Audi A3 Sportback Hightech mit Hochpreisgarantie

Die Hälfte der A3-Kunden entscheidet sich für den viertürigen Sportback. Der wird durchschnittlich knapp 40.000 Euro kosten. Allein Audis Multimediaschaltzentrale hat daran einen Anteil von 3575 Euro - und hat trotzdem Schwächen. Eine erste Ausfahrt.

Aus Monaco berichtet Sascha Gorhau

Kennen Sie Graake Kehlie? Ich hatte von der Person bis zur ersten Ausfahrt im neuen Audi A3 Sportback bisher nichts gehört. Der Kompaktwagen indes kennt die Dame. Genauer gesagt ist es die im Auto verbaute Multimediaeinheit MMI, die mir von ihr berichtet. Im Testwagen ist diese in ihrer höchsten Evolutionsstufe verbaut. Laut Audi sollen sich knapp 40 Prozent der Käufer dafür entscheiden.

Ob es einen Menschen Namens Graake Kehlie gibt ist nicht bewiesen. Audis MMI-System meint jedenfalls die 1982 tödlich verunglückte Fürstin Gracia Patricia von Monaco, ihr bürgerlicher Name war Grace Kelly. Die Dame vom Band hat dank Internetverbindung und Zugriff auf Daten von Google viel zu erzählen, wenn der Fahrer an Informationen zur Umgebung des Fahrzeuges interessiert ist. Den Namen von Grace Kelly kann Audis Infotainmenteinheit aber nicht aussprechen, generell tut es sich schwer mit Eigennamen und Fremdwörtern. Das führt zu manch unfreiwilligem Lacher während der Fahrt. Der Flughafen von Nice etwa (auf deutsch: Nizza) trägt plötzlich den Namen von Nike, der griechischen Göttin des Sieges.

Sinn macht das System ohnehin nur mit der Funktion Audi Connect. Es sorgt für die Verbindung des Fahrzeugs zum Internet. Damit ist allerdings nur die technische Voraussetzung geschaffen, denn zusätzlich muss der Fahrer ein Datenpaket bei einem Mobilfunkanbieter buchen. Audi nutzt den UMTS-Standard, verspricht allerdings, bald auch den Daten-Turbo LTE zu unterstützen. Wann, ist noch unbekannt.

Wenn es so weit ist, wird es bestimmt mehr Spaß machen, die vielen Möglichkeiten der Connect-Funktion zu nutzen. Der Audi wird beispielsweise zum WLAN-Hotspot. Bis zu acht mobile Endgeräte können andocken. An Bord ermöglicht Connect beispielsweise die Nutzung von Facebook oder Twitter. Informationen über Flüge und Züge können online eingeholt werden. Nachrichteninteressierten steht die Vorlesefunktion ihrer bevorzugten Nachrichtenquellen zur Verfügung. Die RSS-Feeds können von zuhause aus über das Steuerungstool myAudi.de konfiguriert werden. Es lassen sich damit unter anderem auch bestimmte Routen vom Schreibtisch aus planen und ins System des Fahrzeugs spielen. Doch die Stimme klingt blechern und holprig. Es macht keinen Spaß, sich die Kurznachrichten vorlesen zu lassen. Zumal stehen etliche bekannte Informationsradioangebote zur Verfügung, die ebenfalls im Viertelstundentakt die aktuellsten Nachrichten verkünden. Das klingt auf jeden Fall angenehmer als die metallische Stimme des Audi.

Sieben Zoll misst das Display im Audi A3.

(Foto: WGO)