Pannenserie bei General Motors GM ruft erneut Millionen Autos zurück

Nach den Millionen-Rückrufen im Februar und März muss GM nun abermals zahlreiche Autos in die Werkstätten beordern.

(Foto: dpa)

Schon wieder muss General Motors Millionen Autos in die Werkstätten beordern. Der Grund sind einmal mehr sicherheitsrelevante Mängel, es gab Unfälle mit Verletzten. Doch GM sieht den Rückruf positiv.

Fehlerhafte Zündschlösser, eine daraus resultierende Unfallserie mit mindestens 13 Todesopfern und ein Millionen-Rückruf haben General Motors in diesem Februar und März viel Geld und - vielleicht noch schlimmer - das gute Image gekostet. Nun schreckt ein erneuter Rückruf den US-Autokonzern auf. Als Reaktion auf Hunderte Kundenbeschwerden lässt GM etwa drei Millionen Autos, 2,7 Millionen davon in den USA, in Werkstätten überprüfen.

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Die Gründe für den Rückruf sind vielschichtig. Bei 2,4 Millionen der nun betroffenen Wagen könnten korrodierte Kontakte die Bremsleuchten und auch Fahrerassistenzsysteme wie das elektronische Stabilitätsprogramm lahmlegen. Bei anderen Modellen gibt es Probleme mit dem Abblendlicht, den Bremsen, Scheibenwischern oder Spurstangen. Wegen der Defekte habe es laut GM 13 Unfälle mit zwei Verletzten, aber keine Toten gegeben.

Autos ab Baujahr 2004 betroffen

Von den nun bekanntgegebenen Rückrufen sind zumeist ältere Autos betroffen, die teilweise aus dem Jahr 2004 stammen. Dabei handelt es sich um die Limousinen Chevrolet Malibu, Saturn Aura und Pontiac G6 sowie den Sportwagen Corvette. Daneben müssen aber auch einige Zehntausend aktuelle Fahrzeuge in die Werkstätten, darunter die Premium-Mittelklasselimousine Cadillac CTS und der Pick-up-Truck Chevrolet Silverado.

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General Motors sieht den neuerlichen Rückruf positiv. "Dies sind Beispiele dafür, dass wir Probleme schnell aufdecken und die nötigen Maßnahmen im Interesse unserer Kunden rasch einleiten", erklärte der seit kurzem für Sicherheit zuständige GM-Manager Jeff Boyer. General Motors hat die Suche nach Mängeln in seinen Autos intensiviert, nachdem sich der Hersteller im Fall der Zündschlüssel den Vorwurf gefallen lassen muss, das Problem ein Jahrzehnt lang ignoriert zu haben. Die US-Behörden ermitteln und GM sieht sich Schadenersatzforderungen von Unfallopfern und Autobesitzern gegenüber.

Rückrufe kosten GM viel Geld

Die millionenfachen Reparaturen gehen bei General Motors mittlerweile kräftig ins Geld. Nachdem sich die Rückrufkosten im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten, musste der Hersteller im zweiten Quartal weitere 200 Millionen Dollar (146 Mio Euro) beiseite legen.

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Die deutsche General-Motors-Tochter Opel war bislang kaum von den Rückrufen betroffen. Da GM offen ließ, ob auch Autos im Ausland diese Defekte aufweisen könnten, ist bislang nicht klar, ob der erneute Rückruf auch Opel-Modelle betrifft.