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Forschungsmanagement:Ex-Esa-Chef wird Acatech-Präsident

ESA and NASA officials take part in ceremony marking arrival of European Service Module at the Kennedy Space Center

Johann-Dietrich (Jan) Wörner im Jahr 2018, damals noch Esa-Chef.

(Foto: JOE SKIPPER/REUTERS)

Johann-Dietrich Wörner, bis Februar Chef der Europäischen Raumfahrtagentur, wird neuer Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech).

Von Alexander Stirn

Johann-Dietrich Wörner, bis vor Kurzem noch Chef der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, ist neuer Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, kurz Acatech. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wurde der Bauingenieur am Freitag einstimmig in sein neues Amt gewählt.

Wörner folgt auf den Arbeitswissenschaftler Dieter Spath, der seit 2017 an der Spitze von Acatech stand. Die Wissenschaftsakademie mit ihren gut 500 Mitgliedern versteht sich als Stimme und Lobby der deutschen Technikwissenschaften sowie als Beratungsgremium für Politik und Gesellschaft. Finanziell gefördert wird sie dabei von Bund und Ländern. Zweiter Präsident neben Wörner bleibt Karl-Heinz Streibich, der ehemalige Vorstandsvorsitzende des IT-Konzerns Software AG.

"Offenheit und Veränderungsfähigkeit" wolle er als Acatech-Präsident fördern, sagt Wörner: "Dafür braucht es eine offene Gesellschaft, die neue Technologien nach ihren Werten nutzt und gestaltet." Damit das gelingen könne, damit Möglichkeiten nicht nur zu geschaffen, sondern auch ergriffen würden, müssten nun die nötigen politischen Rahmenbedingungen geschafft werden - aber auch eine, wie Wörner es nennt, "nahtlose Innovationskette hin zu den Märkten von heute und morgen".

Wörner, der einst über die Sicherheit von Bauwerken bei Erdbeben promovierte, kann auf mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung als Wissenschaftsmanager zurückblicken, verbunden mit ausgeprägten Beziehungen zur Politik. Im Juni 1995, im Alter von nur 40 Jahren, wurde er als einer der damals jüngsten Hochschulpräsidenten an die Spitze der Technischen Universität Darmstadt gewählt, für die er weitreichende Autonomie erkämpfte. Von 2007 bis 2014 leitete Wörner als Vorstandsvorsitzender das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Anschließend wechselte er nach Paris, um dort den Posten des Esa-Generaldirektors zu übernehmen. Nachdem Wörners im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde - insbesondere auf Drängen Frankreichs, das einen eigenen Kandidaten an der Spitze der Raumfahrtagentur durchsetzen wollte - schied der 66-Jährige Ende Februar auf eigenen Wunsch vorzeitig bei der Esa aus. Neuer Esa-Generaldirektor wurde schließlich der Österreicher Josef Aschbacher.

© SZ/weis
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