Der Rücktritt von Staatssekretär Weiß öffnet die Schleusen für interne Kritik an CSU-Chef Horst Seehofer. Davon profitiert vor allem die Kanzlerin.
Ein Staatssekretär ist zurückgetreten, noch dazu ein reichlich unbekannter. Das sollte für eine stabile Regierung keine allzu große Erschütterung sein. Doch der Rücktritt des bayerischen Staatssekretärs Bernd Weiß hat eine Schleuse geöffnet, die fast ein Jahr lang blockiert war: Aus Angst davor, die CSU zu schwächen, haben Minister und Abgeordnete geschwiegen, obwohl ihnen die Kapriolen ihres Chefs Horst Seehofer oft reichlich absurd erschienen. Alle haben brav gewartet, ob der bayerische Ministerpräsident vielleicht doch die kühne Pirouette schafft, aus tausend Versprechungen eine verlässliche Politik zu machen.
Seine Kapriolen werden vielen in der Partei zu viel: CSU-Chef Horst Seehofer (© Foto: ddp)
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Er schaffte es nicht. Bei der Bundestagswahl hat die CSU ihr bislang schlechtestes Ergebnis erzielt. Die Kritik an Seehofer bricht sich nun Bahn. Es geht nicht nur um die Umgangsformen des Regierungschefs, der seinen Kollegen mit Rauswurf droht, selbst wenn sie mit gutem Grund die Kabinettsitzung früher verlassen. Die Kritik geht tiefer.
Unter Seehofer ist die CSU zu einem Verein des Wankelmuts geworden, zu einem Fähnchen im Wind. Der Staatssekretär ist zurückgetreten, weil Seehofer einen mühselig ausgehandelten Kompromiss zum Digitalfunk einfach so platzen ließ. Das ist nur eine von vielen Volten der bayerischen Regierung. Nicht nur CSU-Granden sehen die Glaubwürdigkeit der Partei durch diese Hopplahopp-Politik angekratzt. Auch wenn die CSU am Mittwoch die Analyse der Wahl noch einmal vertagte, der Chef wird nun kritisiert, obwohl er in Berlin gerade die Koalitionsverhandlungen führt - das wäre früher undenkbar gewesen. Seehofer muss in Berlin den starken Mann markieren, der er zu Hause nicht mehr ist. Die Kanzlerin hat leichtes Spiel.
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(SZ vom 08.10.2009/jab)
Die neueste Antwort
"Da wird Sie aber der Zorn unserer pira26 treffen"
waere nicht das erste Mal
"Erholung f ü r das SZ-Forum"
ein bisschen schon, aber wir haben ja noch mehr zu bieten (elposte, negeneration, harpagonos,..)
... erst mal Urlaub . Erholung f ü r das SZ-Forum ...
Wie wäre es denn, wenn H. Seehofer die Flucht von Bayern nach Berlin anträte und einen Ministerposten im Merkel-II-Kabinett für sich einfordert? Dürfte für einen CSU-Chef doch nicht so schwierig sein. Dort kennt er sich aus und ein Teil seiner Verwandtschaft wohnt schließlich auch schon da.
zu korrigieren:
"das Problem ist die Macht der Korruption"
"Deshalb stürzt auch Bayern in eine tiefe und schwere Agonie."
cc.
Auch Beckstein war das Problem nicht - das Problem ist die Macht der Korruption, welche auch in Bayern krakenhaft vieles durchsetzt hat.
Sie will die Fortsetzung des Weges der Konsolidierung nicht sie verfolgt ihre Interessen.
Sie verhindert eine Politik im Sinne des Allgemeinwohls.
Man kann eine Art von Schattenregierung annehmen oder nicht. Jedenfalls läuft in diesem Lande auch in diesem ohne entsprechende Finanzmittel nichts oder nur noch wenig.
Das Problem sind die fehlenden Gelder und daher auch das entsprechende hochqualitative Personal in den Führungsschichten.
Wenn Kritiker von Korruptionscliquen, welche die Finanzkatastrophe herbeiführten, befördert, gefördert, sozusagen belohnt werden, sie Schlüsselstellungen in die Hand bekommen, dann ist es aus mit diesem Staat Bayern.
Deshalb stützt auch Bayern in eine tiefe und schwere Agonie.
Für dieses Problem ist die Finanzmafia verantwortlich, welche allein in Bayern ihre hunderttausende Unterstützer haben dürfte.
cc.
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