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Wissenschaft:Psychologie in der Krise?

Dummerweise ist der Mensch ein widersprüchliches Wesen. Kein Wunder, dass seine Eigenheiten so schwer zu beforschen sind.

(Foto: Illustration Jessy Asmus)

Ständig erforschen Studien, wie wir mehr Zufriedenheit, Selbstbewusstsein oder Willenskraft erlangen können. Doch immer mehr Ergebnisse halten einer Überprüfung nicht stand. Warum das keine schlechten Nachrichten sind.

Von Sebastian Herrmann

Einer tröstenden Geschichte hört jeder gerne zu. Die Psychologin Amy Cuddy von der Harvard Business School veröffentlichte vor einigen Jahren eine Studie, die sich zu einem solchen Seelenbalsam kondensieren ließ. Wer für eine Minute lang in einer Power-Pose verharre, fühle sich anschließend tatsächlich mächtiger und verhalte sich risikofreudiger. Wer Dominanz ausstrahle, empfinde sich selbst als durchsetzungsfähig, so die frohe Botschaft. Oh wie schön, mag sich das Publikum gedacht haben, das klingt nach einem praktikablen Rezept: Ab sofort nehmen wir raumgreifende Körperhaltungen ein, und schon passt sich das Leben unseren Wünschen an. Eine Spitzenbotschaft, die Amy Cuddy auch in einem TED-Talk ausführen durfte, dessen Video etwa 50 Millionen Mal angesehen wurde, ein Riesenerfolg.

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