis den unerfahrenen Studenten gegenüber hegen könnte, ist Lukas Rein bewusst. Derartige Sorgen versucht er umgehend zu zerstreuen: "Wir sind alle frisch, kreativ und bieten keine Schubladenlösungen an. Wir geben 120 Prozent", sagt Rein.
"Wir", das sind in Darmstadt inzwischen 75 Berater, die in unterschiedlichen Hierarchiestufen und Themenfeldern tätig sind. "Mitmachen kann eigentlich jeder ab dem zweiten Semester" eklärt Rein. Zunächst beginnen die Einsteiger als "Aspirant". Sechs bis acht Wochen müssen sie sich in verschiedenen Ressorts der Unternehmensberatung beweisen. Erst dann steigen sie zum "Interessenten" auf. Nun heißt es, Projekte an Land zu ziehen und umzusetzen - erst wer ein komplettes Projekt abgeschlossen hat, wird Mitglied bei Junior Comtec. Wer dann noch mehr Erfahrung und Erfolge sammelt, steigt irgendwann - nach Ermessen des Vorstands - zum Projektmanager auf, ganz wie in den großen Unternehmensberatungen.
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