Das Griechenland-Drama zeigt: Die politischen und wirtschaftlichen Eliten in allen EU-Mitgliedsländern müssen lernen, europäisch zu denken, zu handeln und sich auch so zu organisieren.
Sollen wir Deutschen nun Griechenland helfen oder nicht? Das wurde in den vergangenen Tagen sehr intensiv diskutiert, selbstverständlich mit Blick auf die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Und die Kanzlerin und der Außenminister, im Nebenberuf Vorsitzende von CDU und FDP, haben diese Debatte leider laufen lassen und sind lange nicht dem Eindruck entgegengetreten, Deutschland könne hier tatsächlich zwischen zwei Antworten abwägen.
Hilfe zur Selbsthilfe: Griechenland braucht Unterstützung, doch aus der Krise sind Konsequenzen zu ziehen. Unter anderem muss das Land seine Ausgaben prüfen. (© Foto: dpa)
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Dabei war die Wahrheit doch schon immer: Wir helfen hier in jedem Fall. Wir helfen bei allen drohenden Staatspleiten weltweit, bei denen der Internationale Währungsfonds (IWF) zur Hilfe gerufen wird - seit Jahrzehnten. Und nicht wir Deutschen allein, sondern die Bürger aller Länder, die dem IWF angehören: die meisten Staaten der Erde, darunter alle auch nur halbwegs bedeutenden Industrie- und Schwellenländer.
Weiter heißt es dieser Tage, Europa sei doch keine Transferunion, und die Stärkeren dürften den Schwächeren nicht helfen. Den Professoren, die jetzt gegen die deutsche Griechenland-Hilfe klagen wollen (und auch manchen Politikern), fehlen offenbar elementare Kenntnisse über die EU.
Sie ist angelegt auf den Ausgleich der Wohlfahrtsunterschiede zwischen den Staaten. Dem dienen die Brüsseler Strukturfonds. Alle Regionen, die unter 75 Prozent des durchschnittlichen Wohlstandsniveaus der EU liegen, werden aus diesen Fonds gefördert, seit der Wiedervereinigung auch die ostdeutschen Bundesländer.
Beitrittsländer haben aufgeholt
Sozialer Ausgleich ist die Grundlage für Frieden in Europa, das war der Grundgedanke der Gründungsväter Europas; ganz überwiegend übrigens Konservative. Die Großen - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien - zahlen mehr in den EU-Haushalt ein, als sie herausbekommen. Bei den Schwächeren - (fast) allen mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern - ist es umgekehrt.
Eigene Anstrengungen und Hilfen der Stärkeren haben überall dazu geführt, dass die Beitrittsländer stark aufgeholt haben. Die Wanderungsbewegungen, die es vorher in Europa gab, haben weitgehend aufgehört. Wahr ist: Die Hilfen für die Schwächeren werden im Wesentlichen als Projektzuschüsse gewährt, nicht als allgemeine Haushaltshilfen. Das sollte auch nicht geändert werden.
Deutschland ist der zweitgrößte Exporteur der Welt, und das wird es wohl noch lange bleiben. Das ist die Grundlage unseres Wohlstands. Am meisten verdienen wir im Handel mit wohlhabenden und aufstrebenden Ländern, mit unseren EU-Nachbarn, den USA, China, Russland, Indien, Brasilien. Afrikanischen Ländern müssen wir (wie die anderen Industriestaaten auch) eher mal ihre Schulden erlassen, damit sie wieder zahlungsfähig werden.
Steuerhinterziehung ist in Griechenland weit verbreitet
Deutschland hat an der Entwicklung der ärmeren Länder und der Zahlungsfähigkeit seiner Handelspartner ein existentielles Interesse. Aber unsere Hilfe ist begrenzt und an Bedingungen geknüpft. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe, und aus der Griechenlandkrise sind Konsequenzen zu ziehen, die weit über diesen Fall hinausreichen.
Erstens: Das betroffene Land muss seine eigenen Steuerquellen gemäß internationalem Standard ausschöpfen. Griechenland zum Beispiel leistet sich eine Steuer - und Abgabenquote, die zehn Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt liegt. Wenn die Griechen unsere Hilfe wollen, müssen sie ihren Staat mindestens so ausstatten, wie das der Durchschnitt der Europäer tut.
Steuerhinterziehung ist in Griechenland wohl besonders weit verbreitet, sie muss bekämpft werden. Hier brauchen die Griechen auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - indem zum Beispiel all die Steueroasen geschlossen werden, in denen auch griechische Steuerbetrüger ihr Geld verstecken.
