Verwahrlosung der Mittelschicht, unsichtbare Wände für Aufstiegswillige - nicht erst seit der Krise steht Deutschland vor massiven Problemen. Historiker Paul Nolte weiß, was die Unterschicht besser machen muss.
Paul Nolte sitzt in seinem Büro der Freien Universität in Berlin-Dahlem. Der 47-Jährige ist Historiker, bekannt wurde er mit seiner Streitschrift "Generation Reform". Er provozierte darin mit der These, dass es in Deutschland eine breite Unterschicht gebe. Wird nun durch die Finanzkrise alles noch schlimmer? Zeit für ein Update mit dem Zeitkritiker.
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Der Historiker Paul Nolte: Die Krise ist bei den meisten noch nicht angekommen. Foto: Regina Schmeken (© wir)
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SZ: Herr Nolte, reden wir über Geld. Wie sehr verändert die Finanzkrise unsere Gesellschaft?
Nolte: Ehrlich gesagt, wundere ich mich, dass viele sagen, die Krise würde alles verändern: Die Leute verarmen, die Mittelschicht erodiert - alles nur wegen der Krise? Das sind doch Entwicklungen, die wir seit Jahren beobachten.
SZ: Also ist der ganze Aufruhr umsonst und alles nicht so schlimm?
Nolte: Die Krise ist bei den meisten noch nicht angekommen. Im Gegenteil: Bei vielen Leuten steht jetzt dank der Abwrackprämie ein neues Auto vor der Tür, das sie sich vor 18 Monaten noch nicht leisten konnten.
SZ: Andere haben ihren Job verloren.
Nolte: Ja, aber die Horrorprognosen von vier bis fünf Millionen Arbeitslosen sind nicht eingetreten. Interessant ist etwas anderes: Den meisten Deutschen ist nicht bewusst, dass die alte Wohlstandsgesellschaft schon länger ausläuft. Die Euro-Krise ist nur ein neues Signal.
SZ: Seit wann denn?
Nolte: Der Bruch begann Mitte der Siebziger. Bis dahin lebten auch Menschen der Mittelschicht in gut ausgestatteten Dreizimmerwohnungen von Neubaublocks. Heute blättert dort die Farbe ab, und der ganze Block ist zum Quartier der Unterschicht geworden. Es gibt mehr Arme.
SZ: Das heißt, uns allen steht ein massiver Wohlstandsverlust bevor?
Nolte: Viele haben schon etwas verloren. Und wir anderen werden wohl eine Weile stagnieren.
SZ: Zerbricht die Mittelschicht?
Nolte: Noch nicht. Aber es ist nicht mehr so leicht, in diese Klasse hineinzukommen. Und für die junge Generation wird es immer schwieriger, sich in dieser Schicht zu halten.
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weil Deutschland in guten Zeiten immer durch eine in sich gefestigte Mittelschichtstruktur gebildet wurde.
Das Zerbrechen der gesellschaftlichen Mitte wird eine neue DDR hervorbringen; bestes Beispiel ist die CDU, die von Merkel nach links gewendet wurde und inzwischen mehr an die Blockpartei CDU Ost erinnert als an Ehrhardt.
Die Zahlungen derjenigen, die noch etwas haben, an die Eurozone wird in Deutschland zum Gemetzel werden in der Mittelschicht.
Die Wähler sind machtlos, weil alle Parteien diesen Weg verfolgen.
Menschen sind nicht schlechter weil sie in einer schlechten Lage sind und sich nicht systemkonform verhalten bzw. verhalten können. Ist ein Mensch, der mit Geld nicht umgehen kann ein schlechter Mensch?
Systemkonformes Verhalten und gutes Funktionieren haben in der Menschheitsgeschichte zu der größten Unmenschlichkeit geführt. (Gestern waren es die Juden und die Behinderten und heute ist man sich zu fein dazu einen von da unten, einen Harz 4 Empfänger (igitt) in seiner Nachbarschaft zu haben! Oder man hat sogar Angst vor diesen bestimmt Kriminellen. Aus diesem Geschichtsstudium auch an der Harvard University (wie beeindruckend) hat Herr Nolte insbesondere für sich persönlich offensichtlich nichts gelernt Wer Harz 4 Empfänger als Kategorisierung von Menschen verwendet der ist ohnehin Menschenverachtend und dessen Studium in der Sozialgeschichte war umsonst und sollte aberkannt werden!!!
Herr Nolte bedauert zwar das Elend, aber für die Menschen und ihre Geschichten interessieren ihn offensichtlich nicht. Doch seine persönliche Geschichte und seine harte Kindheit die ist sehr wichtig und das für ganz Deutschland! Menschen zu beurteilen ohne persönlich in Kontakt mit ihnen zu stehen und sich für ihre Schicksale zu interessieren ist das deutlichste Zeichen dafür, dass kein Interesse besteht gerecht zu urteilen! Unsere Gesellschaft wird sich nicht positiv entwickeln, wenn Wissenschaftler zu Polemikern werden oder nie etwas anderes waren!
Aber dem einen fällt es eben schwer auf etwas („sinnvolles“) hin zu sparen (Was mit Harz 4 gar nicht möglich ist) Und auf den Süßigkeitentopf zu verzichten. Dem anderen ist es unmöglich seine hochtrabenden weltfremden Gedanken auf die Realität zu übertragen, obwohl sie den ganzen Tag nichts anderes versuchen. Manche seit über 20 Jahren an der Universität!
Wer über Menschen urteilen will muss mit diesen zu tun haben! Mit ihnen in einem Viertel wohnen oder Freundschaften pflegen! Das klingt abstoßend, oder Herr Nolte... die Butterbrote haben sie den Armen bestimmt immer mit Handschuhen durchs Fenster gereicht und nicht mal die Tür aufgemacht!
Das Problem, dass hier besteht sind nicht die Harz 4 Empfänger! Das wissen sie!!!
Es gibt zu viele Menschen und zu wenig zu tun! Und ich hoffe sie ekeln sich vor sich selbst!
eine Bandbreite von geistig behinderten Menschen bis Superklugsch...ern. Man kann natürlich etwas das Niveau durch Bildung heben (wobei mir es schleierhaft ist wie das gehen soll wenn man Bildungsausgaben streicht) aber letztendlich wird das Problem nicht an der Stelle zu lösen sein. Vor allem wenn man die "gebildeten" Leute mit der misserablen Entlohnung hierzulande dann auch noch vertreibt.
Man muss nicht über Hartz IV Bezieher räsonieren oder um Unterschichten, um festzustellen, dass es den Menschen zunehmend weniger gut geht. Ein gutes Studium ist noch lange kein Grund in einen ordentlichen Beruf zu kommen, allerdings bietet eine gute Bildung zumindest eine Chance eher zu einem solchen zu kommen.
Aus meiner Umgebung kann ich aber auch feststellen, dass die Bemühungen vieler weniger Gebildeten, ihre Kinder eine bessere Erziehung angedeihen zu lassen als sie selber haben, in der Regel nicht sehr ausgeprägt ist, um es vorsichtig zu sagen. Einzelne seltene Ausnahmen gibt es aber auch. Unterschicht kann man auch nicht nur am Geld festmachen, wenn jemand gebildet ist und über wenig Vermögen, so ist er nur für den Statistiker "Unterschicht". Sonst wäre Dyonis "in der Tonne" auch Unterschicht.
vorm Kopf entfernt haben können wir reden. Mit der Argumentation gehen Sie am besten ins Forum der BILDenden Kunst.
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