Datenschutz-Grundverordnung Zuckerberg tritt vor die EU-Webcam

Hier schwitzt der Chef: Zuckerberg wurde im April von US-Abgeordneten befragt

(Foto: AFP)
  • Erst sollte das Treffen geheim bleiben, nun wird es im Internet ausgestrahlt: Am Dienstag lässt sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg von EU-Parlamentariern befragen.
  • Es geht um den Datenskandal um Cambridge Analytica und die Datenschutzgesetze in Europa.

Einerseits war es ein Coup für das Europäische Parlament: Mark Zuckerberg kommt persönlich, um sich von EU-Abgeordneten wegen des Datenskandals befragen zu lassen. Andererseits gab es herbe Kritik, denn der Auftritt des Facebook-Gründers sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Guy Verhofstadt, der Fraktionschef der Liberalen, hatte daraufhin gedroht, dem Treffen fernzubleiben, sollte es hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Nun soll es doch einen Livestream geben, sagt EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani. "Ich habe das persönlich mit Herrn Zuckerberg besprochen", twitterte er. "Ich freue mich, dass er das akzeptiert hat, und bedanke mich für den Respekt, den er dem EU-Parlament erweist." Das Treffen findet am Dienstag von 18.15 bis 19.30 Uhr statt.

Im April hatte sich Zuckerberg den Fragen von US-Abgeordneten in Washington gestellt. Der Facebook-Chef hätte sich dort ein Fernbleiben nicht erlauben können, nachdem bekannt geworden war, dass ein Geschäftspartner die Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern an die dubiose Politikberatungsfirma Cambridge Analytica verkauft hatte.

In Brüssel will der Facebook-Chef sich die Ansichten der Europäer anhören und Schritte aufzeigen, die seine Firma unternehmen werde, um die Privatsphäre der Menschen besser zu schützen. Kurz nach Zuckerbergs Auftritt in Brüssel tritt die neue europäische Datenschutzverordnung in Kraft. Diese macht Firmen und Organisationen ab 25. Mai europaweit gültige Vorgaben für die Speicherung und den Schutz von Daten. Bei Verstößen drohen Firmen Strafen von bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Diese Technologien können Angst machen

Unternehmen überwachen Mitarbeiter und Maschinen entscheiden über Meinungsfreiheit. Vier Beispiele zeigen, dass technischer Fortschritt auch nach hinten losgehen kann. Von Simon Hurtz mehr...