Technik:Roboter springt 30 Meter hoch

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Technik: Sprungroboter der University of California, Santa Barbara

Sprungroboter der University of California, Santa Barbara

(Foto: Elliot W. Hawkes)

Ein 30 Zentimeter großes Gerät kann steil in die Höhe springen und richtet sich danach wieder auf. Das könnte auch im Weltall nützlich sein.

Von Lukas Lorber

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist eine 30 Zentimeter kleine Sprungmaschine, die ziemlich hoch hüpfen kann. Mehr als 30 Meter katapultiert sich der Roboter eines Teams der University of California in Santa Barbara in die Höhe, berichten die Ingenieure in der Fachzeitschrift Nature. Das ist mehr als das 100-Fache der eigenen Größe. Somit hängt der Roboter laut den Studienautoren andere bekannte Sprungroboter ab. Das Besondere an dem Roboter ist neben seiner Sprungkraft, dass er sich nach der Landung selbständig wieder aufrichten und anschließend weiterhüpfen kann.

Der Roboter besteht aus einem Motor, der eine Schnur anzieht, um die Sprungfeder zu spannen. Daneben sind außen vier Bögen oben mit dem Motorgehäuse und unten miteinander verbunden. Sie dienen als zusätzliche Federn. Wenn die Schnur gelöst wird, lösen sich ebenfalls die Feder sowie die äußeren Bogenfedern, und der Roboter schießt förmlich nach oben. Wenn der Roboter wieder gelandet ist, zieht der Motor erneut die Schnur an, um Spannung aufzubauen, und die Bögen biegen sich wieder. Die Folge ist: Der Roboter stellt sich von selbst wieder auf.

Damit unterscheidet sich der kalifornische Roboter deutlich von anderen springenden Robotern. Bislang eiferten Forscher mit ähnlichen Sprungmaschinen meist der Bewegung von Tieren nach. Jedoch sind Lebewesen durch die Leistung ihrer Muskeln in der Sprunghöhe eingeschränkt. Demgegenüber lasse sich in künstlichen Sprungfedern deutlich mehr Energie speichern und freisetzen, schreiben die Forscher um Elliot Hawkes in Nature.

Springende Roboter könnten Hindernisse leichter überwinden und dabei auch Bilder vom Boden unter ihnen aufnehmen, was zuvor nur mit Flugdrohnen möglich war. Möglicherweise ist das Prinzip auch in der Raumfahrt nützlich. So könnte der Roboter auf dem Mond bei entsprechend geringerer Schwerkraft bis zu 125 Meter aufsteigen und mit einem Sprung einen halben Kilometer zurücklegen. Dies könnte für die Erkundung des Geländes hilfreich sein.

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