Immobilien kaufen Welche Vor- und Nachteile haben Selbstnutzung oder Vermietung?

Mehr Freiheit im Eigenheim oder eine solide Geldanlage durch eine vermietete Wohnung: Wie ein Eigentümer seine Immobilie nutzt, ist eine individuelle Entscheidung. Allerdings sollte sich jeder über die jeweiligen Vor- und Nachteile informieren.

Von Julia Halbig

Eigenheimbewohner genießen viele Freiheiten. Sie selbst können über Umbauten und Modernisierung im eigenen Zuhause entscheiden. Zudem sparen sie sich die Miete, müssen keine Angst vor Kündigungen sowie Mieterhöhungen haben und investieren in die eigenen vier Wände. Auch als Vermieter haben die Eigentümer Vorteile: Immobilien gelten als solide Geldanlage und ein Teil der Anschaffungs-, Darlehens- oder Renovierungskosten ist von der Steuer absetzbar. Der Kauf einer Immobilie und die Entscheidung über ihre Nutzung sind eine individuelle Angelegenheit. Zukünftige Eigentümer müssen sich gut überlegen, was ihnen persönlich am meisten liegt und ob sich ihre Entscheidung auch in Jahrzehnten noch rechnet.

Das kommt auf den Selbstnutzer zu:

Vor jedem Immobilienkauf steht die Frage, ob das eigene Zuhause die hohen Kosten wirklich wert ist oder ob man als Mieter auf lange Sicht nicht doch finanziell besser da steht (Vergleichen Sie hier mit diesem Rechner, was sich für Sie eher lohnt - mieten oder kaufen). Wer sich für den Kauf entschieden hat, muss sich in der Regel auf eine langfristige Finanzierung einstellen. Bei der Ausarbeitung der Baufinanzierung helfen unter anderem die Verbraucherzentralen, auch Stiftung Warentest prüft und vergleicht regelmäßig Angebote zur Immobilienfinanzierung. Detaillierte und umfassende Information bietet außerdem der Süddeutsche.de-Ratgeber Baufinanzierung.

Mit dem Kaufpreis, den Nebenkosten und der Belastung durch die Finanzierung ist es nicht getan, es fallen weitere regelmäßige Kosten an. Ein Eigenheimbesitzer muss Betriebskosten wie Straßenreinigung und Müllentsorgung selbst zahlen oder sich die Abgaben bei einer Wohnung mit der Eigentümergemeinschaft teilen. Hinzu kommen unter anderem Grundsteuer, Versicherungen, Kosten für Reparaturen und Instandhaltung, sowie gegebenenfalls die Gartenbepflanzung.

Die Steuerersparnisse für Eigenheimbewohner sind eher gering. So sieht das auch Helmut Bischoff vom Verbraucherschutzverein Wohnen im Eigentum, der als eine der wenigen steuerlichen Möglichkeiten Handwerkerleistungen nennt und darauf hinweist: "Grundsätzlich können nur unbar gezahlte Rechnungen im Rahmen der Handwerkerleistung berücksichtigt werden." Da nur die Lohnleistungen geltend gemacht werden können, muss der Handwerker in der Rechnung den Lohnanteil ausweisen. Welche Haushaltsausgaben und Handwerkerleistungen unter Umständen abgesetzt werden können, hat der Verein auf seiner Internetseite zusammengefasst. Auch bei denkmalgeschützten Häusern kann es Förderungen geben. Allerdings ist die Materie für einen Laien oft sehr kompliziert und es empfiehlt sich bei Fragen zu möglichen Steuervorteilen einen Steuerberater heranzuziehen.

Ziel jeder Baufinanzierung sollte sein, das Haus oder die Wohnung vor der Rente abbezahlt zu haben. Dafür gibt es Förderung vom Staat, unter anderem den sogenannten Wohn-Riester. "Während ein 'normaler' Riester-Vertrag das Ziel hat, eine zusätzliche Rente aufzubauen, investiert man bei Wohn-Riester in die eigene Immobilie", erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Auf ihrer Internetseite informiert sie ausführlich über Vor- und Nachteile der Förderung.