Verhaltensbiologie:Laubenvögel setzen auf optische Illusionen

Männliche Laubenvögel dekorieren ihre Nester mit Steinchen, Federn oder bunten Plastikteilen, um bei den Weibchen Eindruck zu schinden. Allerdings wird dabei gemogelt, wie US-Wissenschaftler beobachtet haben.

Katrin Blawat

Ihre Bemühungen, einer potentiellen Partnerin ein eindrucksvolles Heim zu bieten, haben die Laubenvögel berühmt gemacht. Steinchen, Federn, bunte Plastikteile - mit allem, was Eindruck schindet, dekorieren die Männchen den Platz rund um das Nest.

Das jedoch ist harte Arbeit und verleitet offenbar zum Mogeln, wie Laura Kelley und John Endler von der australischen Deakin University berichten (Science, Bd. 335, S. 335, 2012). Die Männchen setzen nämlich auch auf die Wirkung optischer Illusionen - und die Weibchen fallen darauf herein.

Kelley und Endler bemerkten, dass männliche Laubenvögel ihre Dekorationsgegenstände penibel der Größe nach anordnen. Kleine Objekte kommen nach vorne, große weiter nach hinten. Dies lässt die sogenannte Bühne vor dem Nest, auf der sich das Männchen präsentiert, kleiner wirken.

Damit diese Illusion möglichst gut wirkt, muss das Weibchen die Bühne in einem festgelegten Winkel betrachten. Um das sicherzustellen, legt das Männchen auch noch eine Art Zugang an, der das Weibchen auf den richtigen Weg lenkt.

Vielleicht erscheint das Männchen selbst umso größer und damit attraktiver, je kleiner die Bühne wirkt, spekulieren die Forscher. Sicher ist hingegen, dass die Weibchen die Mühe der Männchen honorierten: Sie wählten häufiger solche Partner, die ihre Gegenstände besonders exakt der Größe nach präsentierten.

© SZ vom 20.01.2012/mcs
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