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Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Ich halte nicht mit der Aussicht des ehemalige SPD Finanzchef Eichel. Die Euro-politikern mitsamt andere Euro Eliten haben verschwenderisch mit die Steuern der Buerger gehandelt. Milliarden von Euros sind wie Wasser ins Abgrund ausgeschuetten, nach Afrika u.a., und jetzt nach Griechenland! Ich denke, es ist schon Zeit fuer ein Aufruhr der Buerger gegen diese verschwenderische, korrumpierte, bestechende Eliten.
"Athen hat sich zwar den Zugang zum Euro erschwindelt, aber der Schwindel war bekannt und wurde von den Partnern akzeptiert."
So kommentiert ein SZ-Redakteur dne Griechenland-Schulden-Skandal . Wenn das stimmt, frage ich mich, ob auch Herr Eichel zu den Partnern gehört hat, die den griechischen "Schwindel" akzeptiert haben.
Der Ausdruck "Schwindel" in diesem Zusammenhang ist wohl mehr als unpassend. Aber unsere Banker und einige Journalisten sehen das alle ein bisschen lockerer.
Gelegentlich kommt ja mal was sinnvolles von der sPD, so wie dieser Beitrag. Aber man sollte noch hinzufügen, daß man die Investoren nicht aus der Verantwortung entlassen darf.
Die Spekulanten, die jetzt gegen Griechenland wetten, sollten zur Kasse gebeten werden, indem man ihre Wette platzen läßt. Das dürfte eine Lehre sein.
Sicherlich - der Euro-Pakt mit Griechen, Portugiesen, Italienern usw. lässt sich nicht mehr rückgängig machen; dafür ist es zu spät - Und folglich müssen wir Deutsche, Franzosen usw. auch die Konsequenzen tragen, Sprich: wir müssen für das Hallodri-Leben dieser Leute einstehen und bezahlen.
Allerdings hat schon 2001 dem Otto Normalverbraucher der gesunde Menschenverstand gesagt, dass ein Zusammengehen mit diesen Leuten uns alle in den Ruin reißen kann. Denn wer bindet sich schon gerne auf Gedeih und Verderb an Leute, die zwar gewöhnlich viel netter sind als wir, aber letztendlich den Leistungsbegriff komplett anders definieren und sehr gerne alle Fünfe gerade sein lassen?
Daraus folgt vor allem eines: Die politischen und wirtschaftlichen Eliten Europas sollten künftig nicht nochmals den Fehler begehen und sich mit Nationen einlassen, die absolut nicht zu ihnen passen. Die Zeche für solche Haar sträubenden Fehler zahlt letztendlich immer der gemeine Bürger.
Sein Beitrag ist richtig,er zeigt die Lage aus dem Blickwinkel des ehemaligen Finanzministers. Aber die Frage sei doch erlaubt,warum ist unter seiner Regie und die des Herrn Schroeders die Kriterien fuer den EU-Stabelitaetspackt und die wirksame Kontrolle abgeschaft worden ? Niemand in der EU hat auf Laender wie Grichenland,Spanien,Italien, Irland und Portugal geschaut was macht ihr mit eueren Finanzen? Sind die Angaben richtg und wie setzt ihr die Steuerstandart in eueren Laendern um. Hier liegt der Hund begraben,wie sagte Lenin,Vertrauen ist gut,Kontrolle ist besser. Diese Binsenweisheit hat sich bis heute als richtig erwiesen. Wer gestern im 1 ARD die Sendung mit den grichischen Steuerfandern unterwegs gesehen hat,der weiss wo der Hund begraben liegt.Diese Behoerde wurde von der Konsratieven Regierung abgeschafft und in der kurzen Zeit seit nach dem Machtwechsel,hat sie schon 1 Milliarde Euro an Steuer eingetrieben. Nun sind die reichen und schoenen in das Visier der Steuerprufer geruckt inklusieve ihrer ausgeflaggten Luxusjachten. Es ist klar das stinkt diesen Leuten,Steuer soll ich bezahlen,wo geht das den an. Hier sieht man was nur in diesen Sektor da los ist,nicht zu vergessen die vielen Beamten die noch nie ihr Buero von innen gesehen haben und die ca.80.000 Rentner die schon lange verstorben sind und noch immer ihre Rente bekommen.Die neue Regierung ist nicht zu beneiden,sie muss nun die Suppe ausloeffel,die da auf dem Tisch steht.
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