Airport Hof-Plauen Wie ein Flughafen ohne Flugzeuge für immense Kosten sorgt

Seit 2012 gibt es vom Flughafen Hof keine Linienflugverbindungen mehr.

(Foto: dpa)

Vom Airport Hof-Plauen hebt schon seit Jahren keine Linienmaschine mehr ab. Trotzdem belastet er die Haushalte der Stadt und des Kreises Hof.

Kolumne von Olaf Przybilla

Wäre alles so gekommen, wie es Fachleute der Flugbranche 2006 prognostizierten, so würden in Hof in drei Jahren bis zu 300 000 Passagiere abheben. Es ist aber nicht ganz so gekommen und eine Ahnung davon kann man auf der Internetseite des Airports bekommen, auf der sich ein nicht unerheblicher Hinweis für Leute findet, die ihren Urlaub planen: "Aufgrund vermehrter Nachfragen weisen wir darauf hin, dass am Flughafen Hof-Plauen kein öffentlicher Linienverkehr und Urlaubsflüge angeboten werden. Daher finden Sie auf unseren Seiten keine Flugpläne und Linienverbindungen."

Nun soll es Leute geben, die einen Flughafen ohne einen Flugplan gar nicht für einen Flughafen halten, jedenfalls nicht im engeren Sinne. Das mag so sein. Dieselben aber würden sich womöglich aufregen, würde jemand stattdessen "Firmenverkehrslandeplatz samt integrierter Parallelnutzung zum Test von Fahrerassistenzsystemen aus dem Bereich der BMW-Automobilentwicklung" auf die Hinweisschilder schreiben. Wäre dann auch wieder keinem recht.

Dann doch lieber Flughafen Hof-Plauen, auch wenn in diesem Label nur eines der Wörter komplett ohne Fragezeichen auskommt: Hof. Das mit dem "Flughafen" ist eher im weiteren Sinne zu verstehen, und was "Plauen" betrifft, so hat sich das nun mal so eingebürgert. Zu den zahlenden Gesellschaftern will die Stadt in Sachsen inzwischen ebenso wenig gehören wie die einst beteiligten Landkreise Vogtland und Wunsiedel. Wie das halt so ist im Leben: Im Steigflug will jeder dabeisein. Wenn's dann nach unten geht, darf man das gerne alleine tun.

Das Betriebskostendefizit teilen sich jetzt also Hof-Stadt und Hof-Land, die letzten Mohikaner der zahlenden Gesellschafterversammlung. Es beläuft sich auf etwa eine Dreiviertelmillion pro Jahr, durchaus happig für zwei klamme Kommunen. Der Freistaat Bayern dagegen ist raus. Er hatte sich 2007 gegen die große Airport-Ausbaulösung entschieden, 2011 wurde der Linienverkehr eingestellt. Als Plan B wurden der Stadt andere Infrastrukturhilfen zugesagt. Hof baute unter anderem eine hübsche Halle, für die Stadtgröße gigantisch, aber egal. Würde man den "Flughafen" schließen, müsste man viel Geld zurückzahlen.

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