Modellbau-Affäre Staatsanwaltschaft klagt Hubert Haderthauer an

  • Der Ingolstädter Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer ist wegen der Modellbau-Affäre angeklagt worden.
  • Seine Ehefrau, die ehemalige bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer, muss mit einem Strafbefehl rechnen.
Von Dietrich Mittler

Die Staatsanwaltschaft München II hat am Mittwoch gegen den Ingolstädter Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer Anklage erhoben. Der Ehemann der früheren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer wird der Steuerhinterziehung und des Betrugs bezichtigt. Wie das Oberlandesgericht München bestätigte, wird nun gegen Hubert Haderthauer ein Strafverfahren eingeleitet.

Erst wenige Tage zuvor hatte die Staatsanwaltschaft verkündet, dass die Ermittlungen gegen die frühere Ministerin eingestellt werden. Christine Haderthauer muss indes mit einem Strafbefehl rechnen, weil sie offenbar gegen die steuerrechtliche Abgabenordnung verstoßen hat - auch dabei handelt es sich um ein strafbares Steuervergehen.

Haderthauer und seine Frau Christine waren abwechselnd über mehrere Jahre hinweg an der Firma "Sapor Modelltechnik" beteiligt, die wertvolle Modellautos vertrieb, welche von psychisch kranken Straftätern im Rahmen ihrer Arbeitstherapie hergestellt worden waren. Hubert Haderthauer spielte - wie von mehreren Beteiligten bestätigt wurde - als damaliger Stationsarzt in der forensischen Psychiatrie in Ansbach eine tragende Rolle dabei, den Modellbau in Ansbach voranzutreiben.

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Auch gegen einen Anwalt wird ein Strafverfahren eingeleitet

Später, als Haderthauer in Ingolstadt als Landgerichtsarzt tätig wurde, kümmerte er sich auch weiterhin um den Vertrieb der Modellautos, mit denen offenbar beachtliche Gewinne erzielt werden konnten. Ein früherer Geschäftspartner des Paares, der im Elsass lebende französische Geschäftsmann Roger Ponton, fühlte sich schließlich von den Haderthauers um seinen Gewinnanteil geprellt. Er habe nie einen Cent bekommen, sagt er bis heute.

Ende 2011 war es zwischen den Haderthauers und Ponton zu einer "Vereinbarung" gekommen, bei der laut Ponton mit keinem Wort auf die hohen Gewinne durch den Modell-Verkauf eingegangen wurde. Ponton, der sich "arglistig betrogen" fühlte, stellte Strafanzeige.

Die Staatsanwaltschaft erweiterte die Ermittlungen in der Folge auf den Ingolstädter Anwalt Ernst Michael R., der im Auftrag der Haderthauers den Vergleich ausgehandelt hatte. Nun wird auch gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass Ponton durch Vortäuschung eines niedrigeren Unternehmenswertes um 84 400 Euro geschädigt wurde. Von der Opposition im Landtag wurde die Mitteilung des Oberlandesgerichts begrüßt. Das Ergebnis bestätige den Eindruck, den man im Untersuchungsausschuss Modellbau von Hubert Haderthauer gewonnen habe. Merkwürdig sei: Anwalt Ernst Michael R. habe die Vereinbarung auch im Namen von Christine Haderthauer unterzeichnet. Sie werde aber im Gegensatz zu ihrem Mann nicht des Betrugs bezichtigt.

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